Das habe ich nicht verdient!
Habt ihr ständig Angst aufzufliegen?
Unter den psychologischen Streichen, die wir Menschen uns ja ganz gern selbst spielen, ist das sogenannte "Hochstapler-Syndrom" einer der gemeineren. Es betrifft Leute, bei denen eigentlich alles wunderbar läuft: Weil auch das dritte Vorstellungsgespräch mal wieder erfolgreich war, weil der Chef alles gut findet und das auch immer wieder mal sagt, weil sie auch die letzte Prüfung wieder hervorragend bestanden haben - könnten sie eigentlich glücklich sein. Zufrieden! Oder zumindest angemessen selbstbewusst.
Sind sie aber nicht. Im Gegenteil, sie haben Angst. Sie haben die ganze Zeit das Gefühl, "irgendwann merkt jemand, dass ich das eigentlich alles gar nicht kann", sie denken "irgendwann fliege ich auf". Egal wie unwahrscheinlich es ist, sie halten jeden Erfolg für Glück oder Zufall und sich selbst daher für einen Hochstapler, der früher oder später auffliegt. Das ist nicht nur bedauerlich, das ist auch ziemlich ungesund. Im schlimmsten Fall führt unbegründete Sorge, dass irgendwann alles auffliegt, zu Depressionen und Angsstörungen.
Wie ergeht es euch? Kennt ihr dieses Hochstapler-Gefühl? Lassen euch Erfolge kalt, oder haltet ihr sie auch beim zehnten Mal noch für garantiert ungerechtfertigt? Und träumt ihr manchmal davon im Job, an der Uni, in der Schule aufzufliegen? Was genau ist dann euer Entlarvungsalbtraum?
Tags: Hochstapler-Syndrom





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Kommentare
Ja, manchmal geht mir das auch so. Zwar treiben mich keine Alpträume um, aber ich habe nie zu den Menschen gehört, die sich für den Hecht im Karpfenteich hielten. Ein gewisser Skeptizismus scheint mir aber nicht falsch zu sein. Im Beruf erlebe ich täglich Dummschwätzer, die sich für kompetent halten, sich aber in Wirklichkeit maßlos überschätzen.
22.07.2012, 18:13 von AmiraEs gibt aber tatsächlich Firmen, wo das Schwarz überwiegt. Ich mein, sie kann sich das ja nicht weißmalen. Ich kenne das ähnlich, daher glaube ich, kann ich Amiras Position durchaus verstehen.
22.07.2012, 19:09 von topfbluemchenErsetzen wir doch "Firmen" durch "Menschen". Natürlich gibt es die, die Welt ist voll von Dummschwätzern, zumindest überwiegend. Ich spreche nicht davon, dass sie es sich zurechtmalern soll, sondern dass sie es durch das vertretene Schwarz rechtfertigt. Sie macht es sich somit leicht. Ein Gesellschaftsproblem. Eine Schwäche wird durch eine noch größere Schwäche entschuldigt.
22.07.2012, 19:14 von konsTanteHmmm...ich lese das aus dem Kommentar nicht so einseitig raus. Sie schreibt ja auch "Manchmal geht mir das auch so."
22.07.2012, 19:17 von topfbluemchenIm Gegensatz zum Rest?
Ich glaub, sie meint nicht den kompletten Rest. Ich erkenn das nicht in der Formulierung. Sie schreibt ja nur "zu den Menschen", was nicht automatisch auf alle gemünzt ist, sondern sich nur auf jene bezieht, die eben so sind, und die es definitiv auch so gibt.
22.07.2012, 19:34 von topfbluemchenEs muss einen Grund haben, warum sie es in einen Kontext setzt und zwar den, dass sie vergleicht und entschuldigt. Anders ergibt es für mich keinen Sinn.
22.07.2012, 19:37 von konsTanteFrag sie. Sie wird ihren Kommentar am besten erklären können als wir. wir können nur mutmaßen.
22.07.2012, 19:41 von topfbluemchenbesser erklären sollte das heißen.
22.07.2012, 19:41 von topfbluemchenNunja, mein erster Kommentar auf ihren Beitrag war immerhin an Amira gerichtet und somit dafür gedacht, mit ihr zu kommunizieren. Bei allem Respekt, ich hab mich nicht in die Rolle des Anwaltes begeben.
22.07.2012, 19:46 von konsTanteSondern in die des Staatsanwaltes? ;)
22.07.2012, 19:52 von topfbluemchenWeder habe ich angeklagt, noch verurteilt. Lediglich festgestellt und kommuniziert.
22.07.2012, 19:56 von konsTanteAber wenn wir ehrlich sind, ein bißchen Anklage steckt schon drin, wenn ich das mal so anklagen darf.
22.07.2012, 19:59 von topfbluemchenIch finde diese Denkensweise nicht gut, das ist alles. Eine Meinung ist keine Anklage.
Wieso? Ich finde, mal nen anderen Standpunkt vertreten zu bekommen, bringt schon was. Mich hat interessiert, warum du das so siehst, wie du in deinem ersten Kommentar an Amira, bzw. unter Amiras Kommentar schreibst, da ich es anders gesehen habe. Daher habe ich auch meine Meinung dazu kundgetan. Durch so einen Austausch kann man vielleicht den virtuellen Gegenüber verstehen, warum er das so sieht.
22.07.2012, 20:06 von topfbluemchenJa, bis zu diesem Punkt sehe ich auch einen Sinn, aber ab dem Kommentar...
Den Kommentar, auf den du dich ja in deinem ersten Kommentar bezogst, den du zitiert hast, den habe ich so verstanden, dass eine gewisse Skepsis angebracht ist, weil sie es im Job (sie spricht ja von ihrem Berufsleben) täglich so erlebt. Und da du daraufhin schriebst, dass das ein Beispiel für das typische Schwarz-Weiss-Denken ist, und ich das nicht so sehe, sondern eher als eine Tatsache, die sie da beschreibt, die, wenn man es auf das Schwarz-Weiss-Denken bezieht, nun mal schwarz ist, stieg ich in die Diskussion, wenn man es denn so nennen will, mit ein. Mich interessierte, warum du das so siehst, und so interpretierst. Ganz so, wie du das in deinem letzten Kommentar hierüber schreibst, sehe ich das nicht, dass sie Schwäche mit einer größeren Schwäche vergleicht.
22.07.2012, 20:31 von topfbluemchenIch denke aber, das liegt daran, wie man an den Kommentar herangeht. Ob man Satz für Satz für sich nimmt, oder ob man Verbindungen zwischen den Sätzen zieht, bzw. wo man diese setzt. Ich denke, da liegt auch die unterschiedliche Herangehensweise, warum wir das unterschiedlich interpretieren.
Oder auch noch, wieviel man interpretiert, bzw. wie viel man so hinnimmt, ohne einen tieferen Sinn darin zu sehen.
Ne interessante Herangehensweise, wäre da nicht dieser Satz:
Warten wir mal gespannt :)
22.07.2012, 21:56 von topfbluemchenSorry, ich habe erst jetzt die Kommentare gelesen. Nein, ich halte nicht alle Kolleginnen und Kollegen für Dummschwätzer.
05.04.2013, 00:59 von AmiraUi, ich erinnere mich noch vage an die Diskussion :) So lange ist das schon her? Wow. So hatte ich das auch verstanden. :)
05.04.2013, 09:55 von topfbluemchenDas kenne ich auch, dass man manchmal denkt, eigentlich kann ich gar nichts ... Aber ich finde es kommt immer darauf an mit wem man sich vergleicht! Ob man sich mit dem Kollegen vergleicht, der schon 20 Jahre länger den Job macht oder mit dem neuen Praktikanten ist schon ein Unterschied im Selbstwertgefühl. Man sollte einfach realistisch bleiben!
21.07.2012, 16:55 von Antonina-AntonellaIch find den Begriff "Hochstapler-Syndrom" in diesem ZUsammenhang übrigens sehr irreführend. Kommt eher gegenteilig an, wie es - so wie ich denke - in diesem Kontext gemeint ist.
21.07.2012, 11:30 von topfbluemchenharry-potter-syndrom wäre mein vorschlag.
22.07.2012, 19:08 von .Elendstouristin.Ich hab jetzt noch nicht ganz verstanden, wie es gemeint ist. Ist es so gemeint, man hat einen Erfolg, der auch berechtigt ist, also nix mit betuckt und so, und fühlt sich dennoch so, als würde der Erfolg einem nicht zustehen? Wenn ja, dann geht es mir ähnlich. Ich erwarte in solchen Momenten fast etwas Negatives, was das wieder "ausgleicht". Passt zwar nicht ganz, aber selbst beim Einkaufen in Geschäften, fühle ich mich beim Rausgehen so, als würde es gleich wie bei einem Diebstahl an der Tür piepen. Dabei käm' ich im Leben nicht mal darauf, was zu klauen. Ich hab mal versehentlich ne Zahnpastatube beim Einkauf in meinem Einkaufswagen unter meinem Rucksack gefunden, als ich schon wieder draußen war, und bin tatsächlich noch mal wieder rein, und hab gesagt, dass ich die nicht bezahlt hab und dann echt noch mal die 2,- gelatzt. :D
21.07.2012, 11:26 von topfbluemchenSame here...
21.07.2012, 11:30 von kirschgruenHm, nö...is mir gänzlich unbekannt. Und schon wieder ein Thema, bei dem ich nicht mitreden kann, was mach ich nur falsch???
20.07.2012, 15:38 von konsTanteNichts. Dann muss man sich aber auch nicht dazu äußern.
22.07.2012, 18:14 von AmiraHm, also ist man in Deinen Augen nur befähigt zu kommunizieren, wenn man sich zu befragter Gruppe zählt? Eigenartige Denkensweise!
Dieses Problem kenn ich auch.
20.07.2012, 14:45 von MutlosIn der Schule hab ich immer - wie durch ein Wunder - super Noten. Neben mir sitzt mein Banknachbar und hat das ein oder andere mal schlechtere Zensuren. Ich denk mir dann oft: "Der ist so intelligent; er versteht das wirklich!" Ich hingegen lerne für die Klausuren und hab anschließend schon wieder alles vergessen.
Irgendwann, so glaube ich zumindest, wird es sich heimzahlen alles zu vergessen..
Das triffts ganz gut, mit fehlender Anerkennung läßt sich teilweise sogar einfacher umgehen als mit Lob.
20.07.2012, 15:58 von Boahmaschinedie päda spricht da von erfolgsorientierten und misserfolgsorientierten typen. welcher typ man wird, entscheidet größtenteils die erziehung.
20.07.2012, 14:41 von Pippi NetzstrumpfIch bin 34 und es wird besser. Aber es ist viel Arbeit. Schonungslose Ehrlichkeit sich selbst gegenüber und viele andere Hürden sind dafür zu meistern. Aber du schaffst das. Ich wünsch es dir.
20.07.2012, 14:25 von kirschgruenEigentlich wirds schlimmer, je besser man wird. Eine Niederlage im Viertelfinale vergißt man, eine im Finale vergißt man nicht.
20.07.2012, 15:56 von BoahmaschineAch so, deshalb wird es bei mir weniger schlimm: ich werd einfach immer schlechter :-/
20.07.2012, 16:12 von kirschgruenWenn Grenzen deutlich werden, tut man sich leichter, sie anzuerkennen. Quälend ist immer die Möglichkeit, das Erreichbare.
20.07.2012, 16:14 von Boahmaschine
20.07.2012, 16:14 von BoahmaschineJa, das stimmt, aber könntest du das zweite noch etwas lauter sagen?
20.07.2012, 16:19 von kirschgruenWeiß nicht.
20.07.2012, 17:36 von BoahmaschineNe.. ich Versager :(
Ich bin da hin und her gerissen. Aber das macht wohl auch mein Arbeitsumfeld: Ein Chef, der mir nichts zutraut, bei dem ich mir immer wieder denke: "ach, wenn du nur wüsstest, was ich alles kann und weiß und mach und tu!" Und auf der anderen Seite ist da die Chefin, die mich täglich lobt, meine Fortschritte bemerkt und sich Zeit für mich nimmt. Bei ihr denk ich mir dann: "Merkst du nicht, dass ich bei all dem Hilfe hatte, ohne die ich das eh nicht kapiert oder geschafft hätte. Merkst du denn nicht, dass ich von nichts ne Ahnung hab und nichts weiß?!"
Is n eigenartiges Gefühl. Aber das gehört wohl zur Selbstfindung, zum erwachsen Werden und zur Weiterentwicklung dazu. Ich mach das beste daraus und halt mich an das Lob meiner Chefin, sowas tut nämlich gut :)
20.07.2012, 13:55 von execratedworldSehr gut beschrieben.
21.07.2012, 11:28 von topfbluemchenEs ist hochnotpeinlich, wenn der Chef die Fehler seiner Untergebenen über Dritte erfährt.
20.07.2012, 13:55 von frl_smillaIch habe noch nienienienienie erlebt, dass jemand mal eins auf den Deckel bekommen hat, weil er proaktiv auf einen Eigenfehler hingewiesen hat. Nichts löst ein Problem schneller, als es mit jemand mal kurz zu besprechen.
Darum gehts doch hier garnicht.
20.07.2012, 15:57 von Boahmaschine
20.07.2012, 19:21 von frl_smillaWat solls, zwei Herzen uffe Themaverfehlung gibt's auch im Baumarkt nich so schnell.