effi2.0 13.02.2014, 01:50 Uhr 2 5

Und täglich grüßt das Murmeltier

du blöder Parasit, verpiss dich aus meinem Leben

Seit einem Monat bin ich gefangen in „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Die ersten paar Tage meines neuen Dauerschleife-Lebens habe ich sie noch alle intensiv daran teilhaben lassen.

Habe ihnen vorgejammert, wie du meine Tage strukturierst, indem du das erste und das letzte, eigentlich das einzige, bist woran ich denken kann und will.

Aber so langsam will das keiner mehr hören, keiner will nur noch ein Wort über dich hören.

Die Augenbrauen werden immer weiter nach oben gezogen, die verständnisvollen Worte klingen von Mal zu Mal genervter und pures Pflichtbewusstsein weht mir noch entgegen.

Ich mag deinen Namen auch gar nicht mehr in den Mund nehmen, aber wo er sich doch sowieso in meinem Kopf eingenistet, versuch ich ihn immer wieder auszuspucken.

Es hilft alles nichts.

Ich habe noch nie so viel gekifft und gesoffen, noch nie so viel geflirtet, noch nie so viel Zeit mit anderen Jungs abgehangen, so als könnte ich dadurch eher erahnen, was das jetzt für dich war:

WIR.

Aber es gibt einfach niemanden, der mich freikauft aus meinem Kopfkino-Abonnement.

Ich muss dich ja auch immer und immer wieder sehen, das ist zu viel Input um schnell zu gesunden.

Dann schau ich dir für einen Bruchteil in die Augen und sie sagen mir:

NICHTS.

Ich kenne das in dieser Intensivität noch nicht, war nie so sehr in jemanden verknallt ohne das Geringste erwidert zu bekommen…tut das immer so weh?

Jeden Morgen wenn ich aufwache öffne ich meine Augen und kneif sie ganz schnell wieder zusammen, so als hätte ich einen Wunsch frei, den ich vor meinem inneren Auge ausbuchstabiere.

Jeden Morgen aber sind mir alle Buchstaben bis auf die in deinem Namen entfallen.

Dann lieg ich da in meinem Bett und zögere den Tag heraus.

Tue den Tag über wenn es gar nicht mehr anders geht so, als sei alles super.

Die Abende lenken mich dann manches Mal ab, in geselliger Runde lache ich irgendwann mit, beim Feiern tanze ich mich später in Ekstase und vergesse dich wirklich.

Aber selbst die witzigsten, spontansten, verrücktesten Abende enden irgendwann.

Dann liege ich in meinem Bett und suche dich in den Kontakten in whatsapp, schaue mir dein Profilbild an und starre auf den blinkenden schmalen Balken in dem Eingabefeld, so als ob mir gleich irgendwas Wichtiges einfällt, was ich dir unbedingt schreiben müsste. Weil ich dich aus meinem Chatverlauf gelöscht habe kann ich auch nur auf diese Weise sehen, ob du online bist.

Du bist selten online, aber das macht nichts.

Wenn ich morgen aufwache, dann seh ich wieder zuerst dich bevor ich über meinen Kleiderhaufen zwei Meter vor meinem Bett auf meinem Schreibtischstuhl seufzen kann.

„ I read your name on every wall, on every wall…“

Nee, deinen Namen les ich an keiner Wand, ich seh dich auch eigentlich gar nicht, ich fühle und rieche dich.

Spürst du mich auch  noch?

5

Diesen Text mochten auch

2 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 0

    Es wird irgendwann besser

    13.02.2014, 15:56 von Dini02
    • Kommentar schreiben
  • 0

    "Dann liege ich in meinem Bett und suche dich in den Kontakten in whatsapp, schaue mir dein Profilbild an und starre auf den blinkenden schmalen Balken in dem Eingabefeld, so als ob mir gleich irgendwas Wichtiges einfällt, was ich dir unbedingt schreiben müsste. Weil ich dich aus meinem Chatverlauf gelöscht habe kann ich auch nur auf diese Weise sehen, ob du online bist"

    Ich bin froh, dass ich nicht die einzige bin, die solche paranoiden Sachen macht!

    13.02.2014, 15:38 von Mme_Butterfly
    • Kommentar schreiben

NEON fürs Tablet: iOS und Android!

Neueste Artikel-Kommentare