Shosholoza 11.04.2012, 15:11 Uhr 1 3

Your feet will bring you to where your heart is.

Manchmal beginnt etwas ohne das man es erwartet hätte. Plötztlich. Unerwartet. Mit dir hat es auch so angefangen.

Ein Ort so weit weg, dass ich endlich allein sein konnte. Nur ich und meine Gedanken. Der erste Sonnenstrahl auf meiner Haut und die erste Umarmung dieser unbekannten, wunderschönen Stadt, die mich vom ersten Augenblick an fesselte. Bereits am ersten Tag schenkte sie mir Begegnungen mit Menschen, die mein Leben bereichern sollten. Ganz am Rande dieser Menschen warst auch du. Ich habe dich wahrgenommen, mehr nicht. Irgendwann waren wir alle gemeinsam in diesem Club. Dort erst habe ich deinen Namen erfahren und die ersten Worte mit dir gesprochen. Großes Interesse schenkte ich diesem Moment trotzdem nicht. Auch nicht dem Moment, als ich dich das erste mal küsste. Wir waren eben feiern, haben getrunken und eins kam zum anderen.Wollte die Schönheit dieser Stadt und das unglaubliche Leben dort nicht mit Gedanken an Jungs verschwenden. Damit habe ich mir schließlich schon zu viele Augenblicke zerstört. Du musst genauso gedacht haben, denn die Tage danach war alles so wie vorher. Ja, wir kennen uns ein wenig, du bist halt immer in der Gruppe dabei, aber mehr muss ich von dir eigentlich auch nicht wissen. So waren wohl unsere Gedanken. Fand dich sowieso nicht wirklich anziehend oder lustig. Fand.
Einer dieser Abende an denen wir wieder alle zusammen Essen gehen wollen. Ich gehe zu unserem üblichen Treffpunkt und sehe dort nur dich. Auch eine halbe Stunde später sind es nur wir beide. Du schlägst vor einfach zu fahren, es käme ja doch niemand mehr. Der Gedanke gefiel mir eigentlich gar nicht, aber irgendwas essen musste ich wohl.
Über den Tisch hinweg schaue ich dich das erste mal richtig an seitdem ich dich kenne. Du willst die Stille füllen und fängst an zu erzählen. Unglaublich viel. Ich höre einfach nur zu. Ich kann nicht anders und beobachte deine Mimik und Gestik. Mir fallen die kleinen Falten an deinen Augen auf, während du zwischen den Worten lächelst. Und dann deine Augen. Vorher waren sie einfach blau, aber jetzt lachen sie frech. Ich ertappe mich dabei, dass ich jedes Wort von dir verschlinge. Du redest nicht einfach über das übliche blabla. Deine Geschichten sind spannend. Dein Leben ist spannend. Du bist spannend. Ich bewundere den Grund für welchen du hier, ans andere Ende der Welt, gereist bist. Wie konnte ich dir vorher keine Aufmerksamkeit schenken? Wir bemerken, dass sich die Bar leert und schauen das erste Mal auf die Uhr. 8 Stunden sitzen wir schon hier und es war nicht eine Sekunde langweilig. Plötzlich fällt mir auf: Ich finde dich sehr anziehend und unglaublich witzig.
Wir bestellen uns ein Taxi und ich bereue es den Moment, in dem ich dich küsste, einfach vergessen zu haben. Wie gern würde ich nun wissen wie es sich anfühlt dich zu küssen. Und dann spürte ich deine Lippen kurz auf meinen. Viel zu kurz. Das Taxi hält vor meinem Haus und wir steigen aus. Ich denke immer noch an diesen ganz kleinen kurzen Augenblick als du dich wieder näherst. Dieser Kuss schmeckt nach Wärme, der Sonne hier und Freiheit. Ich weiß nicht wie lange wir so vor meiner Tür standen.
Wir standen noch öfter so an meiner Tür. Du warst so ehrlich und echt wie es sonst noch niemand war. Vielleicht wollte das Schicksal, dass ich dich in dieser wundervollen Stadt kennen lerne und nicht in Deutschland.
Ein Stück meines Herzens wird nun immer dort sein. Du hast dazu nicht wenig beigetragen. Ich weiß, dass ich dich bald wieder sehe. Aber ich weiß auch, dass ich genauso plötzlich in dein Leben getreten bin wie du in meins. Unerwartet. Manche Menschen können damit umgehen, andere hingegen entscheiden sich für das, was einfach ist. Für das, was man erwarten kann.

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Kommentare

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    Meine Lieblingsstelle:
    "Ich ertappe mich dabei, dass ich jedes Wort von dir verschlinge."
    Ich hoffe das lyrische Ich entscheidet sich für das Unerwartete (;

    11.04.2012, 21:28 von Mutlos
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