ungeheuer zeit
Letztendlich ist dies einer von diesen Sonntagen, an denen ich aufstehe nur, um nicht im Bett liegen zu bleiben Was mache ich mit dem Ungeheuer Zeit?
Ja, es scheint die Sonne, so als ob sie schon Grund genug wäre Ihretwegen raus zu gehen.
Ich schließe mein Fahrrad ab und binde mir das Schloss um die Hüften. Seitdem ich laufe und ich benutze absichtlich das Wort laufen und nicht joggen, was mich immer an dicke Frauen in Fruit of the Loom Jogginganzügen erinnert, sitzt das Ding extrem lässig über dem Hüftknochen. Ich schiebe das Fahrrad, weil ich die Zeit und die Ruhe habe.
Auf dem Flohmarkt gehe ich generell falsch rum. Soll heißen: die Masse dreht sich aus irgendeinem Grund rechts herum, ich versuche es links herum. Nicht dass ich der Einzige wäre, aber na ja, die meisten kommen mir halt entgegen. Bei einem dieser eher bedauerlichen Bücherstände mache ich halt. Die Frau hat die Dinger doch tatsächlich nach Farben geordnet. Gut, dass Hesse zumeist in Blau ist denke ich mir und wunder mich, dass Bukowski direkt überhalb vom kleinen Prinzen liegt, obwohl farblich gar nicht zusammen passend. Ich kaufe ein Hemingway und ein J.D. Salinger für jeweils 2,50. Bei Büchern handele ich einfach nicht ….
Ich frage mich in welchen Film die Typen immer den Fänger im Roggen gekauft haben und wie viele Exemplare ich schon besitze. Dabei schlage ich eine Seite auf und fange an zu lesen:
„Dieser Sturz oder Abstieg, den ich für Dich voraussehe, ist von besonderer Art – eine besonders furchtbare Art von Sturz. Der Abstürzende selbst fühlt oder hört sich nicht unten aufschlagen. Er fällt und fällt nur. Das gilt für alle die Menschen, die zu irgendeiner Zeit ihres Lebens etwas gesucht haben, das ihre Umwelt ihnen nicht bieten konnte. Oder etwas, wovon sie dachten, dass es ihnen die Umwelt nicht bieten könne. Infolgedessen gaben sie das Suchen auf. Sie gaben es auf, bevor sie überhaupt wirklich angefangen hatten“
Eigentlich war ich ja hier, um mir durch meine Sonnenbrille die Menschen anzusehen. Mir vorzustellen wie sie sind, wie ich in Kombination mit Ihnen bin. Was mir an Ihnen gefällt und schon nach wenigen Sekunden auf die Nerven gehen kann.
Ich wollte eingebetet sein
in das Gefühl Leben
aber erkläre mal jemanden
das Leben
der es nur in seinen
Grenzbereichen
erfährt
Also mache ich mich auf den Weg zurück nach Hause. Das Telefon zeigt an, dass in der Zwischenzeit keiner angerufen hat. Wenn man lang genug nicht rangeht, ruft auch keiner mehr an. Und als der Anrufbeantworter eines Tages voll von den ungehörten Versuchen es doch zu probieren war, habe ich ihn abgestöpselt und später endgültig weggeschmissen.
Ich mach das Radio an kurz bevor ich Dich treffe: ONE (Love) von Cash ….
Ich glaube nicht an Zeichen






Kommentare
passend zitiert.
16.10.2007, 09:27 von ZauberformelGefällt ...
...ok...mehr als geansehaut kann ich nicht sagen... sehr gut...mag deine texte
09.10.2007, 13:50 von Sonka