Lilalu12 30.11.-0001, 00:00 Uhr 0 1

Und schon wieder nicht du.

Ich swipe durch die Bilder mehr oder weniger schöner Männer und wische einen nach dem anderen konsequent nach links.

Ich swipe durch die Bilder mehr oder weniger schöner Männer und wische einen nach dem anderen konsequent nach links. Ein frustrierendes Unterfangen, denn es ist einfach keiner wie du. Was eigentlich gut ist - sage ich mir. Denn das mit dir ist ja offensichtlich nichts geworden. Oder wird nichts werden. Oder was auch immer.

Ich zünde mir die nächste Zigarette an, setze mich ans geöffnete Fenster und blase den Rauch hinaus über die Dächer der nächtlichen Stadt. Du. Ich frage mich, was du wohl gerade machst. Ob du jetzt bei ihr bist. Was “wir” eigentlich für euch bedeutet. “Wir müssen ein wenig vorsichtiger sein”, hast du gestern gesagt, “jeder ahnt schon, dass was zwischen uns läuft” “Läuft ja auch was”, hätte ich am Liebsten gesagt. Aber wie immer schwieg ich nur und starrte vor mir her. Wie immer seit Wochen und Tagen und Monaten versuchte ich, mich von meinen Gefühlen zu distanzieren und einfach nichts zu fühlen. Und wie immer seit Wochen und Tagen und Monaten klappte es auch dieses mal wieder ganz gut.

Ich schließe das Fenster, lege mich seufzend in das noch warme Bett, in dem bis du vor einer halben Stunde noch selbstverliebt deinen eigenen Körper bewundert hast. Was ich jetzt fühle? Keine Ahnung. Ich habe mich selbst verloren. Alle Gefühle so weit weggeschoben, dass ich sie nicht mehr finde. Mir eingeredet, es wäre das Beste so.

Der Moment, in dem ich mich selbst aufgab, war der,
in dem ich tränenüberströmt begriffen habe, dass es ohnehin keinen Ausweg gibt. Weil ich dich nicht jeden Tag sehen kann, ohne dass da was ist. Also beschloss ich, weiterzumachen. Alle Gefühle zu ignorieren. Lächeln, Sex, Leere - solange bis du wie angekündigt endlich die Bühne verlässt. “Maximal ein paar Monate, dann ziehe ich weg aus der Stadt”, hast du gesagt. Das war vor einem Jahr. Jetzt frage ich mich, ob ich jemals wieder etwas fühlen kann, sobald du endlich weg bist.


Tags: Affäre, Fremdgehen, Liebeskummer
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