Matze.Matratze 08.11.2011, 15:18 Uhr 41 57

Wir sind auf der Suche

Ich bin auf der Suche. Suchen ist keine leichte Sache. Danach zu suchen ist die einzig wirkliche Suche.

Ich bin auf der Suche. Suchen ist keine leichte Sache. Ich suche immer noch, Sekunde für Sekunde, Tag für Tag, Jahr für Jahr. Danach zu suchen ist die einzig wirkliche Suche. Die Suche, auf die sich ein jeder in seinem Leben begibt. Ob freiwillig oder unfreiwillig, jeder Mensch tut es.

Nun suche ich seit schon 19 Jahren danach, jedoch ohne Erfolg. Immer wieder ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass ich doch endlich fündig geworden bin.

Ein zwei Wochen andauerndes, euphorisches Gefühl des vermeintlichen Erfolgs. Doch immer, immer wieder, werde ich enttäuscht. Enttäuscht, da die Suche weitergeht. Suchen haben positive und negative Seiten. Diese Suche ist die Positivste, aber wohl auch die Negativste. Sie beinhaltet schwierige Hürden und scheinbar unüberwindbare Hindernisse. Sie bringt uns zur Verzweiflung, manche von uns sogar zum Suizid.

Die Suche hat etwas mit Glück zu tun. Einerseits das Glück, das es bedarf, um zu finden. Andererseits  das Glück, das man beim Finden verspürt. Die Suche spaltet die Menschheit. Doch alle suchen danach. Und manche haben gefunden – vielleicht. Denn auch die Frage nach der Existenz stellt sich immer und immer wieder. Suche ich nach etwas, das gar nicht existiert? Sind all diese Phrasen und Zitate völlig unzutreffend?

Aber um was dreht sich das Leben sonst? Warum gibt es so viele verschiedene Menschen, die alle danach suchen? Ausnahmslos jeder lässt sich auf die Suche ein, obwohl sie ein Leben lang doch nur Probleme macht. Probleme, die von nichts anderem übertroffen werden können. Aber sie beinhaltet auch schöne Gefühle, die von nichts anderem übertroffen werden können. Und das, das hält sich die Menschheit immer wieder vor. Irgendwann, irgendwann werde ich fündig. Das denke ich mir jetzt gerade. Und verschiebe den Gedanken im nächsten Moment auch schon wieder. Ich bin verwirrt, hilflos, glücklich, traurig, euphorisch, wütend, kaltherzig und auch nett. Und diese Gefühle werden im Laufe der Suche immer und immer wieder durcheinandergeworfen. Ob man nun will oder nicht.

Ich will, ich will nicht. Ich bin auf der Suche, ich habe die Suche aufgegeben. Viele erzählen, sie hätten schon gefunden. Doch das kann ich nicht glauben. Ich will es nicht glauben.

Doch wo ist sie nun, die Liebe?

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41 Antworten

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    Ich mag den Text. Mag, dass du von einem Gedanken zum nächsten springst und so der Schreibstil die angesprochene Verwirrtheit von Gefühlen wiederspiegelt.
    Inspiriert wirklich dazu, weiterzudenken.

    03.03.2014, 22:46 von reachthebeach
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    ist mir ein wenig unangenehm, aber auch das gefällt mir sehr. super gut!!!! :D

    03.03.2014, 22:22 von elefantastisch
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    Folge dem weissen Kaninchen.
    Die Nummer mit dem Blick in den Spiegel könnte aber sportlich werden, also schnall Dich an, Dorothy...

    16.02.2014, 23:22 von Lagback
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    Ich suche oft meine Sonnenbrille. Manchmal sitzt sie auf meinem Kopf, andere Male finde ich sie im Gewürzschrank wieder. Ich könnte sie nicht beschreiben, aber ich erkenne sie, wenn ich sie sehe...

    16.02.2014, 22:30 von Mrs.McH
    • 1

      Sie verdunkelt Deine Sicht.
      Sie umklammert Deinen Kopf.
      Sie versteckt Deine Augen.

      Aber dennoch suchst Du sie immmer wieder...

      16.02.2014, 23:26 von Lagback
    • 0

      Ja ja so isse, ne...

      17.02.2014, 00:45 von Mrs.McH
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    "Suchen ist leichter als Finden"

    16.02.2014, 22:12 von Mme_Butterfly
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  • 0

    Kriegen Sie ein Herz für, Herr Matratze.

    05.02.2014, 21:08 von Lina.Tanzend
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    Find den Text ganz großartig, würde ihn am liebsten 238720 mal herzen!

    10.11.2013, 17:12 von Urmeli
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  • 1

    erst fand ich es schade, dass du mit dem letzten satz, die suche auf die suche nach liebe begrenzt hast. dann ist mir irgendwie aufgefallen, dass Liebe ja nicht gleich Liebe ist und dass man mit Liebe auch die liebe zum sinn oder zum Moment oder die liebe zum jetzigen zustand sehen kann. (wäre das dann Zufriedenheit?)
    und dann fand ich den text plötzlich genial.

    06.10.2013, 19:00 von entfesselt
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    Das Schlimmste an der Suche ist wohl die Angst man habe es schon einmal auf dem Weg gefunden gehabt, ist aber weiter gelaufen und jetzt steckt man im Labyrinth ohne Ausweg weil man Trottel am Ziel vorbeigelaufen ist. Aber leider ist der dumme Ausgang nicht mit ausreichend Rettungsweghinweisen ausgestattet.


    06.10.2013, 18:04 von SchwarzerKolibri
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
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  • Platzverweis

    Um den perfekten Kinositzplatz wird gestritten, seit es das Kino gibt. Das ist jetzt vorbei. Die Tipps aus dem August-Heft nun auch im Blog.

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    diesmal u.a. mit den Kid-Emmy-Awards 2014, einem Podcast zum Einschlafen und Hunden, die ihre Herrchen drücken.

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