Verkatert 18.08.2015, 22:18 Uhr 0 3

Und ich stelle mir wieder einmal vor, ...

Als ich dich sah, war es für mich unbegreiflich, wie du dort stehen konntest. Ich war fest davon überzeugt, du existierst nur in meiner Träumerei.

... wie du dort gestanden hattest, lässig an dein Auto gelehnt, mich angrinsend und ich kannte dieses Grinsen, denn das sagte mir, dass du genau wusstest, wie überrascht, wie überwältigt ich sein würde, wenn du dort auf einmal stündest. Dort, fast auf meiner Matte. Nach fünf unerträglichen Jahren, ohne uns jemals gesehen zu haben. Distanz? In dem Augenblick nicht mehr als nur ein Wort, für uns erstmals völlig unbekannt. Um ein Haar hättest du fragen wollen ,,Kennen wir uns nicht irgendwoher?“ 

Wir schliefen miteinander, mit dem Gedanken, dass es das erste und das letzte Treffen sein würde. Wir sahen einander an, als spürten wir denselben Schmerz. Und obwohl keiner es auszusprechen vermag, wussten wir insgeheim doch, dass wir nicht endlos sind. 

Ich fuhr endlose Strecken, um dich zu sehen. Wir verbrachten phantastische Tage und Nächte miteinander, ob nüchtern, betrunken oder high, du hattest nach wie vor dein Grinsen, dein Schmunzeln auf den Lippen. Ich verspürte stets das Gefühl, ich gehöre nicht zu dir, nicht in dein Leben. Hirngespinst, dachte ich mir. Nur meine Unsicherheit. 

Bis mir die Realität mit voller Wucht ins Gesicht schlug. Es interessiert mich nicht mehr, mit wem du was machst, wem du dein hässliches Grinsen schenkst. Es interessiert mich alles nicht mehr, weil ich zugrunde gehen würde, wenn ich dich nicht schleunigst aus meinem Kopf ausperrte. Und auch wenn ich so tue, als wärst du völlig irrelevant in meinem Leben, würde ich alles stehen und liegen lassen, wenn du zurückkommst. 

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