mtsbrch 30.11.-0001, 00:00 Uhr 18 24

Von „Ich liebe Dich“ und dem richtigen Zeitpunkt.

Es ist zu früh zu sagen, dass ich dich liebe. Weil wir in den Grenzen und Regeln von „so sollte es sein“ und „Nein, das geht doch nicht!“ leben.

Es ist zu früh zu sagen, dass ich dich liebe. Glaube ich. Weiß ich aber nicht. Weil Liebe nur ein Gefühl ist, von welchem wir glauben, dass nur die Zeit dieses bestätigen kann. Doch manchmal merken wir nicht, dass dieses Gefühl echt war. Es schon lange sich selbst bestätigt hat. Merken wir nicht, bis es vorbei ist. An uns vorbeigezogen ist. Wenn wir merken, dass wir keine Zeit gebraucht hätten, um dieses Gefühl zu bestätigen. Denn auch wenn wir nicht genau wissen, was Liebe ist, wissen wir, wie es sich anfühlt. Und an der Art und Weise und Schnelligkeit wie wir fühlen, können wir nichts ändern.

Es ist zu früh zu sagen, dass ich dich liebe. Weil wir beide Angst haben. Todesangst vor unerwiderten Gefühlen. Und wir beide scheu vor Risiko sind. Risiko einzugehen um herauszufinden, ob das was wir haben, was zwischen uns ist, beidseitig ist. Weil wir Angst haben, etwas zu verlieren. Nicht fragen möchten, weil wir Angst vor der Antwort haben. Einer Antwort, von der wir glauben zu kennen, wie sie lautet.

Es ist zu früh zu sagen, dass ich dich liebe. Weil wir beide verletzt worden sind. Weil wir beide wissen, was Schmerz wirklich bedeutet. Weil das letzte Mal, als wir uns geöffnet haben und wir dachten es sei für immer, das „immer“ schnell zu einem „selten“ und letzten Endes zu einem „vorbei“ wurden. Und das nicht jede Art von Liebe für immer hält. Dass manche Liebe nur da ist, um uns stärker zu machen. Um uns an die Momente zu erinnern, in denen wir dachten wir könnten nie wieder jemanden so sehr lieben. Nie jemanden so sehr vertrauen. Und am Ende ging es dann doch. Irgendwie. Irgendwann.

Es ist zu früh zu sagen, dass ich dich liebe. Weil wir in den Grenzen und Regeln von „so sollte es sein“ und „Nein, das geht doch nicht!“ leben. Weil wir in den Idealvorstellungen denken, wie lange man jemanden erst mögen sollte, bevor man lieben darf. Weil es anstatt Liebe auch einfach nur Lust sein kann. Weil wir vielleicht nicht verliebt sind, sondern nur das Gefühl lieben.

Es ist zu früh zu sagen, dass ich dich liebe. Aber wenn ich dich vermisse, sobald du die Tür hinter dir zu machst. Wenn ich deinen Kapuzenpullover behalte, damit der Geruch von dir nie geht, auch wenn du schon lange fort bist. Wenn die Stille durch deine Abwesenheit, nur durch dich gefüllt werden kann. Aber in deiner Gegenwart, meine Gedanken nicht laut genug sind um von dir gehört zu werden, obwohl sie lauthals nach dir schreien.

Es ist zu früh zu sagen, dass ich dich liebe. Doch jedes mal, wenn ich „Auf Wiedersehen“ sage, möchte ich dir wirklich sagen „Bleib bei mir. Ich liebe dich.“

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18 Antworten

Kommentare

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    Wohl vielen Menschen ein nur allzu bekanntes Gefühl. Schön geschrieben!

    19.02.2018, 14:41 von _Jubilee_
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    Herrlich, da geht man mit ! 

    04.01.2017, 00:22 von Lalotte
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    Voll schön und so.

    04.09.2016, 15:04 von Elvira_Nocturna_Imperialis
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    Liebe ist kein Gefühl.

    04.09.2016, 14:03 von sailor
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      Ein Bedürfnis.
      Was, je nach dem, ob erfüllt oder unerfüllt eine ganze Facette von Gefühlen auszulösen in der Lage ist.

      Und etwas weiter gefasst (siehe mein Status) 'Liebe ist eine Energie, durch die unser handeln das Leben anderer bereichert.'

      30.03.2017, 13:48 von sailor
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      Was genau ist die Frage zur Energie...

      30.03.2017, 15:38 von sailor
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    <3

    04.09.2016, 13:53 von themagnoliablossom
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    Schön kurz und knapp, gefällt mir gut! Das Thema kann wohl jeder nachvollziehen.

    04.08.2016, 13:46 von KabblenIstSchoen
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    Ich liebe deine knappen Statements, die kaum ne Wutz versteht.

    03.08.2016, 22:55 von Dr_Lapsus
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    Für Immer ist (leider?) gar nichts.  Immer, Immer, Immer brauch und darf es auch gar nicht als Teil einer Entwicklungskette.  alles ist zeitlich und dem Leben reicht relativer temporärer Bestand um fortzubestehen.  

    ALLE Liebe ist da um das Leben zu stärken. Es ist ein- und dasselbe. Leben ist Liebe. Wenn es das nicht tut, gibts ein Problem, das durch Leid, Schmerz, Krankheit, Verderben, frühzeitigen bzw. unnatürlichen Tod usw. auf sich aufmerksam macht. 

    ALLES ist und war einmal "nur" eine Empfindung, ein Gefühl. bspw.: "geht so", "geht sehr gut", "geht überwältigend",  "geht gar nicht" usw.. Bevor es sich verflüchtete im Schwall vieler anderer Gefühle.
    ODER ABER es sich behauptet, manifestiert: zu Entscheidungen, Zielen, Absichten, Überzeugungen, konkreten Taten und Materialisierungen. Als Folge dessen dem Gefühl ein Wert beigemessen wird, der es stärken und zu Gestalt bringen soll. mit einem Wort: Wachstum. 

    Wer meint, er könne nichts ändern an dem wie und was er wahrnimmt, sieht sich demnach als emotionaler Roboter, als machtloser Knecht dessen, was ihm/ihr die Empfindungen zu fühlen geben, denen man zu folgen und zu entsprechen hat wie eine Maschine, ohne jede Möglichkeit Verstand, Reflexion, Vernunft (als korrektives Reifungs- und Entwicklungsinstrument intelligenter Lebewesen) von Wahrnehmungen und Empfindungen einzusetzen.  Bitte. wer sich so sieht, soll das tun.  Und ewig klagen darüber, ein Mensch zu sein, der sich zum unmündigen, wehrlosen Untertan aller seiner Empfindungen macht... die nunmal so seien, in Stein gemeißelt und unveränderlich wie das Leben von jenen wahrgenommen wird, auch immer so bleiben müssen.

    Dass der Mensch Dauer erstrebt, indem was ihm wertvoll ist, könnte natürlicher nicht sein. Dass er gern ignoriert, welchen Preis Dauer und Bestand erhebt, nur allzu menschlich...   

    03.08.2016, 21:58 von schauby
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    Das nie enden wollende Thema.  Scheint bei Neon ein Evergreen zu sein ?


    Wuerden hier Leute jeden Tag ueber die Sinnlichkeit von Schweissfuessen schreiben, sie steckten schon lange inner Zwangsjacke 

    01.08.2016, 14:43 von Dr_Lapsus
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      Und doch scheint dich das Thema so zu interessieren, dass du viele dieser Texte liest. Liebe & Nicht-Liebe ist einfach schön. Mit all seinen Facetten. <3

      02.08.2016, 16:45 von mtsbrch
    • 2

      in erster Linie interessieren mich die Kommentare, denn die bekomme ich rechts angezeigt.  Danach ueberfliege oder lese ich komplett die Texte.


      Die Kommentare sind haeufig viel unterhaltsamer.  Was ist denn an einem Thema, das hier schon 20 Jahre lang 35.000mal durchgekaut wurde, interessant?

      Die Beschreibungen der jeweils privaten "Erlebnisse"  werden dabei immer peinlicher und harntreibender.

      Lass dich nicht von der Verbreitung einfallsloser Texte abhalten.   Das Volk lechzt danach.

      saludos






      03.08.2016, 11:40 von Dr_Lapsus
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    • 1

      sicher?

      01.08.2016, 15:21 von libido

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