So schwierig es auch war, als die Beiden noch ein Paar waren, so voller Leichtigkeit ist es jetzt.
Es sei ja nun auch nichts anderes, meinte er mal zu ihr. Nur, dass sie nun eben kein Paar mehr sind. Sie sehen sich öfter als zu der Zeit, als sie zusammen waren. Verstehen sich sogar beinahe besser, sind einander näher aber doch irgendwie distanzierter. Der Sex ist besser. Und jedes Mal noch ein bisschen mehr. Nur manchmal da fragt sie sich, wie sie dieses verkorkste Freundschafts- Sex- Ding zwischen ihnen definieren soll.
Er sei nicht eifersüchtig, meint er immer öfter. Aber je mehr er mitbekommt, dass andere Typen Interesse an ihr zeigen, desto öfter fragt er mehr oder weniger unauffällig nach. Ob der oder der andere gegraben hat. Ob mit dem oder dem was laufen würde. Und das sie schon sehen würde, dass ihr nach und nach immer mehr Typen nachlaufen würden. Aber das will sie gar nicht. Sie genießt ihre Zeit im Hier und Jetzt. Ihre Jugend, ihre Freiheit. Das sie nicht los kommt von ihm, das jedoch ist oftmals belastend. Aber irgendwie auch schön.
Mit großen Augen liegt sie in seinen Armen. Er streicht mit seiner Hand über ihre Wange und gibt ihr einen sanften Kuss auf den Mund. Einer dieser Küsse, die nach Sehnsucht und Abschied schmecken. Nach Liebe und Trauer. Und ihr einziger Gedanke ist, dass sie ihn liebt. Gleichzeitig weiß sie, dass sie nicht zusammen sein können. Weil sie zu labil ist und sofort die Beziehung zum Mittelpunkt ihres Lebens machen würde, sich selbst vergessen und alles mit sich machen lassen würde. Weil er noch zu sehr in seiner jugendlichen Ego- Phase steckt und sich auf niemanden einlassen kann. Weil er zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist.
Also warum sollten sie es sich schwer machen? Denn irgendwie haben sie einander ja doch noch. Sie sehen sich oft, sie haben Sex. Sie reden über ernste Themen, legen einander ihr Innerstes dar und lachen dann auch mal gerne über die seichten Dinge. Nur die Gefühle, die sie füreinander hegen, die bleiben außen vor, bleiben unausgesprochen. Denn würde es einer aussprechen, wäre die Sache, diese Leichtigkeit zwischen ihnen wieder kompliziert.
Warum sie kein Paar mehr werden wollen, wenn sie sich doch lieben?!
Weil Einfach einfach einfach ist.
Kommentare
Mhh.. Also so ganz verstehe ich noch nicht, was das jetzt genau mit der (fehlenden/) Betitelung der Beziehung zueinander zu tun hat.
27.07.2012, 17:25 von Juliie
Die Beiden waren schon zusammen. Und ihr Leben lief/läuft ganz und gar nicht so wie sie es will und sie war unglücklich (Labilität) Dann kam er und sie wollte unbedingt glücklich sein, um jeden preis. Also war ihr alles egal (sich selbst vergessen) und hat all ihr sein und ihr glück von der Beziehung abhängig gemacht und sich eingeredet, wenn diese beziehung klappt, dann wird auch alles andere. Er hat gemerkt, dass sie nicht mehr sie selbst war, aber den Mund nicht aufbekommen, nichts gesagt, sich Wochenlang nicht gemeldet und sie sitzen lassen als sie ganz am boden war und sie hat sich dennoch nicht getrennt, weil sie fürchtete ganz daran zu zerbrechen. Bis er eben den Schlussstrich zog. In die fehlende Betitelung spielen noch mehr Aspekte mit rein, aber das waren wohl die wichtigsten. Im Großen und Ganzen war und ist es für beide der falsche Zeitpunkt füreinander, die falsche Lebensphase. Diesen Punkt hätte ich wohl klarer ausformulieren sollen fürs Verständnis. Aber das wäre wohl wieder ausgeartet und dann ein Herzschmerz- Text geworden, was ja eigentlich gar nicht mehr so ist. Sie haben sich arrangiert, können nicht ohne einander aber auch nicht mit.
Erstmal vielen Dank für die ausführliche Antwort! :) Hintergründe sind immer sehr interessant.
27.07.2012, 20:55 von JuliieAlso ich hatte mich einfach gefragt, warum sie sich ohne die Betitelung als "Beziehung" trotz weiterhin innigem Umgang in allen Bereichen nun auf einmal viel weniger abhängig fühlt.
Schafft sie es deshalb leichter, ihre Erwartungen (die ja nicht auf einmal verschwinden) zu unterdrücken, weil sie ja jetzt ""nichts mehr erwarten kann"" (würde für mich ein wenig wie Selbsttäuschung wirken, siehe u.a. auch was philantrop schrieb)?
Oder tobt sie sich einfach beim Fremdvögeln aus / ist für andere Männer nun auch wirklich (emotional) offen (der Text lässt das nicht vermuten)?
(Sorry, vielleicht geht das jetzt auch zu weit :D)
Nein, das sind alles Dinge über die ich mir auch schon Gedanken gemacht habe (um mal von dem "sie" weg zu kommen, das es keine Geschichte ist hab ich ja unten schon durchsickern lassen) Ich denke, es ist etwas von beidem. Selbsttäuschung und das Wissen, ich könnte, wenn ich wollte. Nur das ich, bis auf ganz am Anfang, als das wieder begonnen hat mit uns, nie etwas mit einem anderen hatte und er vorher auch gar nicht (hat er mir ungefragt erzählt) und jetzt... ich will's gar nicht wissen. Fakt aber ist, dass es mir mit der Situation gut geht. Ich weiß, ich kann mich auf ihn verlassen und mit Problemen zu ihm kommen. Allerdings hab ich nicht mehr das Gefühl mich für alles Rechtfertigen zu müssen.
Hehe, verkorkst. Ja mei, so ist das eben manchmal mit Gefühlen, ist ja dann auch einfach menschlich (sollte man hier auch nicht immer vergessen...). Und so naiv scheinst du ja dann eben doch nicht. Solange es sich im Moment gut für dich anfühlt, ist das ja dann völlig in Ordnung.
27.07.2012, 21:15 von JuliieWie schon gesagt wurde, manche Erfahrungen muss man auch einfach machen, auch wenn man schon erahnen kann, dass es wahrscheinlich nicht so gut enden wird. Danke für deine Offenheit!
Ja, ich nehme lieber das Gute mit. Wie ich unten bei Philantrop schon schon geschrieben hab: In einer glücklichen Beziehung denkt man auch nicht darüber nach, dass es mal enden, gar böse enden könnte. Ich genieße die Zeit und das gute Gefühl. Ich denk mir meistens: Man wird nicht nur einmal verletzt und man verletzt nicht nur einen Menschen. Alles kann gut gehen aber auch schief gehen. So oder so, am Ende wird sich herausstellen, was ich aus dieser Erfahrung mitnehme. Und bitte gerne, wenn ich schon diesen Text veröffentlicht habe, dann sollte ich wohl auch mit den Hintergründen nicht zurückhalten :)
27.07.2012, 21:25 von execratedworldIch habe da eine, von der Art und Weise der Beziehung unabhängige, einfache Gleichung: Überwiegt das Plus, ist es in Ordnung. Sich im Minusbereich herumzusuhlen, weil man nicht loskommt, ist destruktiv. Aber du scheinst ja gut im Bilde.
27.07.2012, 21:32 von JuliieUnd naja, in einem Text seine Gefühle zu offenbaren, ist ja schon mutig genug. Ich erwarte darüber hinaus erstmal nichts. Deswegen das Danke ;)
Wie dem auch sei, ich wünsche viel Erfolg!
Bist du in meinen Kopf geschlichen und hast meine Gedanken aufgeschrieben?
27.07.2012, 12:27 von schmetterlingslachenEine wichtige Erfahrung: Man ist gar nicht so individuell, wie man immer denkt zu sein ;)
27.07.2012, 12:45 von PhilantropAch Gott ist das bescheuert.
27.07.2012, 11:08 von PhilantropIch lass mich ja selten zu solchen Kommentaren hinreißen.
Ihr müsst eure Beziehung einfach offener deffinieren und gut ist. Beziehung ist, was ihr draus macht!!
Oder eben nicht, das soll ja kein "ich-beschwer-mich"- Text sein. Es ist ein "es-ist-gut-wie-es-ist"-Text. Da werden dann Definitionen unnötig. Irgendwie. Solange es gut ist.
27.07.2012, 11:11 von execratedworldEs geht halt nicht gut.
27.07.2012, 11:35 von PhilantropUnverbindlichkeit zerstört.
Ein bisschen Sicherheit braucht die Liebe.
Es ist durchaus bewusst, dass es entweder in einer Katastrophe endet, oder - was unwahrscheinlicher ist- im Sande verläuft. Ich finde es jedenfalls nicht falsch die zeit und Momente zu genießen. Schließlich kann auch eine glückliche Beziehung böse enden und nicht gut gehen. Aber über sowas denkt man schließlich auch nicht nach, wenn die Beziehung glücklich ist...
27.07.2012, 12:14 von execratedworldEs ist eben nur eine verpasste Chance...
27.07.2012, 12:17 von PhilantropOder genau das Richtige
27.07.2012, 12:39 von execratedworldJa, es ist das richtige für dich, weil du Erfahrungen sammeln musst.
27.07.2012, 12:42 von PhilantropFür mich wäre es das Falsche, weil ich weiß, dass so etwas nie gut geht. Ich würde es mittlerweile auch nicht mehr soweit kommen lassen.
Aber jede Erfahrung - muss man selbst erfahren :)
So kann man die Dinge auch sehen. So oder so. Am Ende wird sich herausstellen, was ich daraus mitnehme. :)
27.07.2012, 12:46 von execratedworldich will das haben, genau so.
27.07.2012, 09:13 von FraeuleinLiebtMusikIch nimm das dann auch einmal, bitte.
28.07.2012, 18:04 von LIEBEMACHEN.Der Weg dahin war allerdings nicht so schön ^^
28.07.2012, 18:05 von execratedworldihr wart vorher zusammen, oder?
28.07.2012, 18:25 von FraeuleinLiebtMusikich will das mit jemandem, mit dem eine richtige beziehung keinen sinn hat, weil er sowieso ständig in der welt rumtingelt und jetzt erstmal ans andere ende von deutschland zieht.
So könnte das funktionieren...
Ja waren wir. Sogar sehr glücklich anfangs. Aber es war der falsche Zeitpunkt für uns beide. Wir waren nicht mal lange zusammen. Aber gerade in der Anfangszeit einer Beziehung ist ne Trennung besonders schmerzhaft. Es war...naja. Eben viel Trennungsschmerz auf dem Weg dahin.
weil einfach einfach einfach ist ;)
28.07.2012, 18:35 von FraeuleinLiebtMusikGenau :) Das ist der Mittelpunkt dieser ganzen Sache. Man kann nur hoffen, das es einfach bleibt :)
28.07.2012, 19:03 von execratedworldNatürlich habt ihr eine Beziehung. Nur ist diese anders definiert, als die "normale". Aber was ist schon normal? Wenns so wies läuft ok für euch ist, dann solltet ihr euch keinen Kopp machen. In meinen Augen total unnötig.
26.07.2012, 09:29 von TaneaKlingt aber irgendwie nicht so, als ob sie damit wirklich glücklich ist.
26.07.2012, 09:18 von halbkindmfDa ist es dann dieser Zwispalt: "Was der Kopf sagt, das Herz aber will"
Die Situation ist ein Kompromiss, den die Beiden im Stillen miteinander geschlossen haben. Der Zeitweise glücklich macht und in einsamen, gedankenschweren Momenten eher belastet.
26.07.2012, 09:23 von execratedworldJa, das dachte ich mir schon. "Im Stillen geschlossen" find ich immer gefährlich, weil sie vielleicht ganz anders über den Kompromiss denkt als er. Und hinterher bleibt dann nur zu sagen: Hätten sie mal miteinander geredet. Jedenfalls finde ich aufgrund meines Eindrucks des nicht-glücklich-seins, dass einfach eben nicht einfach einfach ist.
26.07.2012, 09:27 von halbkindmfIch denke, Einfach ist eine zeitlang bestimmt einfach. Bis es eben durch einen Auslöser doch wieder schwierig wird. Aber ist es denn falsch, die momentane Leichtigkeit mit zu nehmen und die Zeit zu genießen?
26.07.2012, 09:33 von execratedworldNö gar nicht, wenn man momentan wirklich leicht ist und das nicht nur vortäuscht, dann auf jeden Fall! Loslegen mit Genießen!
26.07.2012, 09:36 von halbkindmfso ist es!
26.07.2012, 08:21 von laurernd