Verloren.
Sie wusste, dass ihre Gefühle keinen Platz in ihrem Leben hatten. Sie war eine Denkerin. Beim Denken ist der Verstand gefragt, nicht das Gefühl.
Wahrscheinlich waren ihre emotionalen Ausbrüche, die sich hin und wieder ankündigten, wenn sie ein Gläschen zu viel trank, eine Art Ventil kognitiver Denkprozesse.
Sie war rational, versuchte es zumindest zu sein. Sie war optimistisch. Allzeit bereit, bereit sich selbst zu übertreffen.
Und jeden Tag verschwendete sie den gleichen Gedanken.
Sie vermisste ihn. Jeden Tag. Eines Tages würde sie ihn wiedersehen. Und sie wusste, dass es schmerzen würde, ihr das Herz zerreißen würde. Sie fürchtete diesen Tag.
Oft dachte sie darüber nach, was sie sagen könnte. Doch jedes Mal wieder kam sie zu dem Entschluss, dass kein Wort der Welt ihr helfen würde den Schmerz zu überstehen.
Es wäre besser sie sähe ihn nie wieder. Es wäre einfacher, unkomplizierter. Es wäre feige.
Und sie musste feststellen, dass sie feige war. Damals schon.
Sie hatte verloren.






Kommentare
Die letzten Sätze gefallen mir am Besten!
07.07.2010, 08:03 von BrokenPigeWobei ich es nicht schlimm finde, mal feige zu sein.
Sogenannte Rationalität beruht bestenfalls auf Erfahrung für alte Probleme.
07.07.2010, 00:49 von schauby@schauby Sogenannte Reationalität beruht auf Einbildung. Man will es, man versucht es und dabei bleibt es dann auch.
07.07.2010, 12:28 von TesafilmstreifenNachtrag am 07.07.2010 - 18:43 Uhr:
Rationalität :)