knutschlibby 30.11.-0001, 00:00 Uhr 0 3

Vertrauen verlernt

538 Tage. Unzählige On and Offs. Viel zu viel, das unausgesprochen blieb. Ein einziges "Ich liebe Dich".

Und schon wieder erwische ich mich dabei, wie meine Finger unkontrolliert über die Tastatur brettern und seinen Namen in die Suchleiste tippen, mein Blick sein aktuelles Profilbild streift um letztlich die drei zwar bekannten, doch immer noch tief schmerzenden Wörter zu lesen. "In einer Beziehung." Ein spürbarer Stich links unterhalb der Brust und ich habe mich nach kurzer Besinnung wieder gefangen.

Er ist es immer noch. Um 11:11. Wenn ich in meinem ck one plötzlich den Hauch einer seinem Déclaration Cartier ähnelnden Duftnote erkenne. Um 12:12. Wenn sich das gerade oben aufgeführte Szenario abspielt. Um 13:13. Wenn ich vom fahrenden Zug aus sein durchgehend geöffnetes Fenster sehen kann, hinter dem das Wir begann und als Du und Ich endete. Um 14:14, 15:15, 16:16. Immer und immer noch.

Off.
Alkoholisierter Atem. "Ich vermisse dich, aber du hast mir weh getan." Vertraute Hände, die meine Taille umschließen. Bässe, die das Blut in meinen Adern zum Pulsieren bringen. "Ich hab mich dir geöffnet und dir vertraut. Und dann so was." Tränen auf der Wange, Salz auf meinen Lippen. Das "Wie oft du mir schon weh getan hast" bleibt mir im Hals stecken.

On. Monate voller Vertrauen, Intimität und scheinbar erwiderten Liebe. Endlosgespräche auf dem Balkon bis das Morgenrot kommt. Glück, so viel Glück, dass es fast weh tut.
"Ich liebe dich." - "Ich liebe dich auch." Wenige Tage zuvor ein "Ich liebe dich so, wie ich Marius liebe." Geschrieben. Ich als die, die daraufhin in Tränen ausbricht. Wer will schon so geliebt werden, wie sein bester Freund von ihm geliebt wird?

Off. Endgültig. Der Schlag ins Gesicht. "Wie wenig muss ich dir bedeutet haben, wenn es dir so leicht fiel, mich mit ihr zu verletzen?"

Mich selbst verloren, nach langer Zeit wiedergefunden.
Nach jemandem gesucht, der ihn ersetzt, aber niemanden gefunden.

Lieben und gleichzeitig loslassen gelernt.
Vertrauen dafür verlernt.





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