Sun.rise 30.11.-0001, 00:00 Uhr 18 20

With(out) you?

Es war eine kalte November Nacht als wir uns das erste mal sahen.

Du mit deinem wundervollen Haar, den kristallblauen Augen und diesem Blick der verzaubern konnte...
Ich dagegen sah mit meinen von der Arbeit zerschlissenen Blue Jeans nicht gerade vorteilshaft aus. Wir standen beide an der abgelegenen Bushaltestelle. Der kalte Wind fegte uns ins Gesicht. Wir schauten uns sekundenweise mit nervösen, schüchternen blicken an. Bevor du anfingst mich nach einer Zigarette zu fragen kam ich dir zuvor, um dich anzusprechen. Ich wusste sofort, die Chemie stimmte…

Wir verabredeten uns auf einen Drink in der Innenstadt. Es ist unüblich aber ich konnte nachdem ich deine Nummer bekam, es kaum aushalten dich anzurufen. Die Drinks waren hart aber gut. Nachdem wir noch eine Runde durch die Altstadt liefen, fragtest du mich ob bei mir noch was ansteht jetzt. Wir fuhren zu mir und ich hab es dir zwar nie gesagt, aber ab dieser Nacht hab ich dich geliebt. Wir hatten eine wunderschöne Nacht und frühstückten am nächsten Morgen zusammen. Wir duschten noch zusammen & danach verschwandest du.

Es war die nächsten 4 Treffen wie Dejà Vu‘s für mich. Wir hatten tolle Stunden zusammen, ich machte mir Hoffnungen auf mehr. Verschwieg es dir aber. Ich konnte nur noch an dich denken, pendelte zwischen Sehnsucht und Glücklichsein.

Du wurdest mit jedem Treffen, mit jeder Nacht die du mit mir schliefst mehr und mehr zurückweisender, einsamer. Ich sah es in deinen Augen das es dir nicht mehr gefiel mit mir zu schlafen, überhaupt bei mir zu sein. Du sagtest immer mehr Dates mit mir ab. Dann kam es so, das ich dir endlich sagen wollte, was ich für dich empfand. Ich fuhr zu dir, doch es machte mir niemand auf. Als ich daheim ankam sah ich, das jemand mir einen Brief an die Tür geklebt hat. Dieser jemand warst du. Du schriebst mir darin deine Verzweiflung. Das es dich zerreißt mich zu sehen. Du es nicht mehr vor mir verheimlichen kannst. Du sagtest mir mit zittriger Handschrift das du einem halben Jahr vor unserer Begegnung zu Sex gezwungen wurdest. Das hast du nie überwunden. Der Brief endete damit das du nie wieder zurückkommst.
Nur ein Satz, der auch mein Leben für immer verändern würde stand noch da.
Du warst seit dem halben Jahr HIV positiv...

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18 Antworten

Kommentare

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  • 1

    Der letzte Satz - und plötzlich hatte ich Gänsehaut am ganzen Körper. Wirklich ein krasses Ende und ein Text mit einer unglaublich guten Dynamik. Ich finde es gelungen.

    27.10.2013, 19:46 von aaanniika
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  • 1

    guter text.
    guter gedanke.
    aber ich finde der letzte abschnitt enthält teilweise merkürdige formulierungen.

    24.01.2012, 18:04 von wir_sommer_wiese
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  • 0

    Wunderbar traurig-schön. In deinem Fall ist es fiktiv, doch man sollte wohl darüber nachdenken, wie oft sowas brutale Realität ist :)

    12.07.2009, 02:03 von Licht.Blick
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  • 0

    kurz aber heftig, vor allem natürlich das ende.
    stimmt sehr nachdenklich...

    19.05.2008, 14:26 von MaryK
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    Denkt wirklich zum nachdenken an...

    10.05.2008, 19:49 von x.damn.verwirrt
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  • 0

    toll geschrieben.

    das ende ist unerwartet gekommen und hat mich zum nachdenken angeregt.

    danke

    01.05.2008, 19:00 von GreenEyedMonster
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  • 0

    ...
    f u c k.
    aber schön geschrieben. das ende schockt wirklich.

    22.04.2008, 22:24 von miralii
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  • 0

    es ist fiktiv keine sorge :)

    14.04.2008, 18:20 von Sun.rise
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