Frau_Irma 30.11.-0001, 00:00 Uhr 60 141

Weil es anstrengend ist, dich nicht zu lieben.

Von dir und mir und dem Uns dazwischen.

Mir reichts.
Ja, ich weiß, da bin ich nicht die Einzige hier. In diesem Land. Auf diesem Planeten. In diesem Universum.
Ich weiß unsere Herzen wurden alle schon mal verknotet, gebrochen, verletzt, zerknüllt oder vom Schicksal in die Seite geboxt.
Und ich weiß natürlich auch, dass wir alle unheimlich weise und klug und weitsichtig dadurch geworden sind und früher oder später damit klar kamen, weil wir tiefsinnige Texte geschrieben haben oder uns abends - eng an unser Mitleid gekuschelt - in den Schlaf weinten.
Und ich weiß, dass ich mich in jemanden verliebt habe, der nicht mein Typ ist. Nein, stimmt nicht, das ist untertrieben: Der nicht mal ansatzweise dem entspricht, was ich mir je ausgemalt oder gewünscht habe.
Aber ich bin selbst Schuld. Ich brauch mich nicht wundern, ich kannte die Spielregeln. Die Karten lagen auf dem Tisch. Ich hab sie genommen. Jetzt darf ich nicht heulen, dass ich verloren habe.
Tue ich auch nicht. Will ich auch nicht.
Und ich will mich auch nicht darüber beschweren, dass es sich so anfühlt, als ob man mir meinen rechten Arm abgehackt hätte und ich so tun soll, als ob ich es nicht merke. Nicht merke, dass ein Teil von mir fehlt. Ich greife nur hin und wieder ins Leere. Werde mich daran gewöhnen. Muss ja.
Aber da gibt es diese eine verdammte Sache, die mich nervt.
Mit der ich nicht gerechnet habe. Die mir keiner gesagt hat. Die nicht in den Spielregeln stand: Es ist anstrengend, dich nicht zu lieben.
Ich muss mich richtig konzentrieren, es nicht zu tun.
Wenn ich dich sehe, ist es ein Herzreflex, der einfach zu dir will. Dich fragen, wie es dir geht. Dich kurz berühren. Aber ich darf nicht. Kann nicht. Was auch immer.
Ich habe dich heute gesehen. Du sahst so traurig aus. Ich hätte dich gerne in den Arm genommen. Mit dir geredet. Über uns. Über alles. Warum alles so gekommen ist. Über meine Gefühle. Aber das ging nicht. Ich musste mich zurückhalten. Darauf konzentriert, dich nicht zu lieben.
Dir fällt es wohl einfacher, mich nicht zu lieben. Darum beneide ich dich.

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60 Antworten

Kommentare

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  • 1

    Wunderbar!

    02.09.2013, 15:48 von Tintin77
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  • 3

    "Ich habe dich heute gesehen. Du sahst so traurig aus. Ich hätte dich
    gerne in den Arm genommen. Mit dir geredet. Über uns. Über alles. Warum
    alles so gekommen ist. Über meine Gefühle. Aber das ging nicht. Ich
    musste mich zurückhalten. Darauf konzentriert dich nichtzulieben."

    Oh ja... Aber erstmal kommt nach dem sehen und es registrieren, dass einem das Herz in die Hose rutscht.

    25.08.2013, 19:44 von TrustYourself
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  • 1

    "Und ich weiß, dass ich mich in jemanden verliebt habe, der nicht mein Typ ist. Nein, stimmt nicht, das ist untertrieben: Der nicht mal ansatzweise dem entspricht was ich mir je ausgemalt oder gewünscht habe. "


    perfekt formuliert und kommt mir unheimlich bekannt vor.


    Gefällt mir sehr.

    22.08.2013, 14:28 von hexe_kk
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  • 1

    gefällt.

     

    20.08.2013, 15:46 von herzkomplex
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  • 0

    soooo gut <3

    19.08.2013, 19:32 von ne_an
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  • 2

    du bist ehrlich und vor allem sehr reflektiert und  sehr klug. gefällt mir sowas!

    18.08.2013, 23:21 von yuhi
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  • 0

    schnief.

    18.08.2013, 22:19 von mopskotz
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  • 3

    Mir reichts auch.

    Warum "darfst" Du nicht? Auf den Tütensuppen steht "Du darfst" und wenn es um die Liebe geht dann kannst Du alles dürfen.
    Wer hat es Dir denn verboten, wenn nicht Du Dir selbst?
    Bist Du sooo schüchtern? Hmm...wahre Liebe, oder?:)
    Wenn es schwer fällt jemanden nichtzulieben, man sich sogar darauf konzentrieren muss nichtzulieben klingt das so anstrengend und - verzeihung - dumm. Liebe verschenkt man an jeder Ecke seines Lebens, an jeden Menschen, an jedes Tier, an jeden Baum und die Liebe wird dadurch mehr und mehr und mehr. Ich halte es für ein abschaffenswertes Hobby jemanden - und sei er noch so widersprüchlich zu den eigenen Träumen - nichtzulieben. Hör auf nichtzulieben:) Lieber Radfahren oder was Dir so gefällt.
    Woher weisst Du überhaupt, dass es ihm leicht fällt Dich nicht zu lieben? DAS glaube ich nämlich nicht, das ist nur eine Annahme:)
     
    Ich bin mir nicht sicher und weiß natürlich keine genaueren Umstände, aber vielleicht...vielleicht hat sich ja der Traurige den Du gerne umarmt hättest den Du "heute" gesehen hast, folgendes gedacht::

    "Oh, da ist sie! Himmel! Da ist sie! Mein Herz kullert dreizehn. Ach, ich fühl mich so traurig weil sie mich nicht in den Arm nimmt, IHR fällt es wohl leichter MICH nichtzulieben, pah. Dabei würd ich sie so gerne drücken bis ihr Busen platzt und sie keine Luft mehr kriegt und sie ihre Bluse neu bügeln muss und sie endlich begreift, dass ICH SIE liebe und es mir genaus geht wie ihr. Ein Himmelreich für einen ehrlichen Kuss..." (der Traurige)

    Es gibt nur diese eine Liebe, die ist nicht groß, die ist nicht klein, die ist nicht rund und auch nicht eckig, sie ist bedingungslos und nicht scheckig und schon gar nicht versteckt in Gedanken.(Pedta)

    "Und ich würd so gern einfach aus dem Herzen drauf los reden über was auch immer, alles in der Welt, über uns, von mir aus das Wetter, scheissegal, was uns gerade so auf der Zunge liegt. Hm, machstn grad? Nur ein Wort, bitte bitte bitte, lass mich doch hier nicht alleine. Lass mich an deinem Leben teilhaben, irgendwann geht diese Aufregung vorbei, das weiss ich und es geht irgendwann um alltägliche langweilige Dinge aber das langweilt mich nicht weil es ja MIT IHR ist und die Worte sind vielleicht nicht mehr so nett wie am Anfang... (der Traurige)...

    ...aber wenn es nie einen Anfang gab, wird das um-sich-herum-schleichen-und-lieber-Leiden kein Ende nehmen. (Pedta)

    "Ich würd so gerne mit Dir mein Kopfkissen teilen, aber...schnief... ich "darf nicht" weil?
    Wahre Liebe wartet? (der Traurige)
     
    Mag sein, aber das Leben ist auch irgendwann vorbei und Grabsteine sind traurige steinerne Freunde. (Pedta)

    Du- mich- doch- eh- nicht- willst-Trotz und ich
    weiterhin hoffe, dass meine überzogenen Erwartungen und Träume vielleicht doch noch erfüllt werden?
    Ich so schüchtern bin und nicht weiss wie man das Eis schmelzen könnte?
    Ich bis zur Isolation misstrauisch bin?
    Weil ich gar nicht glaube, dass jemand so wunderbares schillerndes und Aufregendes wie Du mich überhaupt beachtet und ich mich lieber an das gewöhnte Gefühl der Einsamkeit hänge bevor mich deine Ablehnung verletzen könnte?" (der Traurige)

    Wieviele Gründe erfindet die Feigheit um sich zu rechtfertigen "Dich nicht umarmen zu dürfen"?

    Könnte ja sein dass er das gedacht hast, den Du so traurig gesehen hast. Vielleicht auch nicht.

    Mir reichts. Und zwar gewaltig. Mir reichts immer wenn geliebt wird und nur ein Anfang fehlt, ein Choke, es gibt zu viele die sich nicht lieben und sich tagtäglich quälen. Und wieder gehen stumm zwei aneinander vorbei die sich lieben und einander interessieren und keiner macht - verzeihung - sein Maul auf.
     
    Niemand sollte vom anderen erwarten, dass er Gedanken lesen kann. Man muss miteinander reden um den anderen zu verstehen nur dann kann es dauerhaft funktionieren.


    Verzeihung wenn ich jetzt zu viel Quatsch geschrieben habe.


    17.08.2013, 17:25 von SirMCPedta
    • 2

      Danke. Alleine die Vorstellung, dass er teilweise so gedacht haben könnte, hat mich zum Lächeln gebracht. Und weißt du was, du hast Recht.
      Ich denke nämlich tatsächlich, dass es nicht eine dieser "Oh-er-sieht-mich-einfach-nicht" Xavier Naidoo Schmalz-Lieder Version des Verliebtseins war, sondern sogar viel mehr. Ich weiß, dass es ihm nicht gut geht. Ich weiß sogar, dass ich ihm viel bedeutet habe. Aber die Wahrheit ist, dass es nicht funktionieren konnte. Dass er mich extra emotional verletzen musste, nur um zu sehen, ob ich etwas empfinde. Das mag seine Art der Liebe sein. Meine ist es nicht. Und eines habe ich gelernt: Wenn zwei Menschen sich nicht lieben können, dann hassen sie sich irgendwann. Soweit wollte ich es nicht kommen lassen.

      Hätte ich ihm alle meine Gefühle sagen soll? Bestimmt. Aber er wusste es. Auch bestimmt.
      Hätte es etwas geändert? Bestimmt nicht.

      Aber hin und wieder, da vergesse ich eben, dass jede Entscheidung auch seine Gründe hat, und wenn ich ihn dann sehe, dann erinnert er mich eben wieder an Liebe. (Oha, jetzt sind wir auch noch bei Ich&Ich angekommen :/...)

      Naja. Aber was ich sagen kann, nach dem ich jetzt auch viele Artikel über den Schmerz der Liebe, das Herzrausreißen, das hilflose "Ich weiß nicht, wie es weiter gehen soll" gelesen habe, vergisst man doch eines: ob es anstrengend ist zu lieben oder nichtzulieben - wir können uns immer für unser eigenes Leben entscheiden. Grenzen ziehen. Denn unser Herz ist ein Muskel und manchmal stärker als wir denken.

      17.08.2013, 18:15 von Frau_Irma
    • 0

      Mir liegt die ganze Zeit ein "Wusst ichs doch" auf der Zunge, Du also.

      Aber es kann ja sein, dass ich mich täusche.

      Bei aller Unwissenehit aber bin ich mir bei einem sicher: Das ist nicht seine Art. Dafür schämt er sich jedes Mal wenn er Dich sieht oder liest.

      Ausser auf der Rolltreppe:)

      18.08.2013, 22:52 von SirMCPedta
    • 1

      PENG! Tränchen kullern :')

      18.08.2013, 22:54 von janaja
    • 1

      Das mit dem Ich&Ich spare ich mir nur zu gerne. Dein Auftreten macht mich nur etwas wirr. Wenn ich mich aber so durchzähle, bin ich viele mehr, eigentlich ein ganzer Hofstaat.

      Ich musste erst eine Runde an der frischen Luft laufen, aber was mich trotzdem noch nicht loslässt:

      "Ich weiß sogar, dass ich ihm viel bedeutet habe."

      Vergangenheit. Also ist es vorbei. Etwas ist vorbei, was nur in einer Verliebtheitsphase angefangen hatte? :) Ach, Träumerlein, an mein Herz...

      "Aber die Wahrheit ist, dass es nicht funktionieren konnte."

      Die Wahrheit also...was ist die Wahrheit? DEINE Wahrheit, nicht wahr?
      Wenn ich mich jetzt vor den Kühlschrank stelle und in meiner Faulheit denke: Das kann nicht funktionieren und mir das oft genug wiederhole, dann öffnet sich dieser Drecksschrank tatsächlich nicht und ich verhungere irgendwann. Man muss ihn nur anfassen und aufziehen. Der lethargische Gedanke "Das konnte nicht funktionieren" wird dazu führen bei jeder Gelegenheit deinen Gedanken zu bestätigen: (Da brauch ich nicht mal die Tür zu öffnen oder eine SMS zu schreiben, weil das kann ja nix werden - und dann wird es tatsächlich nichts).

      Wer das Unmögliche versucht wird wenigstens das Mögliche erreichen, wer das Mögliche versucht wird nichts erreichen.


      "Hätte ich ihm alle meine Gefühle sagen sollen?"

      Ja! Ja! Ja!

      "Aber er wusste es."

      Nein! Woher denn?

      "Hätte es etwas geändert? Bestimmt nicht."

      Woher willst Du das wissen? Du versteckst Dich scheinbar in deinem Schneckenhaus hinter deinen Annahmen. Es hätte vielleicht nicht sofort etwas geändert. Manche Dinge brauchen Zeit bis sie "klick" machen. Du bist eine komische Mischung aus Selbstreflexion und Selbstgerechtigkeit.

      "Wenn zwei Menschen sich nicht lieben können, dann hassen sie sich irgendwann. Soweit wollte ich es nicht kommen lassen."

      Aha. Ich weiß nicht ob ich das fürsorglich niedlich und weise vorausschauend oder schon total bescheuert finden soll:) Hm - wenn zwei Menschen sich lieben können (und davon gehe ich prinzipiell immer erstmal aus, weil ich insbesondere hier keinen triftigen Grund kenne), aber keiner sein Herz öffnet, dann lassen sie sich irgendwann sein, mehr nicht. Bevor ich also im Spiel mitspiele, spiele ich es lieber nicht, es könnte ja einer verlieren lese ich darin.  
      Ich bin immer lieber für einen ehrlichen herzlichen Versuch geradeaus, am Ende hat man etwas gelernt. Wenn man dann begreift dass es nicht funktioniert, dann warum? Kann man aus den Fehlern lernen? Geht es wirklich nicht? Hasst man sich nun? Vielleicht, aber dann lernt man auch damit umzugehen und sammelt wichtige Erfahrungen im Leben.

      Was mich wirklich interessiert: Aus welchem Grund können sich zwei Menschen nicht lieben? Hautfarbe? Weite Entfernung? Religion? Altersunterschied? Beziehungsphobie? Vieles davon ist nur Kopfsache...

      "Unser Herz ist ein Muskel und stärker als wir glauben"

      Ja. Schön geschrieben. Und alles, das Bauchgefühl, das Herzgefühl, der Verstand, die Seele, das alles trifft in unserem Kopf zusammen. Wir müssen den Kopf freimachen. Und Grenzen öffnen. Nicht nur welche ziehen. Das Gehirn ist ein Muskel und je nachdem wie und wobei ich das trainiere ist es fit oder nicht.

      Vielleicht ist es manchmal besser sich zu hassen, als sich ewig unerfüllt zu lieben.


      20.08.2013, 00:58 von SirMCPedta
    • 1

      Behalte dir das bei. Die "Sich-für-die-Liebe-Entscheider" dürfen niemals aussterben. :)

      Aber in den meisten Geschichten geht es nicht nur, um Mut, sondern um mehr. Und auch mal um weniger. Und ich bin sicherlich die Letzte, die sich mit Gefühlen zurückhalten würde. Aber im Laufe der Zeit lernt man eben doch, wann es sich lohnt eine Mauer zu überwinden, um ein Herz zu erobern und wann man gegen besagte Mauer rennt. Und sie eben nicht überwinden kann.
      Das ist nicht immer Angst oder die Geschichte vom kleinen, verängstigten Hasen, dem es an Selbstvertrauen fehlt, sondern schlicht und einfach etwas, was sich Realität schimpft.
      Und ich bin alt genug, um zu wissen, das ein besetztes Herz nicht unbedingt das beste Versteck für Gefühle sind.

      Außerdem: wie langweilig wäre ein Happy End. Nichts inspiriert mehr als der bitter-süße Geschmack von aufgebauschter Sehnsucht und theatralischer Verzweiflung. :)

      Mit besten Grüßen, die komische Mischung aus Selbstreflexion und Selbstgerechtigkeit. :)

      20.08.2013, 15:47 von Frau_Irma
    • 1

      (Und wie ich mal wieder wünschte, es gäbe eine Kommentar-Korrektur Funktion für diverse Rechtschreibfehler... :) )

      20.08.2013, 15:48 von Frau_Irma
    • 0

      Danke, Gruß zurück :)) Ist vielleicht etwas vermessen, aber nur mit Komplimenten erfahr ich ja nix von Dir, nä? ;)

      I wo. Es gibt keinen Grund sich zu schämen. Ein Aufsatz sollte sicherlich fehlerfrei sein, aber in einer Antwort die aus dem Herzen kommt und frei und spontan den Moment beglückt spielt die Rechtschreibung keine Rolle.

      Ih kns trzdm lsn;)

      Die Geschichte vom ängstlichen Hasen, fehlender Mut, nein, darum geht es sicherlich nicht, das hab ich schon verstanden, spätestens ab da:
      "Wie langweilig wäre ein Happy End. Nichts inspiriert mehr als der
      bitter-süße Geschmack von aufgebauschter Sehnsucht und theatralischer
      Verzweiflung
      ...und um dann paradoxerweise im Rausch der Gefühle alles noch stocknüchtern in Worte fassen zu können. Ich wusste gleich dass hier ein gewisser Grande-Star mit Talent dahintersteckt. :))!

       


      20.08.2013, 16:43 von SirMCPedta
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 4

    Ich vergebe noch ein Extraherz für das Wort Herzreflex! Sehr schön und ich kann es nur zu gut nachvollziehen :)

    15.08.2013, 20:26 von chanceencounterromance
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