mimia 17.10.2008, 17:35 Uhr 1 0

Zum Abschied

Zu spät hab ich bemerkt, wie wichtig du für mich bist...

Zu spät hab ich bemerkt, wie wichtig du für mich bist. Kurz bevor du gegangen bist, hab ich gespürt – mein Leben würde ohne dich niemals so glückerfüllt sein, wie mit dir. Als du dann tatsächlich weg warst, war nix mehr von mir da. Nur mehr die Sehnsucht, nur mehr eine unendliche Leere, die ich – egal wie ich es auch versuchte – nicht zu stillen vermochte. Ich habe mich aus Verzweiflung ins Leben gestürzt und blieb doch allein auf weiter Strecke, einsam wie nie jemals zuvor.

Ich bin immer noch durstig und lechze nach dem nächsten Schluck, aber ich habe es geschafft, trocken zu werden. Ein trockengelegter See, der darauf wartet, dass es eines Tages wieder regnet. Der auf einen Sturm hofft, mit Blitz und Donner und jeder Menge Wasser. Ich weiß, nach jeder Dürre folgt die Regenzeit. Wasser, das mich neu beleben wird, auch wenn es anders schmecken wird, als ich es in Erinnerung habe. Denn es wird nicht nach dir schmecken, es wird nicht riechen wie du, es wird meine Lippen mit seiner Berührung nicht so verzücken, wie du es getan hast.

„Du schaffst es. Schau nach vorne, sei stark.“, das hast du gesagt, als du gegangen bist – und: „Das Leben geht weiter.“ Ja, es geht weiter. Tag für Tag für Tag für Tag. Und mit jedem Tag wird mir noch mehr bewusst: „Den größten Fehler im Leben“, … den gibt es wirklich. Zumal man das vor seinem 30ten Lebensjahr überhaupt behaupten kann. Meinen Fehler mir zu verzeihen, das ist mein Ziel – dass du mir verzeihst, mein Wunsch.
Verzeih mir, was ich mit deinem Herzen angestellt habe, verzeih mir all die schlaflosen Nächte und dass ich dich ausgeschlossen habe aus meinem Leben. Verzeih mir, dass ich nicht bereit war. Verzeiht, dass ich so dumm war.

„Freunde können wir nicht bleiben, Freunde waren wir nie.“ – Darum hab ich dich aus meinem Leben gestrichen. Keine Handynummer, kein Skype, kein E-Mail, nix mehr. Auch nicht in schmerzdurchtränkten Nächten, in denen ich früher aus Verzweiflung doch wieder einen Blödsinn gemacht habe und dir irgendetwas sinnloses, peinlich Dummes geschrieben habe.

Jetzt gebe ich meine letzte greifbare Erinnerung von dir an dich ab. Weil ich weiß, dass sie bei dir gut aufgehoben ist. Weil ich weiß, dass du sie erträgst. Weil ich möchte, dass du sie nimmst. Weil ich sie nicht wegwerfen will. Weil ich sie nur löschen wollte, aus meiner Erinnerung, aus meinem Computer – aber ich wünsche mir, dass sie weiter besteht. Es sind die letzten Bilder einer wundervollen Zeit. – the end.

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Kommentare

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    ... und nun?

    17.10.2008, 17:57 von hexana
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