eellaamarie 22.03.2018, 19:37 Uhr 2 3

Zwei Abende voll Glück

Da ist kein Netz, das mich fängt und du, du hältst mich schon lang nicht mehr.

Und jedes Mal, wenn ich beginne, mich zu öffnen, zu vertrauen, mich vielleicht sogar fallen zu lassen, schlage ich beinhart auf dem Boden auf. Da ist kein Netz, das mich fängt und du, du hältst mich schon lang nicht mehr. „Ich weiß nicht…“, sagst du leise in diesem Moment. In diesem Moment schmiege ich mich an dich, lehne mit meinem Ohr an deinem Brustkorb und frage mich, ob ich es nun endlich geschafft habe. Es geschafft habe, wieder zu vertrauen. Und in diesem Moment weiß ich, dass du weder weiter reden brauchst, noch sollst, weil du in diesem Moment alles zerstörst, was wir uns in zwei Abenden und drei Wochen Whatsapp-Geschreibe aufgebaut hatten. 


Erstmals seit Monaten hatte ich das Gefühl, dass du anders wärst. Dass man mit dir Pferde stehlen könne, man sich auf dich verlassen und dir vertrauen könne. Ich hatte erstmals wieder ein leichtes Kribbeln, wenn ich dich sah und ein Lächeln auf den Lippen, wenn ich eine Nachricht von dir bekam. Und wenn du mir dann näher kamst an unseren zwei Abenden voller Glück, dann wusste ich, ich habe noch Hoffnung, dass es noch etwas Liebe gibt. Kurz vor diesem Moment, in dem ich an dich gelehnt über meine Vertrauensbeziehung sinniere, war ich knapp davor, mich in dich zu verlieben. Denn deine Küsse ließen mich träumen, von Abenden, die wir nur zu zweit teilen würden. Von Tagen, die wir gemeinsam verbringen und Erinnerungen teilen würden. Du ließest mich träumen und mich in dem Glauben, dass auch du merkst, dass da mehr ist. Aber dabei bleibt es auch. Bei zerplatzten Träumen, falscher Hoffnung und verletztem Glauben.


Denn du weißt es nicht. Du weißt nicht, wie schwer es mir fällt, auf jemanden wirklich zuzugehen, mein Innerstes nach außen zu kehren und Eintritt in mein Herz zu erlauben. Du weißt nicht, wie das weiter gehen soll. Das mit dir, mit uns, den Träumen und dem Glauben. Denn du glaubst nicht, dass das funktionieren kann. Zwei Jahre, indem uns 5 Tage die Woche 300 km trennen. Du glaubst nicht, dass es Wege gibt, die man gemeinsam gehen kann - auch wenn man Teile davon alleine beschreitet. Also sagst du leise nach verheißungsvollen Küssen, kuschelnder Nähe und geteilten Gedanken am Ende unseres Abends: „Ich weiß nicht…“. Und nein, du brauchst nicht weiterreden, denn den Rest des Satzes kann ich mir denken.


Langsam hebe ich den Kopf von deinem Brustkorb, blicke zuerst zu tausenden Sternen über uns und dann dir in die Augen und gebe dir einen sanften Kuss. Ich sollte nach Hause gehen, denke ich und sage es auch. Du meinst, du begleitest mich noch bis zur Türe. Die letzten Meter gehen wir schweigend nebeneinander, weil wir es beide denken, aber es niemand ausspricht: Der richtige Mensch am falschen Ort zu falschen Zeit. Und dann ist es so weit. Vor meiner Haustüre gibst du mir noch einen letzten Kuss, bevor du gehst, ohne dich noch einmal umzudrehen. 

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2 Antworten

Kommentare

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    schön geschrieben

    28.03.2018, 02:02 von Besinnmich
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