redriot 09.04.2011, 13:48 Uhr 2 1

Verwirrt, Verliebt, Vergessen

Es war doch keine Absicht. Ich habe mir das auch nicht so ausgesucht. Es ist einfach passiert. Und es tut mir nicht leid.

Schon als du zum ersten Mal in den Raum gekommen bist, war es so. Du warst schön und mein Kopf war frei, bis meine Gedanken sich an dich klammerten. Du hast deine 08/15-Lehrer-Ledertasche so schwungvoll auf den Tisch geworfen, dass mein Herz einen kleinen Sprung machte. Natürlich, Lehrerin plus Schülerin gleich Nichts, das wusste ich vom ersten Moment an. Aber das hat dich nicht davon abgehalten, dich in meinen Kopf zu schleichen. Immer und immer wieder. Ob ich dich gesehen habe oder nicht, das war irgendwann egal, du warst mir auch nah, wenn du nicht in der Nähe warst. In meinem Kopf warst du anwesend und hast mein Herz wieder zum Hüpfen gebracht. Ich wusste doch, dass das nicht gut gehen kann, ausreden konnte ich mir dich trotzdem nicht.
Kannst du dir vorstellen, wie es war, als du nicht mehr meine Lehrerin warst? Enttäuscht darüber, dich seltener zu sehen und gleichzeitig so erleichtert, dich nicht mehr so oft sehen zu müssen. Dich vergessen zu können.
Und schon stand ich an der Treppe, Pause für Pause, in der Hoffnung, einen Blick auf dich erhaschen zu können, nur eine klitzekleine Sekunde. Um dann tage- und nächtelang an dich zu denken. Um zu versuchen, dich wieder aus meinem Kopf zu verdrängen, damit du einen noch größeren Platz in mir einnehmen konntest, wenn ich dich doch wieder gesehen habe, mehr oder weniger zufällig.
Dann diese dumme Idee. Ich musste es dir sagen, du wusstest es doch ohnehin schon. Wie ich dich angesehen habe, wie ich mit dir geredet habe, meine Gefühle müssen dir schon aufgefallen sein, bevor sie mir wirklich bewusst wurden. Anonym natürlich. Auch wenn du schon von all dem wusstest, ich musste anonym bleiben. Weil ich zu feige war, dir in die Augen zu sehen und zu wissen, dass du es weißt. Dich ein bisschen in Unsicherheit schweben lassen. Und ab da ging es doch eigentlich erst so richtig schief, oder? Und schieb nicht die Schuld auf mich, ich wollte es nicht so. Wirklich nicht. Und auch wenn es in eine andere Richtung gelaufen ist als ich wollte, irgendwie, habe ich mich zum ersten Mal so leicht gefühlt. Weil du es wusstest und irgendwie auch nicht, weil du nicht wusstest wer ich war. Aber ich war nicht mehr alleine mit meinen Gefühlen, immerhin wusstest du von ihnen, so ein bisschen. Dir davon zu erzählen war mein Glück, wenn ich es mir jetzt überlege. Deine Reaktion war mein Glück. Die Anonymität hat nicht geholfen, natürlich nicht, du wusstest wer es war, nämlich ich. Und von da an hast du mich ignoriert. Bist an mir vorbeigegangen, ohne einen Gruß, ohne ein Lächeln. Dann kamen die Blicke der Verachtung. Du wolltest nicht mit mir darüber reden, also hast du es dir einfach gemacht und mich zu anderen geschickt. Plötzlich warst du nicht mehr so liebenswert. Du hast mich dafür bestraft, dass ich mich in dich verliebt habe, als hätte ich es mit Absicht getan. Als hätte ich es böse gemeint. Und diese Reaktion, diese unreife, unnötige, verletzende Reaktion, hat meine Gefühle für dich zerstört. Zu deinem Glück scheinbar. Vor allem aber zu meinem Glück.
Was ist, wenn ich dich jetzt sehe? Du bist schön, nach wie vor. Aber da ist nicht mehr dieses Fass in mir, das bei deinem Anblick umkippt und diese Wärme in mir verteilt. Da ist kein Herzsprung mehr. Weißt du, da ist... Nichts. Leere. Mehr nicht. Ich kann es nicht Gleichgültigkeit nennen, das wäre nicht das richtige Wort. Du bist einfach nichts mehr. Nur noch eine leere Hülle irgendwie. Eine hübsche Hülle zwar, aber dennoch nicht mehr als eine leere Hülle.

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2 Antworten

Kommentare

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    Danke für diesen Text,ich hoffe irgendwann auch mal ähnliches berichten zu können.

    Doch noch sind meine Nächte zu lange,die Tage zu kurz,mein Kopf zu voll - und das alles wegen ihr.

    24.09.2012, 17:49 von victrix
    • 0

      *lang

      24.09.2012, 17:49 von victrix
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