violett84 07.04.2015, 14:53 Uhr 13 1

Wie kann das sein?

Wie kann man anderen die Welt bedeuten, ihnen so viel geben, aber keine Antwort erleben?

Ich bin irritiert, ich bin verwirrt, ich bin ratlos- wieder ist es soweit. Du sagst, es ist so gut und schön und wohlig bei mir und ich? Ich suche weiter, ich frage mich was du meinst, ich spüre deine Worte nicht mal- ich empfinde es nicht so.
Wie kann das sein? Kann man anderen Glück bereiten, aber dabei keines empfinden, für sich selbst nichts empfinden? Hab ich Wahrnehmungsstörungen oder irgendwelche anderen Defizite oder redest du es dir schön? Will ich das Glück dieser Momente nicht spüren oder kann ich es nicht, weil ich Angst habe? Oder willst du so sehr das Glück spüren und glorifizierst es?
Oder sind meine Ansprüche und Erwartungen einfach fatal hoch und deshalb der Fall in die Tiefe vorprogrammiert?
Geht es um zulassen-können, darum die kleinen Momente zu sehen oder um diese unendliche Leere in mir, die garnichts mit dir zutun hat?
Es ist schön, wohlig und warm bei dir, manchmal sogar sehr heiß, es ist ruhig, okay und interessant- es ist im Grunde alles da und doch spüre ich es nicht-ich spüre nur den Schmerz, wenn du durch meine Tür gehst und weg bist, wenn ich dann da wieder sitze, allein und für mich- da bewegt sich was in mir, dann schreit da was in mir, dann bricht da was auf und ich entscheide mich dafür dich zu meiden, dass alles zu negieren, weil dieser Schmerz einfach furchtbar ist. Aber warum ist er überhaupt da? Und wird er irgendwann ruhen, geht das überhaupt und hat das noch irgendwas mit dir zutun? Nein, sehr wahrscheinlich nicht, du sitzt dann da hilflos, ratlos und ahnungslos und fragst dich wie es sein kann das ich dir das Glück schenke, du so unglaublich dankbar dafür bist, ich dies alles aber nicht verspüre, sondern mich unter Tränen in die Decke kuschel und dich wegstoße.
Und auch ich verstehe mich und das Leben nicht mehr, das ist das Leben, das ist das zweisame Glück, da gibts nicht mehr, da gibts nicht mehr worauf zu hoffen oder warten ist, das ist die Realität, das Geborgenheit und Zuverlässigkeit, das ist Bindung.
Kann ich es nicht spüren, sehen, wertschätzen oder annehmen? Habe ich Angst? Was soll das und was soll mir das sagen?
Ich wünsche mir nichts mehr als diese Zweisamkeit, das ist eigentlich meine Ziellinie, mein Zuhause und doch schwebe ich verloren in der Luft.
Du fragst was tuen oder lassen sollst und schweigst dann, weil ich dich wegstoße, dich abstempel, dich wegschicke mit den Worten das du mich sowieso nicht verstehst. Doch bist du dann weg, bin ich auch nicht ruhiger, klarer oder zufriedener. Was soll das? Und dann komme ich an den Punkt das ich nicht weiß was ich will oder das ich immer noch träume von dieser großen Illusion oder das ich einfach nicht fähig bin aus verschiedensten Gründen. Das macht mich traurig, denn mit dir ist alles zum Greifen nahe, du begehrst und liebkost mich und du meinst das auch noch ernst, keine Fickgeschichte, keine unverbindliche Nummer, nein, ganz und garnicht und du kämpst auf deine besondere Art, die mich immer wieder berührt, in mir anklopft, aber mich nicht packt. Irgendwas fehlt, nur fehlt es an dir oder fehlt es in mir. Wenn dann ist das nicht fair, dann ist das echt mies und eigentlich will ich das garnicht-eigentlich will ich einfach nur gut sein mit mir, mit dir, mit dem was wir gemeinsam sind, mit dem was wir werden könnten und dem Leben an sich, der Welt da draußen- einfach nur okay sein.
Doch wie erkenne ich diesen Wert in mir, den andere auf mich legen, den anderen an und mit mir spüren, den andere an mir lieben?
Wie geht das?

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13 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Und man wünscht sich, dass einem einer in den Kopf schauen kann und einen Rat, einen Tipp oder nur mal Verständnis geben kann

    07.04.2015, 20:12 von Kaugummisucht
    • 0

      Ja genau, aber diesen einen Rat gibt es wohl nicht?!
      Stellst du dir diese Fragen auch?

      07.04.2015, 20:30 von violett84
    • 0

      Ja, ich glaube ich versteh dich.
      Aber ich habe trotzdem keinen Rat, keiner kann in deinen Kopf sehen. Meistens gut, manchmal schlecht.
      Hab auch Fragen wie: "Was fühl ich? Fühl ich überhaupt? Was soll ich tun? Wird es irgendwann anders?"
      Hast du mir eine Antwort?

      07.04.2015, 20:35 von Kaugummisucht
    • 0

      Nein, es gibt keinen Rat, keine Antwort und wenn dann nur in uns selbst, oder?
      Ich frage mich wie komme ich an und wo?
      Das ist so verletzend für den Anderen bzw. andere Menschen:-( Aber was soll ich tuen?

      07.04.2015, 20:50 von violett84
    • 0

      Glaubst du es wird besser?
      Dein Text ist wirklich gut, auch sehr schön und treffend formuliert:)
      Ich versuch meistens es frühzeitig zu beenden, weil ich immer noch drauf hoffe, dass es irgendwann anders wird. Besser irgendwie.
      Aber das will ich dir nicht raten, so wie du schreibst fühlst du dich ja wohl.
      Vielleicht solltest du im Moment nicht warten das es besser. Weniger denken, mehr genießen
      Es ist auch einen schönes Gefühl andere glücklich zu machen oder?

      07.04.2015, 21:01 von Kaugummisucht
    • 0

      Danke! Schön, dass dir der text gefällt!
      Ja, ich hoffe das es besser wird, ob ich es glaube, weiß ich nicht?!
      Frühzeitig beenden-das habe ich auch lange Zeit gemacht, aber das führt zu nichts- was soll besser werden? Das ist das Leben, die Liebe, die Realität- da kommt nicht noch das große Wunder?!
      Ja, ich fühle viel und intensiv, aber irgendwie ist das innen und außen nicht kompatibel?!
      Weniger denken ist immer ein gutes Ziel-schwer, aber wichtig!
      Ja, es ist ein wunderbares Gefühl andere glücklich zu machen, aber ich möchte Glück dabei empfinden anderen Glück zu schenken, weißt du was ich meine? Wechsel- bzw, beidseitig!

      07.04.2015, 21:06 von violett84
    • 0

      Das große Wunder, warten wir da nicht alle irgendwie drauf?
      Ich schon, und während ich das mache verpasse ich bestimmt viel, aber "Lebe dein Leben" klingt so einfach.
      Vielleicht sollte man mehr auf seine Intuition hören und weniger Selbstzweifel haben. Aber was es is kann ich dir auch nicht sagen.
      Aber was ist Glück? Vielleicht ist das wunderbare Gefühl schon Glück.
      Ich glaube ich empfinde Glück wenn ich andere glücklich mache. Solang es nicht um mich geht, solnage sie nur Taten und keine Gefühlsduselei von mir erwarten bin ich glücklich. Glaube ich.

      07.04.2015, 21:29 von Kaugummisucht
    • 0

      Ich hab Glück schon erlebt, ich weiß was es für mich ist und es war wunderbar.
      Und es ist nichts Großes, nichts Spektakuläres- nur ein Mensch, ein Mensch, ein Blick, eine Umarmung.
      Eigentlich total schön-simpel und schön?!

      07.04.2015, 21:54 von violett84
    • 0

      Ich glaube ja, dass man eigentlich immer weiß, ob derjenige der eine sein kann oder nicht.

      Ich kenne auch beides, schöne Momente mit jemanden, den man sehr gerne mag und schöne Momente mit jemanden, bei dem man jeden einzelnen dieser Momente einfrieren und konservieren möchte.

      Da muss man einfach nur ehrlich zu sich sein und wenn man jemanden toll findet, aber eben nicht mehr, dann soll es nicht sein.

      Und keiner will auf Dauer auf Wechselseitigkeit verzichten. Ob einseitig lieben oder einseitig geliebt werden, beides Mist.


      27.04.2015, 10:51 von effi2.0
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  • 0

    Du musst nur ganz viele Texte schreiben und die vor allem immer wieder lesen, dann verstehst du es irgendwann.

    07.04.2015, 15:21 von EliasRafael
    • 0

      Ist das ironisch gemeint?

      07.04.2015, 17:08 von violett84
    • 0

      Es ist natürlich etwas ironisćh formuliert, aber schon ernst gemeint. Wenn man lernt, sich von außen zu betrachten, kann man sich selbst der beste Helfer sein. Ich mein, wer soll dich besser verstehen als du selbst?

      07.04.2015, 18:16 von EliasRafael
    • 0

      Das stimmt wohl!
      Ich versuche es auch übers Schreiben. Ich hab vorhin einfach mal aufgeschrieben was die ganze Zeit in mir arbeitet?!

      07.04.2015, 18:17 von violett84
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