kleinerMadou 15.06.2012, 14:46 Uhr 2 2

Und am Ende wieder nur Kollegen!

Mit größter Mühe hast du dir über Wochen meine Gefühle erschlichen...

Und wieder sitzt du neben mir, dein Lachen immer einen Ton zu schrill und doch das süßeste Lachen, dass ich jemals gesehen und gehört habe. Deine Augen umgeben von diesen kleinen Fältchen, die zeigen, dass dein Leben mit Freude gefüllt ist.

War es dein Lachen, was mich hat schwach werden lassen oder das Vertrauen, das du mir geschenkt hast? Die Wärme und Geborgenheit, die ich bei dir fühlen durfte? Oder einfach nur der naive Gedanke, dass ich mit dir glücklich werden könnte.

Ich versuche dich nicht anzuschauen, weil ich weiß, dass es nur tiefere Narben in mein kleines, kaputtes Herz reißen würde. Und so sitze ich da, all die unausgesprochenen Gedanken in meinem Kopf und lache über deine Witze, damit niemand etwas merkt. Wenn ich dir alleine begegne, weiche ich deinen Blicken aus, missachte dein zögerliches Lächeln und erwidere dein Zwinkern nicht. Ich würde wohl lieber gegen eine Wand laufen, als in deine Augen zu schauen. Es hätte nicht so kommen müssen, ich wollte das nicht und du sicher auch nicht und trotzdem war es unumgänglich. Diese Trennung, ohne dass da jemals eine Beziehung war.

Du warst doch nur das kleine Blondchen, was immer zu viel erzählt hat. Und jetzt bist du es, die meine Welt ins Wanken bringt. Mit größter Mühe hast du dir über Wochen meine Gefühle erschlichen, um dann mit inhaltslosen Worten dem Schritt nach Vorne zu entgehen. Du warst nicht bereit die Zwischenebene zu verlassen, auf der wir uns befanden. Die Ebene, die undefinierbar ist. Viel zu viel für Kollegen und auch zu viel für Freunde. Aber zu wenig zum lieben. Es war wie eine Beziehung…jedenfalls sprach unser Verhalten dafür. Eine Beziehung ohne Körperlichkeiten und eine Beziehung ohne Beziehung. Für mich jedoch voller Emotionen. Für dich ein großes Fragezeichen.

Ich ignoriere dich nicht, weil ich dich hasse und auch nicht, weil ich sauer bin. Ich ignoriere dich aus keinen der Gründe, die normalerweise eine derartige Ignoranz hervorrufen. Doch mich verletzt dein Anblick, weil du mich verwirrst und weil ich dich vermisse, weil ich dich mag. Ich muss mich schützen und ich will, dass du spürst, wie es mich berührt. Vielleicht ist es dir egal und vielleicht verletzt es dich genauso wie es mich verletzt. Ich werde es nie erfahren. Selbst wenn ich dich fragen würde, würdest du der Antwort entfliehen.

Ich frage mich, ob es Angst ist, die dich bestimmt oder ob es nie mehr war als ein Spiel für dich? Ein Spiel, dessen Regeln ich nicht verstanden habe. Ein Spiel, dessen Regeln ich wohl nie verstehen werde. Es war meine Entscheidung, dass Spiel zu beenden. Ich war nicht bereit, weiter auf der Zwischenebene zu taumeln. Ich wollte einen Schritt vor, doch dir war der Abgrund, den wir hätten überwinden müssen, zu groß. Und so ließ ich mich zurück ins Tal fallen, obwohl der Gipfel schon so nah war…und am Ende sind wir wieder nur Kollegen.

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2 Antworten

Kommentare

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    Danke:)

    18.06.2012, 09:21 von kleinerMadou
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    Sehr gut geschrieben. Beschreibt meine derzeitige Situation ganz genau.

    16.06.2012, 03:48 von bear_275
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