Von Töpfen und Deckeln
Ein Jahr lang. Eine Beziehung. Ein Problem. Eine schöne Zeit. Tausend Zukunften.
Wir lernten uns kennen, als wir beide nicht mehr daran geglaubt hatten, dass es für unsere Töpfe Deckel gibt.
Es ging schnell mit uns. Der erste Kuss war ein Feuerwerk, die ersten gemeinsamen Tage ein Fest.
Wir sind aufgeblüht, haben wieder daran glauben können, dass alles gut wird.
Aus Zwei wurde Eins und wir waren beseelt von diesem unschlagbaren Wir-Gefühl. Kein Wässerchen hat uns trüben können. Auch die Entfernung hat uns nichts ausgemacht.
Auch wenn es eine Weile gedauert hat, bis ich mich meinem Glück voll hingeben konnte, so trug ich doch die Hoffnung in mir, endlich etwas zu haben, dass es Wert ist. Wert, zu leben, wert, zu hoffen, wert zu lieben.
Wir stritten nicht. Wir waren viel zu sehr damit beschäftigt, uns zu vermissen, uns in den Armen zu liegen, sobald wir uns hatten.
Von Tag zu Tag wurde einem die Distanz bewusster.
Es wurde immer schwerer, loszulassen. Es tat immer mehr weh, die rosa Brille wurde zunehmends klarer und durchsichtiger.
Einfach war etwas anderes.
Heute kann ich sehen, dass mein Selbstschutz dich immer weiter von mir gestoßen hat. Ich kann nicht leiden. Ich kann's aber verdrängen. Kann alles von mir schieben und mit sinnlosen Sachen übertünchen. Little Miss Sunshine spielen. Nichtmal bewusst. Es ist einfach so.
Alleinsein ist nicht meine Bestimmung. Hoffen und warten, sehnsüchtig ausharren auch nicht.
Ich habe dich so sehr gebraucht.
Vielleicht wäre es anders ausgegangen, vielleicht hätten wir uns nicht mehr riechen können.
Heute bist du so weit von mir weg, dass ich dich kaum noch sehe. Ich lass' dich nicht mehr an mich ran.
Als ich dich das erste Mal nach der Trennung sah, spürte ich nichts. Kein freudiges Aufhüpfen meines Herzens, kein erfülltes sehnen. Nichts. Ich wusste nicht, was ich fühlen wollte, sollte, könnte. Es war, als hätte mein Körper die Luft angehalten um zu sehen, was passiert.
Es hat's mir leichter gemacht.
Wenn man weiß, was einem fehlt, wird es einem immer sehnlicher bewusst.
In dem Moment hat mir nichts mehr gefehlt. Jedoch lag das nicht an dir.
Mein Herz ist ausgezogen bei dir, hat sich eine neue Bleibe gesucht. Im Moment hat's Unterschlupf in einer Scheune gefunden. Hofft, dass eine Wohnung bezugsfertig wird.
Es war ein schönes Jahr. Ich habe es genossen, ich habe dich wirklich sehr geliebt.
Deine Augen waren immer ein Meer von Möglichkeiten, Hoffnungen und Gefühlen. Wie gern hab ich hineingesehen und geträumt.
In deine Arme habe ich mich geschmiegt, deinem Herz beim Schlagen zugehört. Dort habe ich mich sicher gefühlt.
Deinen Geruch habe ich so gern gerochen, habe ihn wie eine Droge eingesogen.
All das zählt nicht mehr für mich. Es ist zu weit entfernt und es ist gut so.
Danke.
Danke für ein Jahr Glückseligkeit, Geborgenheit, Liebe.
Danke für all die Zeit, die Kosten und Mühen.
Danke dass es dich gibt, dass ich dich so hab kennenlernen dürfen.
Hallo, neue Zeit. Gern öffne ich dir die Tür, komm herein, mach's dir bequem.
Genieße den Blick auf den See und trink einen Tee mit mir.
Was hast du mir mitgebracht?






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