Weanda_Garli 30.11.-0001, 00:00 Uhr 6 3

Was tun?

Ich wusste, dass es nicht einfach wird.

Aber es wurde einfacher als ich dachte und zugleich sehr viel schwerer.

Als wir beide zusammenkamen, ging für mich ein kleiner Traum in Erfüllung.
Niemals hätte ich geglaubt, dass Du einmal mein Freund werden würdest. Noch sind wir nicht lange zusammen aber ich denke, dass eine lange Zukunft vor uns liegt. Denn obwohl Du eine lange Beziehung hinter Dir hast und das noch nicht lange vorbei ist, sagst Du mir so oft, wie glücklich Du bist, das macht es mir einfach, an uns zu glauben.
Wäre da nicht sie.

Sie, mit der Du Jahre geteilt hast, Tisch und Bett, Wohnung und Beruf.
Sie, die Dich hat fallen lassen, für einen anderen, die gegangen ist mit ihrem Hab und Gut und Dich alleine zurückgelassen hat, ohne sich einen Deut um Dich zu kümmern – nur sie zählte in diesem Moment.

Und jetzt, wo Du wieder glücklich bist, Du wieder anfängst zu leben – mit mir, da ist sie wieder da. Sie steht vor den Scherben eines großen Fehlers.
Denn sie ist nicht glücklich geworden, ihr Plan ist nicht aufgegangen und nun merkt sie zu spät, was sie getan hat, wie sehr sie Dich verletzt hat und dass ihr Glück nicht währte.

Jetzt, an dem Punkt, an dem alles zu spät ist, beginnt sie uns herauszufordern.
Deine Gefühle, mein Verständnis und unsere Geduld.

Sie erträgt nicht, dass sie in dem Spiel den Kürzeren gezogen hat.
Sie dachte, sie wäre die Gewinnerin, die Dich alleine lässt, sich nie wieder meldet und Dir zeigt, wie gut sie ohne Dich zurecht kommt, nach dem sie Dich acht Jahre lang so hat leben lassen, wie sie es wollte, ohne Rücksicht auf andere.

Doch nun steht sie alleine da, ohne Freund und ohne Freunde, sie wollte dich so fest an sich binden, dass sie sich nie um Freunde gekümmert hat, denn sie hatte ja Dich und Eure Illusion.
Doch die neue Seifenblase ist geplatzt und ihr konsequentes Handeln bricht ihr jetzt das Genick.
Alleine steht sie in der Welt und empfindet nur Wut darüber, dass wir beide ihren Plan vom Leben verwirklichen.

Dass Du wieder glücklich bist und sie nicht, bringt sie um den Verstand und lässt kühles, wütenden Kalkül aus ihr sprechen.

Sie schreibt Dir eine Nachricht nach der nächsten, immer am Wochenende, wenn sie weiß, das ich bei Dir bin. Sie kontaktiert zusätzlich Deine Freunde, um zu erfahren, was Du tust, um uns zu zeigen, dass sie sehr genau weiß, was wir tun und wo wir sind, um dieses Wissen in einen Vorwurf zu verpacken – „für mich hättest Du das nicht getan, mit hast Du das nie gemacht“.

Und sie droht mit Selbstmord – und weiß sehr genau, was sie Dir damit antut, denn natürlich machst Du Dir Sorgen um sie, das ist der Punkt, mit dem sie Dich erreicht.
Und selbst Ignoranz interessiert sie nicht.

Und ich?
Ich stehe als dritte Person dabei und versuche objektiv zu sein.
Ich versuche, für Dich da zu sein und Dir den Rücken zu stärken, versuche, Dir objektiv meine Meinung zu sagen, wenn Du mich darum bittest, ohne Dir das Gefühl zu vermitteln, dass ich gegen sie hetzen will.
Ich versuche den Balanceakt zu bewältigen und Dir zu helfen, ohne zu schreien „dann soll sie es doch endlich tun und uns in Ruhe lassen.“

Denn das wäre ihr Erfolg – uns soweit zu bekommen, dass wir uns ihretwegen streiten, am Besten noch, weil Du sie verteidigst und ich dafür kein Verständnis aufbringen kann.

Ja, sie kennt Dich lange genug und sie ist nicht dumm, sie weiß genau, was sie tut.
Doch was sollen wir tun?
Wann findet das ein Ende?
Ich werde mir von Ihr nicht meine Liebe zu Dir zerstören lassen.
Aber werde ich immer stark genug sein?

Und was, wenn sie irgendwann so weit ist, dass ihr jedes Mittel Recht ist, uns auseinander zu bekommen?
Wenn sie doch ihre einzige Chance wahrnimmt, mit der sie gewinnen kann und sich doch etwas antut?

Ich hoffe, ich habe genug Kraft, nicht mehr zu weinen, wenn Du es mit bekommst.
Ich hoffe, ich habe genug Kraft, das alles mit Dir durchzustehen, um am Ende mit Dir zu gewinnen – für uns.

Bis dahin stellt sich die Frage:

Was tun?

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6 Antworten

Kommentare

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    sehr gut geschrieben....unsere Situation ist etwas anders, da er sie für mich verließ...kannst ja nochmal "ich habe eine feindin" lesen...das ist quasi der erste Teil der Geschichte...aber über eins sind wir uns einig....es ist soooo unglaublich kräfteraubend, wenn der schatten der vergangenheit nicht verblasst...Alles Gute!!!!

    18.07.2007, 16:38 von Stefff
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    Habe das bereits hinter mir. Selbst nach drei Jahren gab es noch keine Ruhe. Und leider hat sie es zwischendurch geschafft, Mißtrauen in mir zu wecken.
    Mache nie den Fehler, ihm zu mißtrauen bevor du nicht einen wirklichen Grund hast !

    Viel Kraft !

    Liebe Grüße,
    b.nigna

    21.06.2007, 12:03 von b.nigna
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