clara_paul 14.07.2010, 16:56 Uhr 5 1

…und dann bin ich weg.

Täglich kämpfe ich gegen die Worte die du damals mit deinem Bier in der Hand und dem gesenkten Blick gesagt hast.

Jedes Stück München erinnert mich an dich.
Viel zu kurz waren die Wochen, nur ein kleines kennen lernen, das mein Leben jetzt so über den Haufen werfen lässt…
Ich kann mich manchmal kaum auf den Beinen halten, meine Gedanken bringen mich ins stolpern.
Entfliehe dem Alltag und stürze mich von einer Aktivität in die andere; taumle so oft durch die Nacht und warte bis das Ende mir wieder neue Hoffnung schenkt. Ich gebe mir kaum Auszeit.
Mein Leben fühlt sich an wie ein Wollknäuel, das ich nicht entknoten kann. Suche nach dem Problem und finde keine Lösung.
Ich habe das Leben im vergangenen Winter so sehr genossen…auch an diesem Tag im Februar.
Deine zunächst kühle Art ist mir sofort aufgefallen. Deine Augen waren kurz geschlossen, als du dich ganz langsam zur Musik bewegt hast. Später standen wir draußen und es regnete; die selbst gedrehte Zigarette schmeckte besonders gut.
Dann diese Nachricht von dir – gehofft sie zu bekommen doch nicht im Traum daran gedacht.
Vor Aufregung dich wieder zu sehn konnte ich den Mai Tai kaum schlucken. Beim zweiten lief` s dann besser.

Deine Sichtweisen, Blicke und Taten haben mich zum nachdenken und lachen gebracht. Essen, genießen und rauchen konnte man gut mit dir. Du warst ein Meister des Schweigens. Einfach nur dasitzen und nichts sagen – ein herrliches Gefühl.
Manche Nacht brauchten wir etwas mehr als Freundschaft. Es fühlte sich so echt und richtig an, alles um mich herum war so unbeschreiblich leicht.

Nachts betrunken vorne auf deinem Fahrrad zu sitzen machte mich glücklich.
Doch war da von Anfang an immer diese Bremse und die Realität hat die Hoffnung überholt.
Du, du bist es, dieser besondere Mensch der mich so schnell aus der Reserve gelockt hat. Der, dem ich so schnell mein sonst so zaghaftes Vertrauen geschenkt habe. Zu schnell?

…und dann bin ich einfach weg. Kurz mal die „reset – Taste“ gedrückt.
Raus aus deinem Leben. Von jetzt auf gleich. Kann und will es nicht begreifen. Dachte ich würde dir gut tun.
Quäle mich mit dem Gedanken wem du gerade deine Zeit schenkst. That `s life…
….Bum. Weiß nicht, ob ich jemals darüber hinweg komme.
Rede mir ein, nur ein kleiner „netter Fick“ für zwischendurch gewesen zu sein.

Ich bin für dich einfach nicht mehr da. „Nur“ noch Gedanken die mich an dich erinnern…Eigentlich schade.

„Man wird sich sicher mal wieder sehn“…vielleicht. irgendwann.

Du fehlst.

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5 Antworten

Kommentare

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    sorry für die tippfehler ;-)

    17.07.2010, 23:51 von clara_paul
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    hm, danke! habe den text für diese eine mir so unendlich wichtige person geschrieben, ihn aber nie abgeschickt....deshalb "landet" er jetzt hier, wäre doch schade um die verloren gegangenen worte...soch jedes mal wenn ich ihn lese zereißt es mir auf`s neue das herz...ich wünschte ich hätte eine reset taste in meinem kopf...liebe grüße!

    17.07.2010, 23:51 von clara_paul
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    Ich finde, der Gedanke "Habe ich mich so getäuscht?" ist oft das Schlimmste..
    Zuerst fühlt es sich richtig an, man ist glücklich.. und irgendwann am Ende, dann wenn man schon verletzt wurde, fragt man sich vieles, fängt an zu zweifeln.

    Dein Text gefällt mir, ich erkenne mich darin wieder.

    17.07.2010, 14:42 von Isabellisabell
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  • 1

    danke polly! schon drei monate her und der herzschmerz wird einfach nicht besser...doch gut zu wissen, dass es anderen ähnlich geht...irgendwann wird der tag kommen an dem ich damit abschließen kann - hoffentlich!

    16.07.2010, 17:44 von clara_paul
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    ähnliches habe ich vor zwei jahren auch erlebt.
    konnte es damals auch nicht fassen dass es vorbei sein soll..
    toll geschrieben!

    16.07.2010, 14:59 von Polly_
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