sophie_servaes 30.11.-0001, 00:00 Uhr 24 4

Angstkreis

Lähmt dich der Hang zur Perfektion?

Wir haben Schiss. Vor festen Beziehungen, vorm Kinder kriegen, vorm Festlegen. Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer nennt uns deswegen "Generation Angst", und er glaubt, dass die Entwicklung, die er seit Jahren beobachtet, uns lähmt. Wir wollen überall die besten sein, immer 100 Prozent bekommen: im Job und in der Liebe - und darauf arbeiten wir hin. Dass damit auch Enttäuschungen verbunden sind, weil wir es einfach nicht hinkriegen, in allem der Chef zu sein, können wir nur schwer ertragen, und deshalb sind wir, gerade was Liebesdinge angeht, übervorsichtig, ängstlich, geradezu paranoid. NEON Autor Tobias Zick hat über den Angstkreis des Perfektionismus mit Wolfgang Schmidbauer gesprochen, zu lesen in der aktuellen Ausgabe des NEON Magazins, das heute erscheint. Darin erfahren wir unter anderem, wie wir es schaffen können, aus diesem Angstkreis auszubrechen und unseren Erwartungen mehr Realitätsbezug zu geben.

Kennst du das? Macht dir der Perfektionierungswahn in Beziehungsdingen zu schaffen? Hast du Angst, dich zu binden - weil du immer denkst, da kommt noch einer, der besser ist? In welchen Situationen fühlst du dich blockiert?

4

Diesen Text mochten auch

24 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 0

    Dieser Artikel trifft es meiner Meinung nach. Dass es nun als Generation benannt wurde ist mir nicht schlüssig. Ich weiß nicht wie viele Menschen von diesem Symptom betroffen sind. Ich bin es leider auch. Allerdings arbeite ich seit geraumer Zeit daran. Dieser Artikel kann einen zu seinen eigenen Ursprüngen holen. Ich wusste es zwar schon vorher, aber ein guter Tip für alle anderen. ;-)

    03.10.2010, 22:02 von wind12
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Hört sich ja bei den meisten so an, als würden sie sich nicht zum "Angstkreis des Perfektionismus" zählen, was ja grundsätzlich erstmal nicht so schlecht ist!
    Ich fand auf jeden Fall das Interview extrem interessant und in vielen Kernaspekten, die von Schmidbauer angesprochen wurden, habe ich mich auf jeden Fall auch wiedergefunden.
    Klar ist dieser Begriff "Generation" immer ziemlich hochgegriffen, man könnte vielleicht eher von nem Phänomen oder Trend sprechen, aber ich glaube schon, dass Bindungsängste heute vielleicht präsenter sind als früher oder das Themen wie Heirat oder Familienplanung heutzutage viel weiter nach hinten geschoben werden, als es vielleicht früher der Fall war.
    Meine Eltern haben geheiratet als meine Mutter 21 war und das war damals (Anfang der Achtziger) jetzt nicht unbedingt untypisch!
    Das Ganze hat ja auch seine Gründe, heutzutage dauert es in vielen Berufsbranchen einfach länger, bevor man eine vergleichbar feste, angemessen bezahlte Festanstellung bekommt, ist aus diesem Gesichtspunkt auch nachvollziehbar, dass sich diese "Unsicherheit" auch in irgendeiner Weise auf die Gesellschaft übertragen muss!
    Was Schmidbauer auch in den Vordergrund stellt, ist dieses Streben nach Perfektion, was auch ein Phänomen ist, was sich in der Geschichte schon häufig wiederholt hat, aber aktueller denn je ist.
    Klar versucht jeder aus seinem Leben das Beste rauszuholen, das war schon immer so, aber meiner Meinung nach war früher schon auch ein Trend zur Bescheidenheit, die Familien hatten mehr Kinder, die Eltern haben ihre eigenen Ansprüche zugunsten der Kinder eher zurückgeschraubt. Heutzutage gibt es gefühlt (ich kann jetzt keine Studie heranziehen) mehr Familien, die ein Kind oder maximal zwei Kinder haben.
    Einen Punkt fand ich ziemlich spannend, und zwar als Schmidbauer erwähnt, dass die Konkurrenz zwischen Müttern in Hinblick auf die Entwicklung ziemlich hoch ist. Ich hab letztes Jahr nen FSJ (freiwilliges Soziales Jahr) an einer Schule absolviert und was da hinterrücks von Müttern über andere Kinder gelästert wurde oder wertend geredet wurde ist echt enorm und von außen betrachtet ziemlich unterhaltsam.
    Einen Punkt, der meiner Meinung nach ganz gut in das Thema hineinpasst, ist die Popularität von Facebook & Co..
    Weil neben dem echt positiven Aspekt, dass man mit Freunden in Kontakt bleiben kann und man sich scheinbar wirklich nicht mehr komplett aus den Augen verliert, ist es meiner Meinung nach auch ne große Plattform der Selbstvermarktung, in der man probiert, sich so gut wie möglich zu präsentieren, um dadurch der eigenen Angst der möglichen Bedeutungslosigkeit zu entgehen und Teil des Ganzen zu sein. Mag jetzt zwar für manche wieder zu pauschal klingen, aber es ist schlichtweg nicht möglich Pauschalisierungen zu entgehen, da man nicht jeden einzelnen Menschen auf der Welt kennen kann. Falls ihr euch nicht in den aus meiner Sicht "typischen" Verhaltensweisen in Sozialen Netzwerken wiederfindet, nehmts mir nicht krumm! ;-) Aber ich denke, dann seid ihr ne echte Ausnahme!
    Also, wie gesagt, fand das Interview auf jeden Fall ziemlich spannend und finde, dass Schmidbauer wirklich viele Punkte nennt, die auf unsere bzw. die von ihm genannte Generation zutrifft, oder wie auch immer man diese Zeichen der Zeit nennen will.

    30.09.2010, 11:34 von RioBarcelona
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Ich hatte unglaubliche Angst zum Zeitpunkt meiner Diplomprüfungen. Ich wollte einen 1,0er Diplom und hatte Angstträume von einer 1,1 auf dem Zeugnis.

    Fakt ist, hätte ich das Vordiplom nicht mit 1,0 bestanden, wäre ich die Sache lockerer angegangen.

    Ich dachte immer als Kind, dass sich Prüfungsangst mit der Anzahl der Klassenarbeiten / Kursarbeiten / Abiturprüfungen / Uni-Klausuren / Diplomprüfungen relativiert. ABER: Je mehr Prüfungen man durchlebt hatte, desto mehr weiss man was alles schief gehen kann: Wenn man auf Lücke lernt, wenn man den falschen Prüfer hat, zu früh oder zu spät am Tag geprüft wird.

    Fazit: Mein 1,0er Abschluss hat mir (bisher) noch nicht DEN Traumjob beschert, ich bin kein Millionär und Frauen beeindrucken klappt damit auch nur relativ. Aber es hat mir selbst die Freiheit gegeben, nach Herzenslust Reality-TV auf RTL zu schauen und Bushido zu hören, ohne mich dumm zu fühlen.

    19.09.2010, 17:34 von The_Man_Who
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Also, seitdem ich für die Mafia arbeite, ist das alles wie weggeblasen (haha!) -- da geht es ja sowieso nur ums Überleben...

    Aber gut, man ist halt schon sehr gebunden. Ich muss nochmal den Arbeitsvertrag durchlesen, vielleicht gibt es da eine Klausel, die mich flexibler agieren lässt.

    14.09.2010, 14:50 von frl_smilla
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Ich habe keinen Hand zum Perfektionismus.
    Schon gar nicht in Beziehungen. Mit dem Thema bin ich durch.
    Man gestaltet eine Beziehung zu einem anderen Menschen so wie man das für richtig hält. Wenn sich das gur anfühlt, macht man damit weiter. Wenn nicht, lässt man es bleiben.
    Aber man muss sie eben selber gestalten. Das kann man nicht deligieren.

    Und in beruflichen Dinge bin ich in letzter Zeit geneigt, den Mut zu entwickeln, die Dinge zu einem bestimmten Zeitpunkt für 'fertig' zu erklären.
    Die Erfahrung zeigt, daß nach 99% aller nicht ausgemerzten Unzulänglichkeiten dessen, was man da tut die Welt weder explodiert noch in ewige Dunkelheit fällt.
    Zumal die meisten meiner Fehler, die ich mache, meist nur mir auffallen...

    Wobei man das auch wieder mannigfalig interpretieren kann.

    14.09.2010, 08:52 von sailor
    • 0

      @sailor Au Backe... Ich bin ja schon im Deligirium...

      14.09.2010, 09:40 von sailor
    • Kommentar schreiben
  • 0

    es gibt menschen, die leben in "serieller monogamie". einer nach dem anderen wird konsumiert und dann weggelegt. na und? ist bei den meisten ne phase, die im zuge des erwachsenwerdens vorbeigeht.

    diese ewige zwanghafte nabelschau mit den grüblerischen selbstzweifeln und den damit verbundenen fragen fände ich quälend, als außenstehender (wenn meine freundin sich so verhalten würde) wäre ich extrem genervt und angeödet.

    meine antwort wäre: hör mal auf zu grübeln und mach einfach mal. man kann sich alles kaputtanalysieren.

    und um meinen vorrednern zuzustimmen. diese gernerationsscheiße ist außerordentlich nervig, habt ihr kein anderes mittel, eure identität zu finden?

    14.09.2010, 07:13 von RedSonja
    • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
    • 0

      @[Benutzer gelöscht] Lieber Lag, das war natürlich überspitzt formuliert und bezieht sich auf die Beobachtungen des Psychologen. Dass das nicht meine Meinung widerspiegelt, ist dir bestimmt allein durch meine plötzliche Namensänderung klar geworden ;)

      14.09.2010, 14:22 von sophie_servaes
  • 0

    mich lähmt eher das Gegenteil

    13.09.2010, 23:24 von unicorna
    • Kommentar schreiben
  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 0

    Ein nicht selten immanentes Problem bei Frauen: je geringer das Selbstverständnis, die Belastbarkeit und Begabung, desto stärker der Drang den Nachwuchs und Partner, statt sich selbst zu tyran… äh optimieren.

    13.09.2010, 20:43 von schauby
    • Kommentar schreiben
Seite: 1 2 3

NEON fürs Tablet: iOS und Android!

Neueste Artikel-Kommentare