Verliebtheit
Wann bin ich es und wann nicht?Was ist es?
Wie fühlt es sich an verliebt zu sein? Ist es vorgeschrieben, wie man sich da zu fühlen hat? Vielleicht ist Unsicherheit und Angst Bestandteil von Verliebtheit, vielleicht ist aber auch die Verliebtheit nur eine Illusion, eine Illusion, die für einen gewissen Zeitraum einen gewissen Menschen für einen selbst schöner, ganz besonders „aussehen“ lässt. Dieser Mensch wirkt plötzlich so einzigartig, „einzigartiger“ als sonst. Da hat er nun etwas, was er vorher nicht hatte und all dies löste nur ein Moment aus, ein Moment auf den eine Kettenreaktion vieler Gefühle erfolgte.
Vielleicht war es aber auch nur ganz kurz, ein bebendes Etwas und man glaubt dieses bebende Etwas noch immer zu spüren. Redet es sich ein, weil es im Moment so phantastisch, so schön, eben anders war. Aber allein der Grund, dass man sich damit auseinandersetzt kann ja auf Verliebtheit deuten, vielleicht will man krampfhaft verliebt sein?
Nur warum? Ist das Leben denn so leer? Ist das Leben denn so dramatisch? Ist es so schlimm jeden Morgen alleine aufzuwachen und jeden Abend alleine schlafen zu gehen?
Ist es so grausam alleine durch die Straßen zu ziehen, so schrecklich sich ewig mit sich selbst zu beschäftigen, so fürchterlich keine Geborgenheit zu bekommen, keine Streicheleinheiten, kein Vertrauen, keine Kraft und keine Liebe geschenkt zu bekommen?
Und Verliebtheit alleine kann das nicht ändern, trägt vielleicht nur umso mehr zu diesem Down in einem bei, bestätigt einem seine Einsamkeit.
Wenn man auch weiß, dass es falsch ist verliebt zu sein, falsch in diese Person verliebt zu sein, macht dies auch keinen Spaß, gleich ist alles getrübt, die schönen Gedanken verwischt, verschwommen. Das sollte einen nicht fertig machen, Verliebtheit sollte schön sein, wie ein Frühling, zwitschernde Vögel, bunte Farben, fröhliche Menschen.
Verliebtheit sollte keine Angst machen, keine Angst vor Schritten, keine Angst vor dem Danach, keine Angst davor machen, man selbst zu sein.
Keine Angst haben, dass es richtig schön werden könnte.
Doch wenn dann da nicht immer die Wahrheit im Weg stehen würde, wenn man doch schon gleich weiß, dass aus der Sache nichts wird. Wenn man doch schon gleich von Anfang an weiß, dass man sich in die falsche Person verliebt hat, ja dann kann das nicht gut tun. Dann kann dies nicht befreiend sein und glücklich machen. Mal wieder muss man sich abwenden, die Gedanken abketten, sich losreißen und von neuem anfangen.
Ein ewiges Hin und Her. Das hat nichts mit aufgeben zu tun. Denn wenn man sich in jemanden verliebt, der wohl in einer anderen Welt lebt, in jemanden, der sein Herz schon vergeben, es verschenkt hat, braucht man nicht lange um dem heißen Brei herum zu reden. So ist das eben nun mal.
Und was ist, wenn man nur ablenken will, ablenken vom alten Schmerz, der Wunde in einem, die einem zugefügt wurde. Ablenken, davon dass dein Herz eigentlich noch an jemand anderem hängt und noch nicht bereit für jemand neuen, für eine neue Verliebtheit ist.
Wie Vertrauen fassen können? In eine neue Person, wo die Wunden langsam am verheilen sind? Zuviel Angst davor, sie könnten wieder aufgerissen werden, zuviel Angst davor, wieder zu verlieren. Sich wieder am Boden liegen zu sehn. Doch nicht einmal das, vielleicht gilt die Krampfhaftigkeit der alten, wahrhaftigen Verliebtheit, vielleicht kann man es nicht glauben, will es nicht wahrhaben, dass es keine Zukunft mehr geben wird, nicht wahrhaben wollen, fallen gelassen worden zu sein. Verliebtheit bereitet Kopfzerbrechen, egal ob man sie spürt oder nur an sie denkt.
Wer sie fühlt der weiß, sie ist mehr als nur ein Spiel. Der lernt sie schätzen, lernt es zu schätzen, glücklich zu sein.






Kommentare
"Und Verliebtheit alleine kann das nicht ändern, trägt vielleicht nur umso mehr zu diesem Down in einem bei, bestätigt einem seine Einsamkeit. "
05.05.2007, 11:39 von Limettchedu sprichst mir aus der Seele :)
verliebt sein, obwohl man weiß, dass es falsch ist? das ist dann wohl eher fasziniert sein.
20.10.2006, 19:12 von Thelonioussich ablenken wollen ist mit sicherheit etwas anderes als verliebt sein.
und: wenn das alleinsein so furchtbar wäre, müsste ich längst tot sein. alleinsein ist ein geschenk!
@Thelonious das habe ich mit 17 geschrieben, also naja...ne, fand den text eigentlich ganz niedlich. ;)
13.05.2008, 01:18 von pOwpOwWunderschön in Worte verpackt!
18.10.2006, 16:16 von sabrina1980