lustigesally 01.04.2012, 13:44 Uhr 3 2

Wenn wir nicht aus tiefstem Herzen lieben, was machen wir dann?

The winner takes it all

Du bist wieder fort, zurück in Deinem Alltag, integriert in Familie und Beruf, und ich bin noch immer hier.
All die kostbaren Minuten, die gestohlenen Augenblicke liegen hinter uns –
Momente, auf die wir solange gewartet haben, sind der Realität gewichen.
Die unerlaubte Freude hat sich längst in Angst und Unsicherheit gewandelt.
Jeder Abschied von Dir ein kleiner Tod, die Sehnsucht wird von Mal zu Mal schlimmer und es gibt nichts was dies lindern kann.
Ich bin so oft zerbrochen, mein Herz wohl tausendmal geflickt, ich habe so vieles überlebt – aber dennoch ist da diese Angst, dass es diesmal nicht so glimpflich ausgehen wird.
Wenn ich gehe, dann jetzt, vielleicht der allerletzte Zeitpunkt unsere Geschichte einigermaßen unbeschadet zu überleben.

Jetzt geht das Spiel von vorne los, heimliche SMS, unerlaubte Mails, flüchtige Telefonate.
Eben aufs Telefon schauen, schnell Mails checken – vielleicht ist da ja eine Nachricht von Dir.
Das Warten auf das nächste Treffen hat begonnen. Ich verliere mich.
Zu jeder Freude gesellt sich immer mehr Trauer, meine Verlustängste nehmen überhand und mir die Luft zum Atmen.
Wie konnte ich es zulassen, dass Du meinen Panzer durchdringst? Warum haben meine Alarmglocken nicht geschrillt ? Oder wollte ich sie nicht hören?  
Wollte ich mich auf dieses gefährliche Spiel einlassen? Weil in mir noch immer die Hoffnung auf Glück und Normalität lebt?
„Falsch genug bin ich schon mal“ hast Du direkt am Anfang gesagt – wollte ich es nicht wahrnehmen? Habe ich wirklich gedacht, hoppla, jetzt komm ich, dann wird das schon?

Ich habe wieder meinen Platz in meiner Geschichte eingenommen, willkommen im Wartebereich.
Will ich das? Will ich warten? Will ich nur reagieren nicht auch einmal agieren?

Aber egal was es ist, ich weiß, dass ich nur eines will: DICH!
Und das geht scheinbar nur unter Qualen, mit Trennungsschmerz und Herzklopfen.
Ist es das wert?

Ich habe diese Reise begonnen und ich werde erst am Zielort aussteigen – kein Nothalt -
denn das Ziel liegt noch weit vor mir.
Wenn ich ankommen bin, werde ich viel erlebt haben, ich werde mich besser kennen und die tiefsten Täler und höchsten Gipfel erklommen haben.

Was immer mich erwartet, ich erwarte es mit Spannung und Ehrfurcht und wer weiß?

Vielleicht wartet am Ende ja das Geschenk meines Lebens auf mich - DU....

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3 Antworten

Kommentare

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  • 1

    Der Weg ist das Ziel...

    01.04.2012, 14:54 von EliasRafael
    • 0

      Genau dieser Gedanke hält mich am Leben :-)


      01.04.2012, 14:56 von lustigesally
    • 1

      Ich habe "die gestohlenen Augenblick" gelesen und danach nur noch quer... Ich verstehe es einfach nicht: wie kann man sich nach jemanden verzehren, der sich offensichtlich nicht genauso verzehrt, weil sonst hätte man das Problem ja nicht... Ich würde die Krise bekommen, wenn ich ihn im Bett der anderen wüsste. Warum tut man sich das an? Und muss man nicht Angst haben, dass man irgendwann selbst die Betrogene ist? Aber ich bin diesbezüglich auch echt konservativ, gebe ich gerne zu.

      03.04.2012, 22:36 von Mrs.McH
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