Valentinstag
Die Ohrfeige meines Lebens
Es war der 14. Februar. Valentinstag.
Ich habe den Valentinstag immer gehasst, weil ich bisher im Februar nie in einer Beziehung war.
Der Valentinstag machte mir immer nur deutlich, dass ich aktuell von niemand Besonderem geliebt werde.
Umso mehr freute ich mich also auf diesen Valentinstag nun in einer Beziehung… Allein, weil es keinen Grund mehr gab diesen Tag zu hassen.
Ich bin extra füher von der Arbeit weg, weil ich bei dir sein wollte, diesen Tag endlich auch mal genießen wollte.
Als ich in unser Wohnzimmer kam begann der Film.
Ich sah dich auf der Couch liegen, seltsamerweise mit freiem Oberkörper. Und da waren irgendwie zu viele Arme. Ich habe es nicht verstanden. Das können doch nicht zwei Körper sein… Was ist denn hier los?
Ich weiß nicht wie lange es dauert. Es müssen ewige Sekunden gewesen sein, bis ich realisierte, was ich sah…
Ich schrie, ich warf ihre Klamotten auf den Hausflur, ich schmiss sie aus der Wohnung, ich schlug nach ihm und habe ihn leider nicht getroffen, ich schmiss auch ihn aus der Wohnung…
Ich ließ mich von einer Freundin abholen und verbrachte den Abend indem ich ihren irrsinnig teuren Schnaps vernichtete. Ich wollte einfach nicht fühlen müssen. Er rief andauernd an und ich drückte ihn jedes Mal weg.
Und trotzdem wollte ich diese Beziehung nicht aufgeben. Komischerweise war mir das von Anfang an irgendwie klar. Weil ich die liebte und weil ich sofort gemerkt habe, dass du mich nichts desto trotz willst. Dass es dir „passiert“ ist und es ein Ausrutscher ist.
Nach sieben sprachlosen Tagen machte ich den Anfang. Sieben Tage hatten wir - wenn überhaupt – nur darüber geredet was vorgefallen war und ich wusste, dass es so nicht weitergehen kann. Ohne meine Stärke hätten wir keine Chance gehabt. Es war irrsinnig schwer wieder über Alltäglichkeiten zu sprechen, aber ich habe es getan…
Irgendwann habe ich dir geschildert, wie unfassbar mich dass verletzt hat. Du fragtest was du tun könntest, damit es mir besser geht. Ich wollte dir weh tun. Zur Not eben körperlich. „Ich möchte dich schlagen.“ Du machtest die Augen zu und hielst mir die rechte Wange hin. Ich holte aus und schlug dir fest auf die Linke. Das überraschte dich und als du die Augen ungläubig wieder aufgemacht hast fragtest du „Geht es dir jetzt besser?“
Und ja! Es ging mir viel besser. Es hat mir unendlich gut getan.
Das Ganze ist jetzt bald 3 Jahre her, wir führen beruflich bedingt eine Fernbeziehung, heute ist Freitag und du kommst nach einer ganzen Arbeitswoche endlich nach Hause. Ich liebe dich. Ich bin froh, dass ich uns nicht aufgegeben habe.




Kommentare
Respekt. Dazu gehört mal wirklich Rückgrat.
18.02.2008, 11:50 von Coka4you*seufz* Haben dich auch so viele gefragt warum du ihn nicht verlassen hast? Die Urteile der Unbeteiligten sind ja in solchen Situationen meist ziemlich klar.
08.12.2007, 13:13 von Urmeltier