Lockenmuetzenhirn 30.11.-0001, 00:00 Uhr 18 59

Um uns das Universum.

Dein Lachen klingt in meinen Ohren nach, wenn ich darüber nachdenke, wie gut es uns ging.

Als wir uns begegnet sind, habe ich nicht im Entferntesten daran gedacht, dass du so hohe Wellen in meiner kleinen Welt schlagen würdest. Du kamst wie aus dem Nichts und hast mich innerhalb von kürzester Zeit schon mit deiner Liebe umwärmt. Eine Liebe, die mir so gut tat, wie schon lange nichts mehr. Die mich von innen heraus strahlen ließ. Mir eine andere Sichtweise auf die Welt gezeigt hat. Durch dich habe ich gelernt, wieder zu fühlen. Obwohl ich doch dachte, dass mein ganzes Empfinden, meine Romantik, meine Fähigkeit zu lieben, durch all die negativen Erlebnisse in der Vergangenheit, längst zunichte gemacht worden wären. Ich habe vermutlich die tiefste Geborgenheit in deinen Armen gespürt, die ein Mensch fähig ist, zu empfinden. Wahrscheinlich warst du dir nie darüber im Klaren, welch enorme Auswirkungen du auf mich hast. Obwohl ich dir immer wieder versucht habe, das klarzumachen.

Du warst so viel mehr als all die anderen bisher. Hast mir so viel mehr Hoffnung gegeben, so viel Zuversicht, dass doch noch alles gut werden kann. Dein Lachen klingt in meinen Ohren nach, wenn ich darüber nachdenke, wie gut es uns ging. Wie wohl ich mich bei dir gefühlt habe. Wie nah und vertraut es zwischen uns war. Obwohl du eigentlich garnicht dem entsprachst, was ich bisher unter Verliebtsein kannte. Weil du niemand warst, den ich schon aus der Ferne beobachtet hatte, niemand, der mich von Anfang an umgehauen hätte, niemand, den ich unbedingt haben wollte. Auf einmal warst du einfach da. Und ich glaubte am Anfang, ich hätte mein Glück gefunden. Ich dachte, das wäre vielleicht das, auf was ich all die Jahre so sehnsüchtig gewartet hab. Du hast den schönsten Humor, den ich mir vorstellen kann -  meinen eigenen. Irgendwie hast du mich immer ein bisschen an mich selbst erinnert.

Doch all die Probleme, die du mit in unsere kleine neu erschaffene Welt gebracht hast, wurden irgendwann nicht mehr tragbar. Du hast angefangen zu zweifeln und ich habe zu spät realisiert, dass dieser Zustand nicht mehr lange halten kann. Habe immer versucht, irgendwie an uns zu glauben. Ich dachte, wenn ich an uns glaube, dann wird schon alles gut werden.

Aber genauso schnell wie du gekommen warst, bist du wieder verschwunden. Und hast mich zurückgelassen in einem dunklen Strom der Einsamkeit. Mit all den Ängsten und dem Schmerz, der schon vor deiner Zeit immer mit all seiner Kraft an mir genagt hat. Ich konnte selbst nicht glauben, wie tief dieses Loch ist, in das du mich gestoßen hast. Ich trauerte so intensiv wie lange nicht mehr. Bekam Angst vor meinem Zimmer, Angst vor meinem leeren, dunklen Bett. Angst, alleine nach Hause zu fahren. In manchen Momenten sogar Angst vor mir selbst. Keiner kann nachfühlen, wie es mit dir war. Ich wusste nicht mehr wo mir der Kopf steht, auf wen ich hören soll. Liebeskummer ist so ein gemeines Gefühl. Man versucht irgendwie gegen sich selbst anzukämpfen.

Ich wünschte, du wärst weniger von deinen direkten Erwartungen gelenkt und könntest dich mehr auf mich einlassen. Könntest dich kompromissbereiter zeigen und mich so nehmen, wie ich bin. Ich habe mich angestrengt beim Versuch, mich dir anzupassen. Aber du gabst mir immer öfter das Gefühl, ich könnte nicht genug für dich sein. Und das hat mir sehr wehgetan. Ich glaube ohne diese festgefahrenen Vorstellungen hätte es gut werden können mit uns. Vielleicht sogar sehr gut.

Ich vermisse es, dir von meinen Träumen zu erzählen. Dir alles sagen zu können, was mich im Alltag bewegt. Weil ich immer gewusst habe, dass du mich verstehst, so wie es kein anderer bisher konnte. Vermisse die Abende mit dir, als wir zusammen in den Sternenhimmel geschaut haben. Ich darf garnicht darüber nachdenken, wie viel diese Momente mir gaben. Doch zum Glück hat mich die Vergangenheit gelehrt, wie man sein Gefühl so schnell wie möglich abtötet. 

Du hinterlässt eine ganz seltsame Leere in mir. Eine Leere, die mir ab und zu das Gefühl gibt, keine Luft mehr zu bekommen. Ich glaube das ist so, weil die Symbiose unserer beiden künstlerischen Persönlichkeiten wirklich was Besonderes war. Ich habe mich durch dich irgendwie selbst nochmal anders kennengelernt. Und ich wünschte, bei dir wäre das genauso gewesen.

Der Winter steht vor der Tür und diese Zeit war noch nie die Einfachste für mich. Ich wünschte, das Pech würde mich endlich mal in Ruhe lassen. Würde mir gönnen, auf meinem Weg voranzukommen. Ich weiß nicht, ob ich den Kontakt zu dir halten kann. Ich will dich nicht verlieren, weil du mich abgesehen von all dem Kummer als Mensch an sich faszinierst. Aber ich weiß nicht, ob es mir gut tut. Ich will wieder froh sein dürfen in meiner eigenen kleinen Welt. Und vielleicht geht das in der nächsten Zeit am Besten ohne dich. Wahrscheinlich wird die Zeit mir zeigen, was richtig für mich ist.

 

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18 Antworten

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    achja, der Liebeskummer...wie schön und doch wie schrecklich Liebe immer sein kann. Und wie leicht sie einen aus der Bahn wirft

    06.01.2016, 20:04 von LifeLoveLust
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    Einfach nur wow! 

    25.12.2015, 01:46 von Iniii_i
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    this text is my favorite in the whole Liebe section. 

    each time I read it, my heart hurts. literally hurts.
    and ironically, i always end up here....  

    18.12.2015, 23:32 von pelinita
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    du sprichst mir aus der seele.

    ich erkenne mich in fast jedem deiner sätze wieder.
    halt durch !

    29.11.2015, 21:50 von Holzgeschichten
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    ...das hätte von mir sein können...:-((((( gerade genauso erlebt....

    26.10.2015, 20:59 von jaYmade
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      Unglaublich, das spricht mir aus der der Seele! 

      25.12.2015, 10:42 von Sternelle
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