.cloudy. 18.01.2013, 20:33 Uhr 46 75

Vom Finden und Loslassen der Liebe

In 6 Monaten Beziehung hatten wir einen Monat, in dem wir beide genau die gleichen Gefühle füreinander hatten. Was für ein beschissenes Timing!

Als wir uns kennenlernten stand ich vor den Trümmern einer gescheiterten Beziehung und hob den Scherbenhaufen, der mal mein Herz war, vom Boden auf. Und dann kamst du! Du hast dich zu mir gehockt und mir beim aufsammeln geholfen und in mühevoller Kleinarbeit mein Herz wieder zusammengesetzt.

Du hättest dir kein schlechteres Timing aussuchen können. Ich hatte den Glauben an die Liebe verloren. Doch du hast es dir zur Aufgabe gemacht mich wieder zum Lachen zu bringen und mein Herz wieder ein bisschen schneller schlagen zu lassen.

Und egal wie kaltherzig und abweisend ich war - du hast mir immer wieder deine Hand gereicht...in der Hoffnung, dass ich sie endlich ergreife. Ich muss zugeben: du hast es mir schwer gemacht mich nicht in dich zu verlieben.

Du hast mich nie gedrängt. Wenn ich mich aus deiner Umarmung gewunden habe, hast du mich machen lassen. Wenn ich nachts im Bett ein Stück von dir weggerückt bin, hast du mich alleine weiter schlafen lassen.

Du wusstest instinktiv, dass ich Zeit brauche und dass ich zu stolz bin, als das ich es je zugegeben hätte. Doch mehr und mehr öffnete ich mein Herz für dich. Mir war bewusst, dass deine Gefühle für mich stärker waren, als die, die ich für dich hatte. Und ich denke du wusstest es auch, doch du hast weiter gewartet. Du hast gewartet bis wir beide gleich empfunden haben.

Auf einmal war da soviel Liebe in mir - wenn ich dich angesehen habe, wollte ich meinen Blick nie wieder abwenden. Wenn ich deinen Armen lag, konnte ich mir keinen schöneren Ort auf der Welt vorstellen. Ich war geblendet von dir. Von deinem Lächeln, dass mich immer beruhigte wenn ich mich über Kleinigkeiten aufregte. Von diesem Blick, den du mir immer zugeworfen hast und bei dem du unbeabsichtigt immer das linke Auge zugekniffen hast. Wir waren perfekt zusammen - zumindest für einen Monat.

Zunächst hab ich nicht gemerkt, wie du dich immer mehr von mir distanziert hast, nachher hab ich einfach nur noch die Augen davor verschlossen. Stück für Stück wurdest du weniger greifbar für mich. Während meine Gefühle für dich immer stärker wurden, haben deine für mich nachgelassen. Auf einmal warst du es, der sich aus meinen Umarmungen gewunden und sich nachts von mir weggedreht hat.

Du hattest im Laufe der Beziehung einfach zuviel gegeben und ich hatte zuviel genommen. Du konntest nicht mehr und wolltest mich doch nicht zurücklassen. Und ich wollte dich nicht gehen lassen - warst du doch der Mann, der mein Herz geheilt hatte und den ich mittlerweile so sehr liebte.

Doch das war egal, denn ich wusste, dass du nicht das Gleiche empfindest. Ich konnte nur noch eine Sache für dich tun: dich und dein wunderbares Herz gehen lassen.

Es war schwer und es tat weh, aber wenigstens hab ich in dieser Beziehung auch einmal an dich gedacht - wenn auch leider zu spät.

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46 Antworten

Kommentare

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  • 0

    traurig-schön...

    30.01.2013, 01:04 von Mann_vom_Meer
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  • 1

    Wunderwunderwundertoll, danke für den Text (;

    29.01.2013, 21:24 von VonGruenwald
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  • 1

    Sehr schöne Geschichte, finde ich auch.

    28.01.2013, 08:49 von Valentin
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  • 1

    Trotz allem eine schöne Geschichte.

    23.01.2013, 15:12 von schmetterlingslachen
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  • 1

    gleich mal geherzt :)

    23.01.2013, 12:02 von LoveLight
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  • 0

    Kann man wahrhaftig loslassen?

    23.01.2013, 11:51 von Publicatus
    • 0

      Nein.

      28.01.2013, 12:52 von Assoziation
    • 0

      das denke ich auch

      28.01.2013, 13:38 von Publicatus
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  • 0

    seufts...

    23.01.2013, 07:53 von angelfly
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  • 1

    Sehr schön geschrieben :) 

    22.01.2013, 23:05 von pastbehind
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  • 3

    Vom Finden und Loslassen der Liebe... Loslassen... Los gelöst und fest gebunden Mir ist das zu viel "Finden + Loslassen" an einem Tag auf der Startseite...

    22.01.2013, 22:40 von Mrs.McH
    • 1

      richtig, da weiß man schon gar nicht mehr wo man sich überhaupt noch halten kann.

      23.01.2013, 00:22 von Tora
    • 0

      und was man loslassen muss..

      23.01.2013, 01:02 von schmatzefein
    • 0

      da kann doch der text jetzt nichts für....das ist ja eher ne ansage an die redaktion ....

      23.01.2013, 14:42 von Gluecksaktivistin
    • 0

      ;) ist ja auch nur so ne Ansage!

      23.01.2013, 14:56 von Tora
    • 1

      tsss... und so reiht sich mal wieder ein sinnloser Kommentar an den nächsten...

      23.01.2013, 21:45 von Mrs.McH
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  • 0

    ich glaube das nennt man *übergangspartner*

    22.01.2013, 22:05 von Gluecksaktivistin
    • 0

      Ich hab auch mal "Emo-Pusher" gehört.

      23.01.2013, 14:41 von Jingeling89
    • 1

      das ist dann  die funktion dessen....

      23.01.2013, 14:43 von Gluecksaktivistin
    • 0

      ne sowas nennt man "Wegbereiter" :(

      23.01.2013, 17:32 von Kelnemor
    • 0

      ein wenig tröstlicher euphemismus für diesen menschen....

      23.01.2013, 20:26 von Gluecksaktivistin
    • 0

      Leider richtig, aber nichts anderes ist man (war ich).
      ;)

      24.01.2013, 00:31 von Kelnemor
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