zuckerpuuppe 03.01.2012, 22:57 Uhr 3 1

Tina und Klaus

Die Nachbarn spürten da ist was falsch. Wo bleibt das Gestöhne um halb 12. Wo bleibt der Spaghettiduft um Mitternacht.

Klaus liebt seine Freiheit. Er liebt es in die Regenpfützen zu hüpfen,  in sich in der U-Bahn im Kreis zu drehen. Nie könnte er ohne seine mitternächtlichen Spaghetti leben. Tina braucht die Ruhe, sie ist verliebt in die Ordentlichkeit und könnte gerne auf das Wochenende verzichten. Tina und Klaus sind ein Paar. Sie gehören zusammen wie Nagel und Hammer, wie Kleber und Stoff. Sie haben sich kennengelernt als sie beide noch nicht wußten was sie lieben. Beide haben sich aber ineinander verliebt und könnten nie mehr ohneeinander sein.

Bis zu der Zeit als Klaus seine Freiheit vermißte. Drehen in der U-Bahn war Tina peinlich und um Mitternacht den Abwasch machen war ihm viel zu mühsam.  Er spürte eine Art Käfig um sich herum und Tina war das Tuch, das man um den Käfig legt, damit der Vogel ruhig ist. Rauchen tat er viel in dieser Zeit, den Duft der Rosen konnten er nicht mehr riechen. Er wollte mehr erleben und mehr spüren.

Tina wurde bei jeder Kleinigkeit  ungehalten und stürzte sich in den Gedanken, wie es sein könnte, wenn da doch ein anderer wäre. Ein Anderer der den Abwasch macht nach dem gemeinsamen Salat essen und Fernsehen. Bis ans Ende Ihrer Tage wollte sie einen finden, der ihr Ähnlich war. Der so war wie sie und auch so gerne Dinge sortierte.

Die Nachbarn spürten da ist was falsch. Wo bleibt das Gestöhne um halb 12. Wo bleibt der Spaghettiduft um Mitternacht.

Tina packte ihre Sachen. Immer mehr Kleidung verschwand aus dem gemeinsamen Schrank. Eines Tages dann war alles nur mehr Schein als Sein.

Unendlich viele Telefongespräche später und im salzigem Meer der Tränen stand es dann wie geschrieben. Die beiden konnten nicht mehr füreinander da sein. Ein Traumpaar, eine wunderschöne Zeit. Alles vorbei. Ein Schlussstrich, ein Urteil.

 Klaus traf neue Freunde. Die von der weiblichen Sorten. Klaus schlief in fremden Betten. Die von der einmalige Sorte.

Tina versuchte mühsam neue Freund zu finden, die so gut paßten wie Klaus, nur noch besser. Sie ging ins Kino mit ihnen, sie verlor das Gefühl der Zeit und für den Raum. Ob im Kino oder im Restaurant. Egal wo sie sich mit ihnen traf, es wurde nicht besser. Sie vermißte Klaus und wollte zurück zu ihm. Si schrieb ihm Briefe die nie eine Briefmarke sehen durfte. Sie kramte nach der Telefonnummer, die sie in ihrer Einsamkeit gelöscht hatte.

Sie wollte alles nicht. Außer wieder zu Klaus. Er kam gut an bei den Frauen, er hatte richtig viel Spaß. Er verliebte sich einige Mal. Einmal ein bißchen mehr als beim anderen Mal. Manchmal dauerte die Liebe nur eine Nacht, ein anderes Mal ein bißchen länger.

 Doch die die bessere Tina konnte er nicht finden. Er schrieb ihr einen Brief.


Sie trafen sich auf der Straße. Klaus konnte nicht anders und mußte grinsen. Etwas dümmlich, etwas herausvordernd, etwas blöd. Tina glaubt er lacht sie aus. Er lacht ihr ins Gesicht.

 Nach einigen Treffen später und einigen lauwarmen Nächten im ehemaligen gemeinsamen Bett war es dann wieder so weit. Tina sprach vom Heiraten und Kinder kriegen. Für Klaus war das alles nur Spaß und Zeitvertreib.

Er ging abends aus. Verdrehte den Mädchen den Kopf.  Und einem auch die Beine.

 

 

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3 Antworten

Kommentare

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  • 0

    Teilweise wirklich sehr schöne Formulierungen! 

    "Klaus traf neue Freunde. Die von der weiblichen Sorten. Klaus schlief in fremden Betten. Die von der einmalige Sorte."
    und 
    "Er ging abends aus. Verdrehte den Mädchen den Kopf.  Und einem auch die Beine."
    haben mir am Besten gefallen :)

    04.01.2012, 15:06 von Jjuliaa
    • 0

      dankeschoon... ich bin klaus

      04.01.2012, 23:27 von zuckerpuuppe
    • 1

      sehr schöne sprache!

      11.01.2012, 23:56 von rotten.apple
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