pusteplume 04.09.2018, 00:24 Uhr 0 1

'Til death do us part

My pledge to you.

Ich lege meine Finger auf die Tastatur und schlage eine Taste nach der anderen an. Es ist still um mich und alles was ich höre sind meine Gedanken. Manchmal schaffe ich es diese Gedanken durch den alltäglichen Lärm zu unterdrücken. Dann werden sie leise, kaum hörbar. Ab und zu versuchen sie sich bemerkbar zu machen, doch dafür lasse ich keinen Raum. Erst jetzt, nachdem der Alltag dem nächtlichen Schweigen gewichen ist, da höre ich es laut und deutlich: Den Ruf der Vergangenheit. 

Meine Tränen schienen getrocknet, das dachte ich. Doch die Erinnerung an die Vergangenheit ruft sie wieder hervor, lässt mich wieder mehr fühlen, als ich doch eigentlich wollte. Etwas zu fühlen, das heißt lebendig zu sein. Sagen sie. Die, die wahrscheinlich noch nie wirklich gefühlt haben, wie es ist, wenn dein Körper anfängt zu zittern, weil du versuchst an dich zu halten, gegen deine Gefühle zu kämpfen. Versuchst gegen das Leben anzukämpfen. Denn eigentlich warst du dabei still und heimlich zu sterben. Langsam, jeden Tag ein bisschen mehr, bis du nichts mehr fühlst, und der Schmerz nachlässt. Lebendig sein schmerzt. Ohne dich zu sein, schmerzt. Mit dir zu sein hat geschmerzt. Du warst mein Leben. Du bist mein Tod. 

Meine Finger werden langsamer, meine Gedanken leiser. Die Nacht holt mich ein, ich schließe meine Augen und für ein paar Stunden ruhe ich friedlich. Und dann holt es mich wieder ein. Der Schmerz, das Leben, das Gefühl, die Gedanken, der immer währende Tod. 

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