Zauberwelten.
>Ich war dabei, du warst dabei. Wir waren dabei uns zu verlieren
Und das vielleicht von Beginn an. Wir begannen damit, uns ineinander zu verlieren. Wir verloren uns miteinander und selbst die ganze Welt um uns herum verlor sich. Und dann verloren wir uns, einfach so.
Wir. Das war ein Märchen. Ich war die zu Rettende. Und du der edle Retter.
Ich verlor mich in dieser zauberhaften Welt, die dich umgab. In deine Augen, in dein Lachen, in deine Art, mir all die schönen Dinge vorzubeten, die ich schon immer gewollt hatte, nach denen ich mich immer verzehrt hatte. Du hast es sehr gut verstanden mich zu verzaubern, mir komplett den Kopf zu verdrehen, mich von aller Vernunft abzubringen. Und ich habe dir geglaubt. Ich habe dir jedes einzelne, verdammte Wort geglaubt. Ich habe tatsächlich geglaubt du würdest dieser eine Retter sein. Du. Du hast es immer beteuert. Ich habe dir alles geschenkt und alles gegeben. Du hast so lang darum gekämpft, harte Gefechte mit mir ausgestanden, hast all deine Kraft und all deine Zeit investiert. Du warst dir deines Sieges so sicher. Und jetzt wirfst du den hart erkämpften Preis einfach weg – uns.
Du bist nichts weiter als ein einfaches Märchen, ein Traum. Verloren.
Und ich weiß, dass du dennoch viel mehr als das bist. Nämlich mein Märchen und mein Traum. Aber trotzdem verloren.
Ich habe mich gerade wieder gefunden aus der Verlorenheit.
Denn du hast mich erfolgreich aus deiner Welt gestoßen. Doch ich sehe nur eine leere Hülle vor mir, leer und ausgebrannt. Gelockt hast du mich mit all den schönen Versprechungen, mit all den schönen Worten und all den zauberhaften Taten. Du hast alles auf dich genommen um mich zu bekommen – und jetzt scheinst du völlig überfordert. Stößt mich unsanft weg. Du bist nichts weiter als eine einfache Illusion. Deine Worte, nichts als Schein. Oh, wie gern würde ich dich hassen, viel zu gern.
Nur, der springende Punkt ist einfach, du hast mich dauerhaft verzaubert, abhängig gemacht. Ich wollte nie mehr wieder abhängig sein. Du hast es tatsächlich wieder geschafft. Ich liebe einfach alles an dir. All das Gute und all das Schlechte. All die Ecken und all die Kanten. All die Launen und all das Komplizierte. Deine Art, dein Tun, dein Sein. Du bist der große, wahr gewordene Traum. Und du bist auch derjenige, der ihn so herzlos zerstört hat.
Ich liebte und liebe es dich zu berühren, neben dir einzuschlafen, dir alles Mitgebrachte aus meiner Welt zu zeigen, dich zu küssen, mit dir zu lieben, mit dir zu leiden, mit dir eins zu sein. Du hast mir alles gezeigt, was ich immer wollte, hast mir alles gegeben. Und als wolltest du mir zeigen, dass alles vergänglich ist, hast du mir auch alles wieder genommen. Selbst das Mitgebrachte aus meiner Welt.
Ich bin verzweifelt auf der Suche nach einem Weg, der zurück zu dir führt. Aber du hast dich so versteckt, hast den Weg zu dir so verbaut. Ich komme einfach nicht mehr an bei dir. Ich kann mich nicht einmal mehr zurückholen aus deiner Welt. Du hast mich noch immer und du das weißt du ganz genau. Oh, wie gern würde ich dich dafür hassen.
Du hast mir alles gegeben und alles wieder ganz schnell genommen. Ich hoffe, du kommst noch ein einziges Mal aus deinem Versteck und holst die Erinnerungen aus meinem Kopf ab, die ganzen Gefühle aus meinem Herz und den ganzen Schmerz aus meiner Brust. Vielleicht kannst du mir dann auch mein Ich zurückgeben, das bräuchte ich nämlich, um wieder in meiner Welt zurechtzukommen. Denn du willst einfach nicht mehr mein Retter sein.
Ich fühle mich leer und ausgebrannt. Die Hülle, die ich sein soll, füllt sich einfach nicht mehr mit mir auf. Ich bin verloren. Und du hältst es nicht für nötig, mir einfach mich selbst wiederzugeben. Ich möchte das Tor zu dir finden, daran hämmern, dich anschreien, dir meinen ganzen Hass, meine ganze Enttäuschung, meinen ganzen Schmerz entgegen werfen. Ich möchte, dass du genauso leiden musst wie ich. Ich will, dass du zu mir zurückkehrst und deinen Fehler einsiehst.
Aber weißt du, trotz all der Verzweiflung, weiß ich ganz genau, dass du niemals zurückkehren wirst. Dass du deine Entscheidung nie bereuen und nie ändern wirst. Ich weiß, dass du deinen Zauber aufrechterhalten wirst und ich weiß auch, dass du mich nicht hassen und nicht lieben wirst. Du wirst für immer verschwunden sein, unerreichbar für mich wie nie zuvor.
Ich hasse dich.
Das würde ich zumindest gern.
Die Wahrheit ist: dein Zauber wirkt. Ich liebe dich.
Aber wir, wir sind schon lang verloren gewesen in deiner Welt.





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