Zeitweise.
Kurzweilig waren die Stunden mit ihm. Wir sahen uns nur zeitweise.
Fast schon schüchtern blickt er zu mir auf, und streicht sich durchs Haar. Ich reiche ihm ein Bier und muss plötzlich lächeln. Er hat sich kaum verändert über die Monate die wir uns nicht sahen. Älter ist er geworden und seine Koteletten färben sich grau, langsam, wie Blätter im Spätsommer.
Er angelt eine Zigarette aus dem Päckchen auf dem Nachttisch, steckt sie an und reicht sie mir, während ich mich wieder neben ihn lege. Schweigend betrachte ich seinen nackten Körper neben mir und bemerke wie schön ich ihn finde.
Er seufzt und legt seinen Arm um mich. Es bedarf keiner Worte um zu wissen was er gerade denkt. Es ist zu kompliziert um ihn herum, als dass er sich auf die Leichtigkeit einlassen kann mit der ich mein Leben lebe. Ich bin zu jung, er riskiert zu viel.
Er beugt sich über mich um die Zigarette auszudrücken während ich seinen Hals küsse. Er lächelt mich an und fragt ob ich weiss wie schön ich bin. Ich kann nicht gut mit Komplimenten solcher Art umgehen und ziehe es vor zu schweigen. Wir sehen uns an und es ist klar, dass die Welt sich innerhalb der nächsten Sekunden weiterdrehen wird.
Es ist dieser magische Moment, der irgendwo zwischen dem Wunsch die Nacht zu verbringen und den Verpflichtungen zu Hause angesiedelt ist. Und immer wieder gibt er nach.
Lässig steht er auf und wirkt verunsichert, so hüllenlos vor mir zu stehen. Er kehrt mir den Rücken zu während er sich langsam und fast widerwillig anzieht.
Ich werde ihn nicht davon abhalten- eine stille Abmachung mit mir selbst. Er muss sich nicht entscheiden, nicht für mich.
Ich streife mein Nachthemd über und stelle mich auf die Zehenspitzen um seine Stirn zu küssen. Er schaut mich an und flüstert leise Abschiedsworte.
Er küsst mich zum Abschied, dreht sich langsam um und geht zur Tür. Ich stehe im Türrahmen und sehe ihm nach.
Es war schön mit ihm, aber unsere Zeit ist wohl vorbei.





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