herz.ist.trumpf. 23.07.2008, 20:09 Uhr 2 6

Vom Verlieren und finden

Fast, als würde die Luft glühen und dann verrate ich mich mit meinen Blicken und schaue öfter auf die Uhr, als nötig.

Manchmal frage ich mich, ob du in denselben Momenten in den Himmel schaust, wie ich und manchmal suche ich dann die Antwort auf die Frage, ob du dich auch manchmal in der frühen Abendluft verlierst, nur manchmal, nur zeitweise, niemals bedingungslos, niemals fehlerfrei.

Heute findet sich das Leben in einer besonderen Stimmung wieder, fast, als würde die Luft glühen und dann verrate ich mich mit meinen Blicken und schaue öfter auf die Uhr, als nötig. Es ist, als würde ich auf irgendetwas warten, den falschen Zeitpunkt, den falschen Ort oder eine Selbstdefinition, mit der ich mich identifizieren kann, ohne mich zu vergessen.

In letzter Zeit vergesse ich mich oft. Ich ergreife die Flucht von mir und flüchte mich in Projekte. Er war mein wertvollstes Projekt und jenes, welches mich am meisten verworfen hat. Das soll keine Schuldzuweisung sein, aber dieser Vorwurf, er hätte gedacht ich sei viel mehr Träumerin als er, und dieser Schmerz in diesen Worten zerreißt mich. Ich finde mich an tausend Orten wieder, aber nie mehr zusammen.

Ich würde dir gerne erzählen, dass sich der heutige Tag ein wenig wie Herbst angefühlt hat. Dass ich den Himmel mit meinen eigenen Bildern vollgepinnt habe, um wieder ein bisschen ich selbst zu sein und mich in die Zukunft wünschend auf den Weg machte in eine beständigere Momentaufnahme, ohne Gefühlszwang und ohne Liebe.

Als würde Glück nur abhängig von Liebe sein. Im Moment sehe ich weder blauen Himmel und auch keine Gefühlserlösung, im Grunde sind es auch einfach nur Worte, mit deren Buchstaben ich versuche, meine eigene Geschichte zu basteln und hoffe auf fehlende Reaktion. Doch du dagegen machst dir Gedanken um die Beständigkeit deiner Worte und hoffst diese Melodie aus deinen Gedanken interessiert irgendjemanden. Die Produktion wird eingestellt und diese Momente der Sommerromantik sind morgen schon wieder uninteressant. Vieles verdunstet und was bleibt, ist nur eine leise Vorahnung. Es geht halt immer nur um die Oberfläche, nie um den Inhalt.

Ich male also Bilder in Wolken, erkenne wieder Konturen, das Atmen fällt leichter, schwerer, ganz egal. Man sollte aus guten Dingen keine Schlechten machen, nur weil sie sich anders anfühlen nachdem man sie verlassen hat. Der Kontrast und die Lichtfaszination sind auch nur ein kleiner Teil des ganzen Bildes, worauf es ankommt, ist das Motiv.

Man findet sich also selber wieder, setzt sich neu zusammen und beginnt von vorne, während du immer noch gedankenlos in den Himmel schaust und dich fragst, ob ich manchmal in denselben Momenten den Horizont mit meinen Augen berühre und ob ich mich auch manchmal in der frühen Abendluft verliere, nur manchmal, nur zeitweise, niemals bedingungslos jedoch immer perfekt abgepasst und auf Gegenwirkung hoffend.

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2 Antworten

Kommentare

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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
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    Ich bin nur noch selten hier, aber ich lande immer wieder auf deiner Seite.
    Du hast wirklich Talent.

    26.07.2008, 22:49 von touchthesky
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