olunia 17.04.2010, 00:41 Uhr 2 3

Wunder.

Kleine Wunder, oder welche die es gern wären. Ich versuche mir einzureden, dass es mutig war mich mit dir zu treffen.

Kleine Wunder, oder welche die es gern wären.

Ich versuche mir einzureden, dass es mutig war mich mit dir zu treffen.
Wir wollten kochen und nen Film schauen, alles ganz harmlos.
Nun stand ich also am Bahnhof und wartete auf dich, hatte gehofft ganz cool zu bleiben, aber du lässt auf dich warten und ich bin aufgeregt.
Ich rauche eine Zigarette und dann eine zweite.
Und dann kommst du um die Ecke, siehst gut aus wie immer, eine Mischung aus lässig und dir. Du hast einen Parka an, den kannte ich noch nicht an dir, er steht dir, wie fast alles.
Wie umarmen uns zur Begrüßung, eine kurze aber feste Umarmung, du riechst gut und meine Gedanken schweifen ab.
Dann machen wir uns auf den Weg zum Supermarkt, es regnet, wir sprechen etwas verlegen über das Wetter, ich zupfe an meiner Mütze rum und achte darauf, dass ich nicht in eine Pfütze trete.
Im Supermarkt laufen wir von Regal zu Regal, obwohl wir vielleicht eigentlich wissen wo wir das meiste finden, du sagst, du kaufst hier sonst nicht ein und ich, ich bin überfordert mit der Situation, erinnere mich an den Einkauf in diesem Supermarkt als wir vor langer Zeit alles für ein Picknick zusammengesucht haben.
An der Kasse zahlen wir getrennt, du die Sachen für das Kartoffelgratin und ich die Sachen für den Obstsalat, eine Banane, ich mag keine Bananen, sonst 2 Nektarinen und 2 Kiwis, Äpfel habt ihr da hast du gesagt.
Wir machen uns auf den Weg zu dir und ich fühle mich etwas unbeholfen, gebe mir aber größte Mühe eine Freundschaft zu spielen, es klappt zu meiner Verwunderung ganz gut.

Nach all dem Stress müssen wir erstmal eine rauchen bei dir und wir trinken Schwip Schwap zusammen, du trinkst keinen Alkohol mehr seitdem dir dein Führerschein wegen Alkohol am Steuer abgenommen wurde.
Wir haben einen ganzen Abend und eine ganze Nacht und wir werden nur Schwip Schwap trinken, ich bekomme etwas Angst, kann ich meine Fassade wahren indem ich Schwip Schwap mit dir trinke.

Wir kochen zusammen, du schälst Kartoffeln und ich rühre eine komische Sahne Mischung an die über die Kartoffeln muss, ich schneide die Kartoffeln in kleine Scheiben und habe etwas Angst vor dem scharfen Messer, du sagst du hast Angst um meine kleinen Finger.
Du berührst mich zufällig oder gewollt, du streifst mich, du klopfst mir auf die Schulter und ich versuche die Maske der Freundschaft zu wahren.
Den Obstsalat bekommen wir dann auch hin.
Kartoffelgratin wird nicht zu unserem Lieblingsgericht, die Kartoffeln sind noch etwas hart, wir lachen über uns und unsere nicht vorhandenen Kochkünste und verputzen die Pilze und den Käse und freuen uns dann über den Obstsalat.

Die Stimmung ist komischerweise entspannt, wir lachen viel, wir machen uns einen Spaß daraus über deine Exfreundin zu lachen, sie tut dir leid, und ich, ich tu mir leid.
Wir reden stundenlang über alles, über die Zukunft, über mein Studium, über deinen Job, über unsere Freunde, über Freundschaften die keine mehr sind, über Menschen die sich verändern.
Uns und unsere Zeit erwähnen wir mit keinem Wort.

Irgendwann beschließen wir den Film zu gucken, du fragst mich ob du rausgehen sollst während ich meine Schlafsachen anziehe, ich muss grinsen und sage „du bist ja süß“ und denke daran wie oft du mich schon nackt gesehen hast, du verlässt dein Zimmer und ich ziehe mich um und lege mich in dein Bett. Die gute alte Spongebob Bettwäsche, sie riecht frisch gewaschen und ich hoffe, dass sie extra wegen mir in deinem Bett ist, weil du weißt wie sehr ich sie mag.
Du klopfst an deine Zimmertür uns kommst rein, ziehst deine Sachen aus und legst dich neben mich.
Der Film läuft, die ersten 10 Minuten liegst du einfach nur neben mir.
Irgendwann legst du deinen Kopf auf meine Schulter und es fühlt sich gut an, dann legst du deine Arme um meine Hüfte, wie früher.
Du sagst, dass du es magst mich zu umarmen und ich sage „psst, der Film“.
Irgendwann küssen wir uns und ich werde das Gefühl nicht los, dass du mich so noch nie geküsst hast, so anders, so wunderbar, deine Hände umschließen mein Gesicht und ich bin glücklich.
Es ist wie früher, du sagst mir, dass du dich freust, dass ich da bin und dass du mich lieb hast.
Wir schauen den Film und knutschen eigentlich fast die ganze Zeit nur.
Nach dem Film bist du hellwach und fragst was wir jetzt noch machen, ich will nur neben dir liegen und sage nichts, wir schauen noch einen Film.
Nach dem zweiten Film reden wir noch, ich weiß nicht wie lange, lange.
Am nächsten Morgen werde ich von einem Kuss auf meiner Schulter wach, du schaust mich an und ich würde dir gern so viel sagen.
Wir liegen noch eine ganze Weile einfach so da und du küsst mich, ständig meine Stirn und meine Schulter, ich gebe dir einen entschlossenen Kuss auf die Stirn, danach schweigen wir lange.

Du stehst auf um uns Cornflakes zu holen, auf einem kleinen Tablett, mit zwei Schalen und Schokoflakes, früher nannten wir uns immer Schokikinder.

Nach dem Frühstück hören wir Musik und lachen wieder viel, irgendwann ziehe ich mich an und diesmal gehst du nicht raus.
Ich lege mich mit Kleidung in dein Bett, mein Zug kommt erst in einer Stunde, mittlerweile ist es 16 Uhr geworden und du willst duschen, aber dann legst du dich zu mir, du legst deinen Kopf auf meine Schulter und umarmst mich ganz dolle und dann schweigen wir gute 20 Minuten, keiner sagt etwas, ich möchte für immer so mit dir liegen bleiben, schweigend, mit deinem Kopf an meiner Schulter.

Irgendwann gehst du dann doch duschen, du siehst so gut aus nach dem Duschen.
Deine Mutter fährt mich zum Bahnhof , denn du darfst ja nicht mehr fahren, du sitzt auf dem Beifahrersitz, ich bin spät dran, keine Zeit für einen richtigen Abschied. Du sagst „Aleks, wir schreiben“ und ich antworte „ja, wir schreiben“.

Im Zug sitze ich da und höre Musik und weine ein bisschen.

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2 Antworten

Kommentare

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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
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    Eine Klischee-geschichte, aber toll erzählt. Stark und traurig. Aber mir. als unbeteiligtem Leser fehlt ein Hinweis: Warum geht es nicht mehr, wenn ihr doch beide offenbar so viel füreinander fühlt?

    22.04.2010, 11:00 von Plutarch
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