FrankNihil 15.01.2015, 20:28 Uhr 0 2

Zirkus

„Warum bist du immer so müde, abends?“ Vielleicht, weil ich seit 20 Jahren unter der Woche jeden Morgen um 6.30Uhr aufstehe?

 

Mit 16, stellte ich mir das Leben um die 30 geregelt, sicher und Komfortabel vor. Mit 25 ahnte ich, dass es vielleicht anders kommen könnte, aber halb so schlimm, dachte ich. Jetzt mit 34, hoffe ich nur noch auf Ruhe und Besserung und, dass der Scherbenhaufen der entsteht, schnell wegzukehren ist.

So hangelt man sich von einem Trümmerfeld zum nächsten.

Nebenbei fällt es einem immer schwerer sich in den 16jährigen Trottel hineinzuversetzen und was ihn bewegt hatte, damals als noch alles vor ihm Lag. Die Zeit nutzen, stand ganz oben auf der Agenda und ich denke ich habe sie genutzt, so gut ich eben konnte, aber was hat es mir genutzt? Außer zurückzublicken und festzustellen, dass die Zeit rum ist?

Und du mein Fräulein, lässt deinen Frust an mir aus, weil ich trotz allem noch Spaß habe, ich über die Misere Lachen kann, und irgendwie immer meine Mittel und Wege finde, im Labyrinth die Wände zu tapezieren.

 

„Im Kühlschrank ist kein Käse, kein Gemüse und sowieso nicht das drin, was ich gerne hätte!“ und „Warum gehst du schon wieder alleine aus zum trinken?“.

„Nun, wir haben einen ganz normalen Kühlschrank, keinen Zauberkühlschrank. Man muss die Dinge die man möchte, selber rein legen und außerdem ist es mir völlig egal, wenn ich allein am Tresen sitze. Manchmal ist es einfach so.“

„Und warum kannst du deinen, eintönigen, langweiligen und völlig stupiden Job immer noch ertragen?“

„Wer sagt, dass ich das kann? Ich mache einfach nur das Beste daraus, und wer weiß, eventuell geht es mir wo anders nicht so gut dabei. Entschuldige, dass ich in der Manege des Lebens, zwischen hungrigen Tigern, ab und an, selbst durch den Feuerring springe, nur damit die nicht merken, dass ich keiner von ihnen bin.“

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