-Aeon- 15.08.2009, 20:06 Uhr 1 0

Verantwortung

Wir alle haben Verantwortung. Verantwortung für unsere kleine Schwester, für uns selbst und Verantwortung gegenüber den Menschen die wir lieben.

Wir tragen Verantwortung für unsere Taten, in der Vergangenheit, im Jetzt und in der Zukunft. Und diese Taten beeinflussen auch das Leben unserer Mitmenschen. Sie werden Dinge tun für die wir zum Teil verantwortlich sind aber für die wir meist nichts können, glauben wir. Was ist wenn wir nun doch der Auslöser für diese oder jene Entscheidung, den einen oder anderen Fehltritt sind? Und was ist wenn unsere Mitmenschen sich garnicht für uns verantwortlich fühlen? Sie leben wie sie leben. Ignorieren, registrieren, interpretieren wie sie es für angemessen halten, aber häufig an der Norm vorbei die wir ihnen setzen. Das enttäuscht. Es enttäuscht uns als Verantwortliche, als Norm gebende Instanzen. Sollen wir nun lernen unser Pflichtbewusstsein zu ignorieren, oder sollen wir unsere Enttäuschung teilen? Ein Beispiel : Der Mensch den ihr liebt ist unerreichbar weit fern von euch. Ihr denkt den ganzen Tag an ihn, macht euch sorgen, fragt euch was er treibt. Er ist den ganzen Tag nicht zu erreichen, Handy aus. Am Abend findet er dann mal 9,73 Minuten um mit euch zu telefonieren. Ihr habt ihm vorher etliche SMS geschrieben, ihm eure Gefühle mitgeteilt. Doch in diesen knapp 10 Minuten findet er gerade mal Zeit um zu beschreiben wie viel Spaß er hat und was er den ganzen Tag lustiges treibt und überhaupt, warum ihr ihm so viele SMS schreibt? Er erkennt in keiner Sekunde nicht im Ansatz wie es euch geht. Kein liebes Wort. Keine Antwort auf nur eine SMS. Ignoriert um den eigenen Spaß nicht zu mindern. Um nicht zu denken. Aus dem innig gewünschten Telefonat wird eine Tortur. Man erkennt das man in dieser Beziehung mit seinen Sorgen und Ängsten allein da steht, niemand der einen versteht, noch nicht einmal der wichtigste Mensch in seinem Leben. Er hat einfach Spaß, Punkt. Vergisst seine Verantwortung. Warum? Wie soll man damit umgehen ohne sich selbst Schaden zu zufügen? Ehrlich gesagt...Ich habe keine Ahnung.
Vielleicht kann man sich fragen wer denn Schuld an diesem Desinteresse ist? Ich? Irgendwelche Bekannte? Vielleicht ist unser geliebter Mensch ja charakterlich so konstruiert? Fehlkonstruiert? Oder sind wir einfach mal zu empfindlich? Nein ich denke nicht. Es ist doch nicht schwer, bei all dem Spaß sich mehr als einmal in 24 Stunden zu melden. Interesse zu zeigen. Ein Wink der signalisiert das an einen gedacht wird. Doch für diesen, unseren geliebten Menschen, unseren Partner, scheint es wohl so zu sein. Haben wir ihm zu diesem Verhalten erzogen? Vielleicht. Aber wir leben ihm doch etwas gänzlich konträres vor. Durch die Verantwortung die wir gegenüber unserem Partner empfinden vergessen wir jegliches Bewusstsein dafür was unser persönliches Wohlergehen betrifft. Das mag vielleicht heroisch klingen, schließlich ist es eine edle Tat sein eigenes Wohl zurück zu stellen und das Anderer dafür vorn an, aber wie lange wollen wir Andere schützen wenn wir uns durch zu viel Kampfgeist selbst zerstören? Das Mittel ist die Lösung. Aber wie definiert sich diese Mitte? Diese Frage zu beantworten bin ich leider auch außer Stande. Wäre es doch viel einfacher ein allgemeines, gemeinschaftliches Prinzip für dieses Problem geltend zu machen. Doch es wurde bisher keines gefunden. So ist das Individuum individuell sein eigener Richter. In dieser Phase bräuchten wir einen Menschen der sich für uns verantwortlich fühlt. Doch dieser Mensch denkt lieber an sich. Wir stehen nun vor einem Supergau der Ratlosigkeit. Ja es ist sogar schwer zu erkennen was man eigentlich empfindet, außer Liebe? Was einem den Hals zuschnürt? Wo ist das Problem? Ist es unser Mitmensch oder sind wir es selbst? Ein Hin und Her das den Kopf füllt und uns zu keinem Ergebnis kommen lässt. Doch es gibt einen Lichtblick. Den Tag des Wiedersehens. Aber nach jedem Willkommen folgt auch ein Abschied und die Mühle der emotionalen Zermürbung beginnt von vorn sich zu drehen.
Habt ihr eine Lösung?

1 Antworten

Kommentare

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    Also ich habe keine Lösung, aber wenn mein lover mir 9865 Liebes-SMS schreiben möchte, kann er das gerne tun.
    Mit welchem Recht bin ich verpflichtet, darauf einzugehen bzw. mit welchem Recht wird eigentlich ständig diese Rücksichtnahme oder Verantwortung eingefordert?

    Was bitte genau ist denn zermürbend? Dass man sich selbst bremst, während der Partner gerade ne Bomben-Zeit hat?
    Selbst schuld.

    Ich verstehe weder die Erwartungshaltung in diesem Text noch den Vorwurf, der da wohl irgendwo mitschwingt.


    15.08.2009, 21:59 von frl_smilla
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