mariiiiiechen 18.09.2013, 16:15 Uhr 0 3

Weiter weg, aber immer noch da

Es ist wie eine Funktion, die sich langsam der Asymptote des Glücks, des Vergessens, des Abschließens annähert, sie aber nie erreicht.

Es geht nicht weg. Es ist immer noch da. Auch nach 3 Monaten, auch nach 6 Jahren geht es nicht weg.

3 Monate ist es her, als meine Welt am Boden war. Als ich als Optimist dachte, es hört nicht mehr auf. Es war mit die schlimmste Zeit meines Lebens. Aber wann hat es aufgehört? Wann hat das Leiden aufgehört? Es wurde besser. Natürlich wurde es das. Es wird immer besser. Jeden Tag ein klitzekleines bisschen besser. Und jetzt, nach drei Monaten? Ist es weg? Bin ich befreit? 

Nein. Ja, mir geht es schon irgendwie gut. Ich habe Spaß am Leben. Aber weg ist es nicht. Ich weiß nicht, ob es das überhaupt kann. Es ist wie eine Funktion, die sich langsam der Asymptote des Glücks, des Vergessens, des Abschließens annähert, sie aber nie erreicht.

Ich rede mit dir. Du redest mit mir. So normal, so verdammt normal, als wäre nie etwas passiert. Warum das mit uns so funktioniert? Weil wir einerseits gut im Vergessen und Verdrängen sind und es andererseits gewöhnt sind, Freunde zu sein. Wir waren immer Freunde, wir haben diese Ebene, auf die wir zurück können, sobald es komisch wird. Wir werden nie mehr sein. Und für dich ist das okay. Du sagst, ich sei eine sehr gute Freundin. Aber wie sehe ich das, woher weiß ich das? Wenn du noch nicht mal mehr offen mit mir sprichst.

Das mit uns wird so funktionieren. Ich muss und werde mich deiner Strategie anpassen. Alles ist normal, alles ist wie immer. Aber immer wenn ich dich anschaue, immer wenn ich dich neben mir spüre, werde ich mich erinnern. Es wird nicht aus meinem Kopf gehen. Die Bilder werden immer wieder kommen. Sie sind weiter weg, aber immer noch da.

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