einfachMarie 30.11.-0001, 00:00 Uhr 9 39

Warum wir nie erlaubten uns zu lieben

Wir haben so sehr auf das perfekte Glück gewartet, dass wir vergaßen, dass wir unser eigenes Glückes Schmied sind (...)

Je wärmer es wird, desto länger werden die Nächte, und mit jeder warmen Brise, streift eine weitere Erinnerung meine Gedanken.

Warum wir es nie zuließen, warum wir nie erlaubten uns zu lieben, ist mir gar nicht mal so klar.
Wir hatten so viel Zeit, und wenn wir uns ansahen, dann wussten wir um uns. Um die vergängliche Zeit, um das "uns" und um das "wir", dass irgendwo zwischen Traum und Realität festhing.
Doch wir ließen die Zeit vertreichen, sahen zu wie unsere Bilder verbleichen und wir blieben die Gleichen. Du und ich. Nicht wir. Nicht uns.
Wir sagten das, was der Andere dachte, wir sahen die Welt mit den selben Augen.
Du sahst mich an und ich lachte, vielleicht wurde ich auch rot, doch vor allem fühlte ich. Dich.
Wir suchten so sehr nach Sicherheit, nach etwas zum Festhalten, dass wir vergaßen einander zu halten, uns in Sicherheit zu wiegen. Unsere Angst davor nicht zugenügen und am Boden zu liegen übertönte die Neugier aufs Fliegen.
Wir standen vor dem Wolkenhimmel und ließen Nummer 7 ziehen, ohne nach ihr zu greifen, aus Angst wir seien zu schwer und sie könnte uns nicht halten. Und es flogen noch so viele Wolken mehr an uns vorbei.
Deine Stimme berührte mich und versetze meinen Puls zugleich in einen wirren Rythmus.
Und ich frage mich bis heute wie deine Lippen schmecken und wie die Worte "wir" und "uns" aus deinem Mund klingen.
Wir haben so sehr auf das perfekte Glück gewartet, dass wir vergaßen, dass wir unser eigenes Glückes Schmied sind und das all unsere Imperfektionen uns perfekt zu Dem machen, was wir sind.
Nun stehe ich vor meinen gepackten Koffern, die voll sind mit Allem was mir lieb ist. Meine Erinnerungen sind wie zerbrechliche Weihnachtskugeln, eingewickelt in Shirts und Jacken, damit sie nicht zu Bruch gehen.
Ich schaue nach vorn, doch mein Herz blickt zurück, warum konnten wir unseren Weg nie sehen?
Warum wir nie erlaubten uns zu lieben, ist genau der Grund  warum nicht meine Koffer sondern mein Herz tonnenschwer ist, aus Angst dass unsere großen Gefühle zu einer geplatzten Seifenblase werden, die nicht mehr übrig lässt als Scherben in Traumfarben des Regenbogens und Tropfen auf brennenden Boden.
Ich weiß nicht wann mein Herz dich ziehen lässt, und auch wenn längst Jemand anderes an deiner Seite geht, wirst du immer mein größtes Fragezeichen bleiben. Mein Weltenbummler, der genau wie ich, vom Weg abkam, dieser eine Mensch, diesen einen Sommer, den man nie vergisst.

Du bis die einzig ewig anhaltende "Was wäre gewesen wenn-" Frage.
Und du bist der bittersüße Schmerz der Antwort, dass es nie sein wird. 

in Liebe 


Tags: Abschied, zurückdenken, Fragen, Was wäre wenn...?
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9 Antworten

Kommentare

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  • 1

    wow wunderschön geschrieben, vor allem gefällt mir dieser Abschnitt

    Ich weiß nicht wann mein Herz dich ziehen lässt, und auch wenn längst
    Jemand anderes an deiner Seite geht, wirst du immer mein größtes
    Fragezeichen bleiben

    04.04.2016, 13:41 von Theresalein
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  • 1

    Danke.

    19.07.2015, 21:19 von allesistweiss
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  • 1

    Vor einem Jahr fühlte ich genauso.

    23.06.2015, 09:34 von SabineS
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  • 1

    Danke, einfachMarie. Du hast mir aus der Seele gesprochen. Fühle genau das..

    03.06.2015, 22:05 von Loritanzt
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 2

    Wundervoll.. ich würde sagen, ich bin verliebt in den Text

    29.05.2015, 23:50 von kuku
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  • 5

    Wie leicht könnte einem ums Herz werden ohne "Was wäre wenn...".
    In einer Parallelwelt wären wir jetzt glücklich.
    Danke für deinen Text, ich fühle dasselbe.

    29.05.2015, 22:00 von FrolleinW
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  • 1

    trifft mich teilweise völlig, innerlich

    29.05.2015, 17:58 von zimt_rose
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