sinith 15.04.2009, 23:20 Uhr 0 0

Tauzeit

Immer, wenn mir jemand gefiel und ich diese Hoffnung hegte, dass mir jemand nahe kommen könnte, dann habe ich alles falsch gemacht.

Ich war zu laut, ich war zu forsch, ich war zu schnell, ich habe vergessen was es heißt, sich kennenzulernen.
Am Anfang war ich vom Jagdtrieb und dem ganzen Spiel überfordert.
Ich war zu leise, zu schüchtern und ich war zu langsam um zu verstehen, dass es da draußen nur um Spass, Genuss und den Moment geht.
Ich hab mir meine Wunden geholt und gelernt. Ich wurde selbst zu einer Meisterin, ich jagte, ich liess mich jagen, ich lockte und ich reizte, ich bekam immer was ich wollte.
Mit jeder flüchtigen Bekanntschaft kam ich mir stärker vor, glaubte ich das Ganze durchschaut zu haben. So etwas wie Gefühle waren lächerlich. Wenn man etwas will, dann holt man es sich.
Mit jeder flüchtigen Bekanntschaft entfernte ich mir mehr und mehr von der Erinnerung an Vertrauen und diesem leisen Glücksgefühl, dass sich einstellt wenn man jemanden liebt und spürt, dass man damit nicht alleine ist.

Dann warst du da, und meintest,
ich will nicht mit dir schlafen, ich will nicht dass der Moment nur ein Moment ist, ich will jemand, der da ist.
Du hast mich Nächte im Arm gehalten, du hast mich mit dem ersten Sonnenlicht geküsst und gemeint, ich bin noch da, ich geh nicht weg, hab keine Angst.

Wir kennen uns erst so kurz, und doch spüre ich, wie ich innerlich ganz langsam taue.
Ich seh in deine Augen und du lächelst und küsst mich und ich würde gerne Worte kennen um dir sagen zu können, wie wahnsinnig viel du mir bedeutest und dass ich fast explodiere.
Dass ich kaum glauben kann was hier passiert und dass ich Angst habe aufzuwachen und du bist nicht mehr bei mir.
Du bist das Zauberhafteste was ich in dieser Welt entdeckt habe.

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