Theophilus 14.03.2010, 16:44 Uhr 0 1

Über alles? Oder nichts.

Die Welt - ein Porzellanladen. Und wir alle sind Elefanten.

Nichts. Einfach ist nichts, weißt du?“

„Nee, weiß ich nicht.“

„Was weißt du denn?“

„Mit Sicherheit, meinst du?“

„Mit Sicherheit.“

„Gar nichts.“

„Das glaub’ ich dir nicht.“

„Vielleicht eine Sache.“

„Dann los!“

„Letztlich kannst du dich doch in dieser wirklich bescheuerten und ohnehin schon kaputten Welt oft genug kaum noch bewegen ohne nur immer mehr kaputt zu machen. Mit jedem einzelnen Schritt. Wenn man nun aber nicht still sitzen bleiben will - was ironischerweise gar nicht garantiert unversehrt zu bleiben - kann man nur hoffen dass man unterwegs nur kaputtmacht und beschädigt was vielleicht nicht mehr als unwichtig ist oder ersetzbar… Macht sowas vorsichtig? Zu vorsichtig. Die Welt - ein Porzellanladen. Und wir alle sind Elefanten mit mehr oder weniger großen Plattfüßen. Die Hornhaut der Zeit und Gewohnheit lässt uns selbst die größten Splitter zu selten noch spüren.“

„...“

„Das klang jetzt ziemlich pseudo-intelligent, oder?“

„ ’’Pseudo-intelligent’’ klingt pseudo-intelligent.“

„…“

„Aber ich denk’ du hast recht.“

„Mhh.“

„ Was denkst du jetzt?“

„Ich weiß es nicht.“

Ich weiß es nicht. Er will das nicht ständig sagen, aber er kann nicht anders. Sie haben anschließend noch eine ganze Weile geredet und gesessen und dann musste oder wollte sie irgendwann weg. Er weiß nicht, warum sie nie gehen kann, ohne zu bleiben. Ist es ihre unglaubliche Geduld, die nicht mal er selbst für sich aufbringen kann? Er glaubt, nein, er hofft, dass sie die immer noch hat. Und manchmal weiß er es. Wenn sie dasitzen und einfach nur zusammen die Fresse halten. So wie jetzt. Eben. Doch wenn sie dann geht und es still bleibt, ist sie immer noch da. Ein leerer Raum in dem er ist und ein leerer Raum irgendwo in ihm drin, in seinen Gedanken. Der wird von ihr bis in die letzte Nische ausgefüllt. Selbst wenn er den einen verlassen kann, der andere bleibt und verlässt ihn nicht. Er geht dann ziemlich bald ins Bett. Er redet sich aus, dass er das dürfe, angesichts der Lage, doch er schläft trotzdem mit der Nase in der Decke ein, die immer noch ihren Geruch trägt. Sein Schlaf ist nicht unruhig und von seinen Träumen, die mit dem ersten Sonnenlicht verwischen, bleiben nur Schemen übrig. Schemen und Umrisse, die ihn am nächsten Tag begleiteten, ohne dass er sich dessen wirklich bewusst wird. Aber er spürt es. Irgendwie. Alles.

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