Danny0511 26.04.2012, 19:53 Uhr 31 4

Beim Joggen gestorben

Groß müssen sie sein, schlank und am liebsten dunkelhaarig. Die Dunkelhaarigen schreien lauter - so meint er es.

Schmerzhaft trifft die Faust. Sie trifft die Schläfe der Frau, die daraufhin ohnmächtig wird und so viel einfacher zu tragen ist. So macht er es immer - er schlägt sie bewusstlos und bringt sie zum Auto. Im Kofferraum liegen sie dann, doch bleiben sie dort nicht lange.


Abends, wenn es dämmert und die Jogger ihre letzten Runden drehen, lauert er und sucht sorgfältig aus. Groß müssen sie sein, schlank und am liebsten dunkelhaarig. Die Dunkelhaarigen schreien lauter - so meint er es. Ist keine Dunkelhaarige da, geht er und kommt am folgenden Tag wieder. Der Wald ist so groß, voller Bäume und Sträucher; die Wege sind weitläufig und reichen von Dorf zu Dorf. Viele joggen hier, sie kommen extra aus der Stadt, der besseren Luft wegen. Ein Strauch ist seiner; er ist der Beste - er ist groß und trägt viele Blätter. Hier dahinter lauert er immer wieder und wartet. Wartet auf seine Auserwählte, sein Opfer und das manchmal Stunden.


Ein guter Tag, ganz nach seinem Geschmack hat er heute gewählt. Sie liegt im Kofferraum und keiner hat es gesehen. Weil neben dem Strauch auch gleich eine Mauer ist, dahinter trägt er sie entlang, über das alte Fabrikgelände, zum Auto. In den Kofferraum.

 

In der Garage sieht niemand etwas - das Tor verschlossen, die Klappe geöffnet. „Komm mein Schatz“ sagt er, während er sie aus dem Kofferraum hebt. In den Keller werden sie dann getragen und dort werden sie abgelegt, auf Holzblöcken. Es sind sechs an der Zahl. Sechs Holzblöcke, sie stehen auf einen Holzplateau und haben eine feste Verbindung zu diesem. Die Lederriemen an jedem Block hat er selbst angebaut und keine hat sich bisher befreien können. Darauf werden sie dann immer gelegt, seine Opfer. Einen Riemen über die Stirn, je einen um das Handgelenk, einen pro Fußgelenk und einen über die Hüfte. Sie ist immer noch ohnmächtig, also geht er etwas essen. Das Warten im Wald, hungrig hat es ihn gemacht.

 

Leise klingt das Wimmern aus dem Keller, er lächelt und begibt sich zu ihr. Beim Öffnen der Tür, fällt Licht in den dunklen Raum. Der Lichtschalter wird betätigt, die Kamera eingeschaltet und der Aufnahmeknopf gedrückt. Er bleibt am Türrahmen stehen und betrachtet ihre panischen Blicke zu den Riemen. Er mag es, wenn sie versuchen, sich zu befreien. Wie sie dann zappeln und sich nach kurzer Zeit Tränen in ihren Augen bilden, wenn sie erkennen, dass sie hier nicht weg kommen.


Er geht zu seiner Werkbank und prüft die Materialien die er gleich benötigt. Sie jammert, fleht ihn an und schreit. Das bereitet ihm eine Gänsehaut und er liebt es wenn sie Angst haben. Er nimmt ein kleines Messer und streicht es über ihre Kehle. Immer wieder bringt er sie zum Erschrecken, er riecht ihre Angst und er liebt diesen Geruch. Mehrmals deutet er an zuzustechen. Ohne Mimik blickt er sie an und sieht, wie sie jedes Mal die Augen zusammenkneift. Er legt das Messer weg und nimmt die Schere, lässt sie mehrmals direkt vor den Augen zuschnappen.

 

Er beginnt ihre Kleidung aufzuschneiden, er nimmt ihr alles und wirft die Sachen zu den anderen. Der Klamottenhaufen ist groß, er müsste mal wieder ein Feuer machen. Nackt liegt sie da, auf den sechs Holzblöcken, befestigt mit Riemen. Stundenlang quält er sie, fügt ihr kleine Verletzungen zu. Immer neues Material nutzt er dafür. Eine Reibe über Oberschenkel gezogen, eine Nadel für kleine Stiche in die Fußsohlen und alles nur damit er befriedigt ist. Es gibt Tage an denen dauert es viele Stunden, bis das Herz des Opfers aufgegeben hat. Die Leichen geben ihm nichts. Nur Arbeit hat er damit. Die Kamera wird gestoppt.


So reißt er auch heute an dem schwarzen Griff, welche die Säge zum Laufen bringt. Eine Kette mit schier unendlichen Zähnen, bahnt sich den Weg durch ihre Oberarme, Oberschenkel und ihren Hals. Völlig emotionslos ist er dabei. Die Riemen sind nun nicht mehr erforderlich und die Reste entsorgt er. Der Keller wird wie immer sorgfältig geputzt, wie auch seine Materialien, finden sauber an ihren Platz zurück. Das Videoband beschriftet er mit dem Datum und stellt es zu den Anderen. Zufrieden ist er nun. Lange hält dieses Gefühl jedoch nie an. So lauert er bald wieder, im Wald hinter dem Strauch - dem Besten dort, groß und voller Blätter.

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31 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Wie bist du auf die Idee gekommen, eine solche Geschichte zu schreiben? 

    21.08.2012, 00:30 von redlipstick
    • 0

      In den Nachrichten kam ein ähnlicher Beitrag, darauf hin habe ich angefangen zu schreiben.

      21.08.2012, 11:22 von Danny0511
    • 0

      Interessant, ist mal was anderes. Jedenfalls irgendwie fesselnd die Story, hatte heute beim joggen doch schon einen Ansporn zum schneller laufen! 

      21.08.2012, 23:26 von redlipstick
    • 0

      :) Ist das nun positiv oder eher negativ? ;)

      22.08.2012, 12:08 von Danny0511
    • 0

      Für diesen Text definitiv positiv, für meine Figur wahrscheinlich auch.. Nur für mein Gemüt eventuell nicht. :P

      22.08.2012, 16:21 von redlipstick
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  • 0

    Oha!

    20.05.2012, 11:13 von zehnmomente
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  • 0

    Danny... was machst Du mit mir? Rein, raus, rein, raus, rein... Ist er nun zufrieden? Und nu? Mein Herz ist weg! Ich geb's nur nochmal, wenn es bleiben darf... :)

    26.04.2012, 20:49 von Mrs.McH
    • 1

      Das ist eindeutig zweideutig. Was machst du nur? :P
      Es darf bleiben, zufrieden ist er nicht aber gleichgültig, was den Text betrifft. :) Ein schönes Wochenende Mrs. !

      27.04.2012, 18:29 von Danny0511
    • 0

      Ich nehme Dich beim Wort...

      27.04.2012, 22:39 von Mrs.McH
    • 0

      "Danny... was machst Du mit mir? Rein, raus, rein, raus, rein... Ist er nun zufrieden? Und nu? Mein Herz ist weg!".

      Dein Kommentar klingt nach einem typischen NEON-Text aus der Kategorie Liebe. :)

      13.05.2012, 12:39 von forst
    • 0

      Soll ich nochmal schnell ein paar Klischeeschachtelsätzel dran hängen und es veröffentlichen?

      Aber wie kommst Du denn jetzt HIERhin?? Ich bin ohnehin auf Danny-Entzug und es ist erst ein Drittel der Zeit um... jetzt hast Du mich voll zurückgeworfen...

      13.05.2012, 12:42 von Mrs.McH
    • 0

      Ein Drittel der Zeit? Wo isser denn?

      13.05.2012, 12:45 von forst
    • 0

      ... irgendwo auf den Weltmeeren unterwegs...

      13.05.2012, 12:47 von Mrs.McH
    • 0

      Uh! Verrückt! Aber das bedeutet, wenn er wieder kommt ist er wohlinspiriert.

      13.05.2012, 12:50 von forst
    • 1

      Ich hoffe ihm klingeln jetzt die Ohren :) Und ja, Inspiration bringt er sicher mit, ich freue mich schon darauf... Seufz

      13.05.2012, 12:51 von Mrs.McH
    • 0

      Wann kommt er zurück?

      13.05.2012, 12:53 von forst
    • 0

      Vor einer Woche meinte er, er sei drei Wochen auf See... wie ich aber sehe, widerspricht sich das aber mit seinem noch 3 Tage bis... Vielleicht wollte er mich auch nur loswerden... Mmh...

      13.05.2012, 12:59 von Mrs.McH
    • 0

      Hehe. Der Schlingel.

      13.05.2012, 13:02 von forst
    • 1

      "Hehe" war jetzt aber unnötig. Ich lass mich scheiden.

      13.05.2012, 13:04 von Mrs.McH
    • 2

      Guguck :P

      28.05.2012, 12:12 von Danny0511
    • 0

      So ist's recht! Frag irgendjemand, alle werden sagen, dass ich treu gewartet habe ;-)

      28.05.2012, 14:29 von Mrs.McH
    • 1

      Hatse! I know.

      28.05.2012, 14:32 von forst
    • 0

      forst, denk dran: Ich brauche noch Deine Bankverbindung...

      28.05.2012, 14:34 von Mrs.McH
    • 0

      Ich glaub dir das auch so... mich kann man nur vermissen.

      Das tut gut :D

      28.05.2012, 18:01 von Danny0511
    • 0

      ... sagte er und dachte an die vielen gebrochenen Herzen, die er in jedem Hafen zurück gelassen hatte...

      28.05.2012, 19:00 von Mrs.McH
    • 0

      Das obige ist übrigens Bestandteil eines Textes, der hier schlummert... hört sich nach Drama, Liebeszeug und Romantik an... so war es gedacht... leider ist am Ende wieder jemand gestorben und die Rubrik Sex&Crime gibt es leider nicht...

      28.05.2012, 19:35 von Mrs.McH
    • 0

      Der Text interessiert mich trotzdem :)

      28.05.2012, 20:59 von Danny0511
    • 1

      Du weißt ja: bei mir darf keiner lunzen, solange ich nicht selbst zufrieden bin. Musst Dich also ein wenig gedulden, alles zu seiner Zeit. Wenn Du welche brauchst, Geduld, kann ich Dir was abgeben, habe noch etwas angespart, falls Du später zurückgekommen wärst :)

      28.05.2012, 22:03 von Mrs.McH
    • 0

      hihi, "lunzen".

      28.05.2012, 22:34 von forst
    • 0

      Kanntest Du das nicht?

      28.05.2012, 22:35 von Mrs.McH
    • 0

      Doch! Ich liebe es. Das hab ich auch mal ne Zeit lang an Stelle von allen anderen Verben verwendet :) 

      28.05.2012, 23:33 von forst
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