juliass-de 10.02.2013, 18:07 Uhr 2 1

Wenn die Hoffnung zuletzt stirbt

Ich weiß es ist falsch. Aber wenn Du da bist fühlt es sich so gut an. Aus diesem Grund stirbt wohl meine Hoffnung zuletzt.

Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, als ich Dich zum ersten Mal gesehen habe.  Wir haben uns schon eine Weile gekannt, jedoch war ich stets wie Luft für dich.  Du bist mir von Anfang an aufgefallen. Du hast mich irgendwie von Anfang fasziniert. Ich habe es stets verleugnet und als Du mich dann endlich einmal wahrgenommen hast, wollte ich es auch nicht wirklich realisieren.  Vielleicht auch weil ich es nicht zulassen wollte. Ich wurde schon so oft verletzt und wollte nicht schon wieder dass mir das Gleiche passiert. Es würde das Gleiche wieder sein, ich wusste es. Es war einfach der falsche Zeitpunkt.

Ich kann mich auch noch genau an den Tag erinnern, als wir uns zum ersten Mal getroffen haben. Es war ein Sonntag. Wir saßen einfach nur nebeneinander, den ganzen Nachmittag und haben geredet.  Ich habe mich sofort wohl in deiner Umgebung gefühlt. Geborgen.

Ich habe mich sofort in deine braun grünen Augen verliebt. Wenn du mich angeschaut hast, setzte mein Verstand für einen Moment aus. Ich konnte nicht mehr klar denken, habe nur noch Blödsinn geredet und musste vor Verlegenheit woanders hinsehen. 

Mit der Zeit habe ich mehr und mehr Gefühle für Dich entwickelt.  Aber ich wollte es eigentlich immer noch nicht zulassen. Ich wurde schon so oft verletzt und wollte nicht schon wieder dass mir das Gleiche passiert. Es würde das Gleiche wieder sein, ich wusste es. Es war einfach der falsche Zeitpunkt.

Trotzdem konnte ich nicht aufhören mich mit Dir zu treffen. Ich konnte einfach nicht anders. Kann man etwas gegen Gefühle machen? Kann man sie unterdrücken?

Ich wollte Dich. Ich wollte auch, dass du mich willst. Ich habe es gehofft, aber nie wirklich geglaubt. Nicht einmal als Du mit deiner Freundin wegen mir Schluss gemacht hast, mich bis dahin auch nicht geküsst hast, weil Du nicht wolltest, dass wir einen schlechten Anfang haben. Oder als Du meintest, dass das mit uns nicht enden müsse, weil ich schon an das Ende des Schuljahres dachte, wenn wir uns nicht mehr sehen würden.

Trotzdem war da immer dieses Misstrauen in mir, wahrscheinlich weil ich einfach schon so oft enttäuscht wurde. Ich hatte Angst. Angst, dass du wieder mit deiner Freundin zusammen kommst, da du den Kontakt nie ganz abbrechen konntest. Angst, dass Du mit einer anderen etwas anfängst, weil ich Dir nicht mehr genüge. Ich hatte Angst, dass Du von heute auf morgen einfach alles beendest.

Du hast mir diese Angst immer genommen als ich bei dir war. Doch warst du dann weg, war ich alleine mit meiner Angst.  Doch habe ich immer gehofft, dass alles gut wird.

Dann eines Tages warst du mit deinen Freunden weg. Ich hatte es im Gefühl. Ich wusste es irgendwie.  Als wir uns zwei Tage danach wieder gesehen haben,  hast du mir dann gezeigt, dass meine Angst nicht unbegründet war. Du meintest, dass du es eigentlich gar nicht wolltest und es hätte nichts bedeutet. Aber hätte ich Dir was bedeutet, hättest Du es nicht gemacht.  Ich war nicht sauer, vielleicht auf mich selbst. Aber vor allem enttäuscht.  

 

 

Ich habe Dir verziehen. Ich habe auch eigentlich eher mir die Schuld gegeben und wollte um Dich kämpfen. Ich habe einfach immer noch gehofft, dass am Ende alles gut wird.

Ich habe diese Geschichte dann ziemlich schnell verdrängt. Nie vergessen, bis heute nicht. Aber durch meine Hoffnung an ein gutes Ende, habe ich mir immer eingeredet, dass es ja alles nicht so schlimm ist und du es bestimmt nicht noch einmal machen würdest.

In den folgenden Wochen hast du mich wieder um den Finger gewickelt. Ich hatte manchmal sogar das Gefühl, dass du mehr für mich empfinden würdest.

Jedoch als alles wirklich am besten war, schon fast perfekt schien, musste ich für fünf Wochen ins Ausland. Es schien mir eine unfassbar lange Zeit zu sein und diesmal hatten wir beide Angst. Angst wie es danach sein würde. Angst, ob die Zeit etwas verändern würde.

Während dieser Zeit musste ich stets an Dich denken. Wollte immer bei dir sein. Habe dich unglaublich vermisst. Wir haben viel telefoniert und geschrieben.  Irgendwann, genauer gesagt eine Woche bevor wir uns wieder gesehen hätten, bekam ich eine SMS von dir: Hey. Ich glaube wir sollten das Ganze jetzt beenden. Ich glaube Du willst mehr als ich. Ich will Dich nicht verletzen. Ich weiß, dass ich es werde. 

Ich wusste, dass das irgendwann passieren wurde. Ich wusste, dass ich wieder die war, die verletzt zurück bleibt. Ich wurde schon so oft verletzt und wollte nicht schon wieder dass mir das Gleiche passiert. Es würde das Gleiche wieder sein, ich wusste es. Es war einfach der falsche Zeitpunkt. 

Ich weiß noch genau  wie sich dieser Moment angefühlt hat. Mein Kopf war leer. Ich fühlte mich einsam. Ich konnte schon nicht mehr ohne Dich. Ich brauchte Dich einfach.

Wieder gab ich mir die Schuld. Wahrscheinlich habe ich dich zu sehr unter Druck gesetzt oder zu sehr eingeengt. . Dann habe ich Dir an diesem Tag sogar wirklich erlaubt etwas mit anderen anzufangen.  Eine Woche später,  zwei Tage bevor wir uns endlich wiedergesehen hätten, wolltest Du dann schon wieder alles beenden und meintest, wir könnten ja Freunde bleiben.

Diesmal war es ein anderes Gefühl. Nicht mehr ganz so schmerzhaft. Vielleicht da ich es ja schon einmal erlebt hatte und wusste, dass es jederzeit wieder soweit sein kann. Ich war auf der einen Seite sogar ein wenig erleichtert nicht mehr diese Angst und den  Zwang nach Dir spüren zu müssen.

Aber ich wusste, dass ich Dich auch nicht so schnell vergessen würde. Du hast es mir noch schwerer gemacht und Dich immerzu bei mir gemeldet. Ich konnte und wollte dir nicht antworten. Aber irgendwann musste ich es, weil ich dich nicht ganz verlieren wollte und ich immer noch die Hoffnung hatte, dass vielleicht alles gut wird am Ende.

 Als ich am folgenden Tag zurück kam und wir uns auf Deinen Wunsch gesehen haben, stand ich vor Dir und wusste nicht so wirklich was ich sagen sollte. Du hast mich dann einfach geküsst. Und wieder fing das Ganze an. Jedoch hatte ich Dich eigentlich schon verloren, also Dein Herz. Für Dich ging es nur um Spaß. Aber ich hatte die Hoffnung auf ein gutes Ende noch nicht aufgegeben.

Bald darauf hast du wieder alles beendet. Du meintest, es sei Dir zu ernst. Wir konnten uns nur sehen wenn du es wolltest, habe ich Dich gefragt, hattest du aber nie Zeit. Ich hatte schon das Gefühl ausgenutzt zu werden und fühlte mich erniedrigt.  Aber immer wenn ich dich dann wieder gesehen habe, waren all diese Zweifel weg.

Am nächsten Tag habe ich dann erfahren, dass du wieder mit deiner Exfreundin zusammen bist. Jetzt also war es ich, die einfach so eingetauscht wurde. Ich habe Dir nicht die Schuld gegeben, habe sie vielmehr bei mir gesucht. 

Und zum ersten Mal habe ich angefangen die Hoffnung aufzugeben. Jetzt war die Zeit gekommen Dich zu vergessen. Doch als ich anfing das wirklich zu tun, hast Du Dich wieder gemeldet und wolltest mich sehen.  Ich wüsste es wäre die falsche Entscheidung, aber ich konnte nicht anders.

Wir haben erst nur geredet, wobei du stets deine Freundin verleugnet hast. Ich wusste Du würdest lügen. Du dachtest immer ich wüsste Deine ganzen Lügen nicht, aber ich wusste so gut wie alles. Nur nicht, und das bis heute, was du wirklich für mich empfindest oder willst!

  In der folgenden Woche konntest du dann nicht mehr verleugnen wieder mit ihr zusammen zu sein, aber hast dennoch eine Ausrede gefunden.  Ich wusste wieder, dass du lügst.

Aber immer wenn du vor mir standst, mir in meine Augen geschaut hast und mich geküsst hast, konnte ich nicht anders und habe mich dir total hingegeben. Du warst wie eine Droge. Als du da warst, war ich der glücklichste Mensch auf der Welt. Doch als du dann wieder weg warst, habe ich mich so elend, benutzt und schuldig gefühlt. Und dennoch war ich süchtig nach dir. Ich weiß nicht warum. Vielleicht weil ich die Hoffnung zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht aufgegeben habe.

Als Du dir dann irgendwann im Klaren warst, dass ich von Dir und deiner Freundin wusste. Wolltest du mich nicht mehr sehen und meintest es sei falsch. Doch als ich dich bat mit mir zu reden, da ich so viele offene Fragen an Dich hatte, zum Beispiel ob du je etwas für mich empfunden hast? Was ich denn falsch gemacht habe? Wieso du mich immer zu angelogen hast? Wieso du wieder mit ihr zusammen bist? Ob du sie wirklich liebst, und wenn ja wieso du das mit mir nicht endgültig beenden kannst?

Doch als ich dann vor dir stand wusste ich nicht wo ich anfangen sollte. So wie immer. Aus diesem Grund verstehe ich bis heute das Ganze nicht. Auf der einen Seite denke ich mir, dass ich Dir immer egal war und nur der nächste Hacken auf deiner Liste. Aber dann auch wieder nicht. Denn du meintest, ich sei etwas Besonderes, hast mir das Gefühl der Geborgenheit gegeben, warst für mich da, hast dich wirklich für mich, meine Familie und Freunde interessiert, mir zugehört und mich zum Lachen gebracht und mich immerzu mit diesem einen Blick angeschaut.

Im Moment sehen wir uns jedoch nur noch sehr selten. Du scheinst stets die Meinung darüber zu ändern. Manchmal willst du mich unbedingt treffen und am nächsten Tag sagst du aber wieder, dass es falsch sei und nicht geht.

Und wenn wir uns heute dann wieder sehen ist es wieder das Gleiche, sowie letztes Mal. Zunächst weichst du meinem Blick immer aus und kannst mich nicht einmal ansehen. Aber dann ist es wieder wie früher. Du neckst mich, bringst mich zum Lachen, berührst mich, nimmst mich in den Am, legst deine Stirn an meine, bis Du mich dann wieder mit diesem einen Blick anschaust,  meinen Kopf in deine Hände nimmst und küsst. Diese Momente geben mir dann immer wieder die Hoffnung, dass doch alles gut wird. Auch wenn ich eigentlich weiß, dass es nie geschehen wird.

Ich habe manchmal das Gefühl die Kontrolle über mich selbst verloren zu haben. Sie die gegeben zu haben. Du nutzt genau das immer aus. Immer und immer wieder. Doch meine Hoffnung auf ein gutes Ende stirbt zuletzt…

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2 Antworten

Kommentare

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    wenn ich dir eine Rat geben darf!!!Vergiss ihn !!!!Räche dich und hol dir eindlich deinen Stolz zurück...Männer wollen starke Frauen ,auch wenn es hart klingt so bekommst du Ihn niemals zurück. Oder besser frage dich doch mal ob du mit so einem Typ Überhaupt nochmal zusammen sein willst. Willst du immer in Angst leben?wer einmal Fremdgeht geht immer Fremd!!lg aus DD und lass den Kopf nicht so hängen schau dich lieber nach anderen Männern um!

    12.02.2013, 13:08 von carotau
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    Die Droge, die du in ihm gefunden hast, solltest du vielmehr auf dich projezieren und deinen Eigenwert erkennen! Dann könntest du ihn einfach links liegen lassen und ihn belächeln.
    Wünsche dir, dass du das hinbekommst.
    War mal in ner ähnlichen Situation und auch nach wie vor ist da irgendein unsichtbares Band. Auf Kindergartenspiele habe ich aber nun keine Lust mehr und so habe ich da auch formuliert. Seitdem ist Ruhe!
    Alles Gute!

    10.02.2013, 21:51 von buffy555
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  • Haben wir sie noch alle?

    Burn-Out, Internetsucht, Depression - immer mehr Deutsche lassen sich therapieren. Braucht es all diese Therapien wirklich?

  • Apokalypse Wow!

    Die Mode ist die Message: Die pro-russischen Kämpfer in der Ukraine sehen mit Macheten, Masken usw. aus wie Figuren aus den »Mad Max«-Filmen.

  • Der Witz geht nicht mehr weg!

    Jeder kennt den Moment, in dem der Send-Balken hochgeht und man noch denkt: Stop! Was würdet Ihr gern aus dem Netz löschen?

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