Was ich vergessen habe
Du hast dich entschuldigt, es würde dir leid tun, schreibst du mir, während du am Ballermann bist und „Sex on the Beach“ zum „Teekesselchen“ machst.
Und als ich dich gesehen habe, waren es Lügen, die ich dir erzählte. Ich wollte die Wahrheit sagen, aber in dem Moment waren die Lügen wie ein Schutzschild, das mich umgibt, seit ich versuche dich loszuwerden. Ich sagte wie gut es mir doch gehen würde. Natürlich bin ich glücklich. Ohne dich ist alles viel besser. Am meisten macht es Spaß alleine im Bett zu liegen und mir die Wunden zu lecken.
Und an das was war, denke ich schon lange nicht mehr. Schon mindestens ein, zwei Stunden habe ich nicht mehr an dich gedacht und an das, was ich längst vergessen habe.
Ich habe längst vergessen, dass ich die ganze Zeit neben dir her gelaufen bin und du mir Worte zugeschrieen hast, die sich von unten wie „Schlampe“ angehört haben.
Du hast mich mit Respektlosigkeit und Ignoranz beworfen, um mich vom Weg zu bringen und Richtung Demut zu drängen, während du „Egoismus“ liebevoll an der Hand hielst, zu dem ich eifersüchtig hinaufsah.
Wie gerne wäre ich „Egoismus“ gewesen.
Ab und zu war ich auf dem Weg dein Rastplatz, zwischen dem letzten und dem kommenden Streit. Allerdings war dir die Zeit dort nie mehr wert als ein Freiparkenticket. Jedes Mal wenn du gingst, hab ich dir etwas mitgegeben. Eine neue Chance, eine zweite, eine dritte, aber mein Stolz war das Einzige, mit dem du dir wirklich Mühe gegeben hast. Eigenhändig hast du ihn zum Sondermüll gebracht und direkt neben Wolfgang Petry´s gelegt. Aber das habe ich längst vergessen.
Ich habe dir einen Brief geschrieben, weil ich einfach vergessen habe, dass du meine Sprache nicht verstehst. Du bist Liebeslegastheniker. Du hast weder die Zeilen aus „Sehnsucht“, noch die Zeilen aus „Liebe“ verstanden. Ich habe dir versucht meine Gefühle zu erklären, aber ich wusste nicht wie ich sie malen sollte, damit auch du sie verstehen würdest.
Ich habe überlegt in welcher Reihenfolge die Dinge vor der Hoffnung verstorben sind. Ich habe es vergessen.
Die Zeit, in der alles wichtiger war. Sie ging einfach nicht vorbei. Du schreibst Geschichte in deiner persönlichen „Never-Ending-Story“. Du bist die Hexe, die Stiefmutter, die böse Fee… Du spielst diese Rolle gut. Jeder hat es gesehen, jeder hat mich vor dem Apfel gewarnt, aber ich konnte nicht widerstehen und somit habe auch ich mich mit der Zeit meiner Rolle als
B-Ware angepasst. Mangelware, die gut zu deinem Mangel an allem passte.
Vergessen habe ich auch den Zeitpunkt, an dem sich mein Selbstbewusstsein zu meinem Stolz legte, mein Masochisten Herz dabei zusah, dem Verstand die Augen zuhielt und den Mund verbat.
Ich würde einen Fehler machen, erklärst du mir, während du dich für vier Jahre rechtfertigst, die du gebraucht hast, um mich zu dem zu machen was ich heute bin. Umweltfreundlich getrennte Einzelteile, die darauf warten recycelt zu werden.
Du hast dich entschuldigt, es würde dir leid tun, schreibst du mir, während du am Ballermann bist und „Sex on the Beach“ zum „Teekesselchen“ machst.
Es würde dir unglaublich schlecht gehen, sagst du, während du Luxusleidest.
Ich bin deine große Liebe, die Einzige, versprichst du mir, während du in deiner weiblichen Ablenkung steckst.
Ich dürfte dich nicht vergessen, bittest du mich, während ich mich an nichts mehr erinnern kann.






Kommentare
ich lese diesen Text zum hundertsten Mal in regelmäßigen Abständen und er ist einfach immer noch der wahnsinn!!!!
Die letzten zwei Absätze gefallen mir. Schwungvoll und erhobenen Hauptes. Gut!
25.07.2011, 12:59 von Floeeckchendie Story kann ich gut nachvollziehen!
23.07.2011, 18:32 von kanguruthnicht gerade beruhigend, dass es anderen auch so (er)geht...
das scheint immer der gleiche Typ zu sein...
Metaphern-overload! Der Autor hat sicher Potential - aber bei diesem Metaphern-Hopping kommt man nich mehr hinterher! Ein Sachverhalt wird nicht besser, wenn man ihn in jedem Satz mit einem neuen Vergleich belegt. Man lacht zwar drüber, aber das schafft nur kurzzeitig Abhilfe. Wichtiger ist die Tiefe - und die fehlt hier. So wäre es für den Leser auch einfacher mitzufühlen.
18.07.2011, 16:21 von LaVieCurrieuxAlso ich habe mich an einigen Stellen wirklich amüsiert.
16.07.2011, 20:39 von HoerTheaterGerade wenn man diese Phase des Empfindens schon hinter sich hat.
"Männer sind Schweine", die beste Band der Welt hat's schon immer gewusst
16.07.2011, 13:18 von runner_chIch finde, du hast sehr schön geschrieben. So ziemlich jede, deiner Gefühlslagen kommt hier zur Geltung und ist gut nachvollziehbar. Toller Text!
15.07.2011, 03:30 von haltmichfestwow. toll geschrieben :)
15.07.2011, 00:05 von JulesMummm@hellalein In diesem Text, soweit ich den überflogen habe, geht's um so ein Ballermann-Asshole.
14.07.2011, 21:22 von Jackie_GreyDer ist nun wirklich kein Maßstab für alle Männer und Jungs!! Gott sei's gedankt.
Ich finde es unmöglich und auch kindisch und völlig unreif, ständig Männer als gefühlsarm und anders tickend hinzustellen. Männer sind keine Aliens. Es gibt auch miese, kaltschnäuzige weibliche Wesen.
Dieses Geschimpfe und der ganze "Hass" , nur weil man schon viel echten Liebeskummer im Leben hatte, ist einfach nur dämlich und unreflektiert.
@hellalein Ich kriege regelmäßig einen Kotzreiz, wenn ich von 'euch Frauen' und 'die männlichen Wesen' lese.
15.07.2011, 11:39 von sailorAber is wahrscheinlich wieder geile Ironie...