mascarella 23.01.2012, 13:55 Uhr 0 2

Timing

...unseres ist falsch - momentan. Sagst du...

Auch wenn ich vielleicht auf verlorenem Posten stehe, kann ich nicht aufhören mit Geigen im Kopf und Schmetterlingen im Bauch an dich zu denken. Mein Herz pocht dann wie wild und meine Lippen ziert ein zärtliches Lächeln. Nur meine Augen strahlen nicht richtig mit.

Jeden Tag warte ich auf ein Zeichen von dir. Eine SMS, eine Email, einen Anruf. Aber sie kommen spärlich, nicht mehr tagtäglich wie noch vor wenigen Wochen. "Ich bin momentan nur noch auf mich fixiert und gönn mir diese ganz besondere Zeit!", hast du mir mit bedeutungsschwerem Pathos in der Stimme gesagt. "Nur für mich!"

Wir sind etwa 600 Kilometer voneinander entfernt, ganze zwei Wochen noch. In vier Wochen fliegst du in den Himalaya - für einen ganzen Monat. Wir kommen aus derselben Stadt, sind aber nie am selben Ort. Eine ganze Weile war uns das egal. Solange, bis ich den Fehler machte dir zu sagen, wie unsagbar toll ich dich finde, wie faszinierend, wie besonders.

Du jedoch bist mir ausgewichen, warst durcheinander, ich konnte es dir ansehen. "Sind wir nicht sehr mit uns selbst beschäftigt?" Die Worte hallen immer noch nach in meinem Kopf. Da wären Gefühle, aber wir bräuchten doch noch Zeit. Das Timing, unser Timing, es stimmt einfach nicht - momentan. Du wollest nichts überstürzen, nicht bevor ich zurück in der Stadt bin - nicht bevor du dich im Himalaya selbst gefunden hast. Ich verstehe es. Und spüre dennoch einen Stich in der Brustgegend.

Manchmal wünschte ich, ich würde deine negativen Eigenschaften besser kennen. Dann müsste ich vielleicht weniger oft an dich denken. Ich würde dich nicht ständig vermissen. Mich würde nicht jeder Lockenkopf mit Bart an dich erinnern.

Doch das einzige, was ich an dir nicht leiden kann, ist deine Unentschlossenheit. Ich kann es nicht leiden, dass du mich sehnsuchtsvoll mit deinen zärtlichen Augen anblickst, und mir dennoch nicht das sagst, was ich hören will. Wirst du es mir denn irgendwann sagen? Langsam komme ich ins Zweifeln.

Dennoch sitze ich da... denke an dich. Die Geigen in meinem Kopf setzen wieder ein, die Schmetterlinge in meinem Bauch schwirren erbarmungslos umher. Mein Herz schmerzt ein bisschen. Mein Lächeln wirkt irgendwie gequält. Und meine Augen blicken hoffnungslos in die Zukunft.

Das Timing... ich hasse unser Timing.

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