stella.filante. 30.11.-0001, 00:00 Uhr 4 4

Zu viele Gedanken zerstören die Liebe.

Deine Worte rasseln auf mich ein. Dir ist gerade alles zu viel, sagst du. Der Job. Eine Beziehung. Du hast Angst.

Du hast dir in den vergangenen zwei Tagen über so vieles den Kopf zerbrochen, sagst du, und setzt dich langsam auf mein Bett. Die Worte, die folgen, würde ich so gerne vergessen. Löschen. Aus meinem Kopf verbannen. Stattdessen spielen sie sich immer wieder auf’s Neue ab. So, als ob ich ständig auf eine Repeat-Taste drücken würde. Ununterbrochen. Ohne Pause. Und noch immer ergeben sie keinen Sinn.

Du warst derjenige, der nach so langer Zeit endlich wieder Ordnung in mein Leben gebracht hat. Ich war endlich wieder ich. Erneut angekommen im Leben. Glücklich.
Aber genauso schnell und unverhofft wie du in mein Leben getreten bist, hast du es auch wieder verlassen. Zurückgelassen hast du nur ein gebrochenes Herz, ein riesengroßes Fragezeichen und jede Menge Chaos in meinem Kopf.

Mit dir war alles unbeschwert und unkompliziert. Bei dir konnte ich so sein, wie ich bin. Ohne mich in irgendeiner Weise zu verstellen. Ich habe gerne Zeit mit dir verbracht. Du warst meistens albern, wie ein kleines Kind - aber im richtigen Moment auch wieder ernst. Wenn du in meiner Nähe warst, konnte ich alles um mich herum vergessen. Nur alleine deine Anwesenheit hat mich runtergebracht, wenn ich mal wieder einen schlechten Tag hinter mir hatte. Du hast deine Ruhe und Ausgeglichenheit jedes Mal so sehr auf mich übertragen, bis ich letztendlich friedlich in deinen Armen eingeschlafen bin. Ich habe immer wieder erneut bewundert, wie locker und ruhig du bleiben kannst, wenn ich von irgendetwas völlig genervt war. Du hättest in diesen Momenten einfach nichts Besseres tun können. Dafür habe ich dich so sehr geschätzt. Du hattest so eine liebevolle und ehrliche Art an dir.

Und jetzt stellst du gerade meine Welt, in der nach so langer Zeit endlich wieder Ordnung herrschte, komplett auf den Kopf. Aus unerklärlichen Gründen.  

Deine Worte rasseln auf mich ein. Dir ist gerade alles zu viel, sagst du. Der Job. Eine Beziehung. Du hast Angst. Angst, dass du es nicht auf die Reihe kriegst. Du möchtest in deinem Job alles geben. 100%. Am liebsten noch mehr. Und auch mir möchtest du so gerne alles Recht machen. Aber man kann ganz einfach nicht perfekt sein. Niemand kann perfekt sein. Und auch ich habe das nie in irgendeiner Weise von dir verlangt.
Ich habe dir nie übel genommen, wenn du völlig erschöpft und müde von der Arbeit kamst und neben mir eingeschlafen bist. Wenn ich dir Dinge erzählt habe, die du im nächsten Moment vielleicht schon wieder vergessen hast, weil du im Job einfach so viel um die Ohren hast. Du bist öfters unterwegs, Geschäftsreise hier, Termine da. Ich habe Verständnis für deinen Job, denn ich möchte die Letzte sein, die dir im Wege steht. Die Zweifel liegen ganz alleine bei dir. Du möchtest immer für mich da sein und auch in der Beziehung alles richtig machen. Hast Angst, dass du mir nicht gerecht werden kannst.
Du kämpfst mit dir selbst. Herz gegen Verstand. Das Übliche. „Hör doch einfach mal auf zu denken…Kopf aus, Herz an!“, sage ich zu dir, doch deine Worte und Gedanken überschlagen sich. Du denkst so viel, dass du dabei völlig vergisst zu leben und alles zwischen uns kaputt machst. Du glaubst, dass es besser sei, den Schlussstrich zu ziehen. Jetzt. Bevor es irgendwann zu spät ist. Die Zeit, die wir zusammen hatten, war so wunderschön. Auch das betonst du immer wieder. Du hast mich so wahnsinnig gerne, sagst du. Wie du uns dann so einfach aufgeben kannst, kann ich einfach nicht verstehen. Du hast aufgegeben, was gerade erst angefangen hat. Zu viele Gedanken zerstören die Liebe. Denn die meisten Fehler im Leben macht man, wenn man zu viel denkt, wo man eigentlich fühlen sollte.

Du schaust mich an und wartest. Darauf, dass ich etwas sage. Irgendwas.
Es ist still im Zimmer. So still, dass man beinahe hören kann, wie mein Herz langsam auseinander bricht. Vollkommen fassungslos starre ich vor mich hin. Ich versuche all die Worte in meinem Kopf zu ordnen - doch wie ich sie auch drehe und wende, es ergibt ganz einfach keinen Sinn.
Für mich gibt es nichts mehr zu sagen. Noch bin ich völlig gefasst. Beiße mir auf die Lippen, um die Tränen zurückzuhalten. Ich bitte dich zu gehen. Du küsst mich ganz sanft ein letztes Mal auf die Stirn, sagst, dass es dir unendlich Leid tut.

Du stehst auf, gehst zur Tür und machst sie leise hinter dir zu.
Und erst in diesem Moment wird mir richtig bewusst, dass du sie nie wieder reinkommen wirst.

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4 Antworten

Kommentare

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  • 0

    WOW - ich kann dir gar nicht sagen, wie mich der Text berührt - du beschreibst exalkt das, was ich leider vor kurzem genauso erleben musste! Ganz genau so!

    10.11.2012, 13:29 von Lila311
    • 0

      Freut mich, dass dir der Text gefallen hat - vielen Dank! :)

      10.11.2012, 13:49 von stella.filante.
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 0

    ja, so ist es mit den gedanken. großer mist.

    22.04.2012, 17:20 von zucker_maedchen
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