justanotherpicture 30.11.-0001, 00:00 Uhr 44 123

Tag 569 ohne dich. Und mit dir

Und jetzt ist es eine Woche her, seitdem ich dich das letzte Mal geküsst habe. Eine Woche, seitdem wir so erwachsen sein und uns "aussprechen" wollten. Eine Woche, seitdem wir uns gesagt haben, einander nie wieder küssen zu wollen.

Man trifft Menschen, die so schnell wieder gehen, wie sie gekommen sind. Und Menschen, die unser Leben bereichern und die doch fast unmerklich wieder verschwinden, ganz langsam und leise, bis uns einzig und allein eine vage Erinnerung von ihnen bleibt. Und dann trifft man Menschen, die einen immer begleiten werden. Egal, wo man ist, was man macht, mit wem man Zeit verbringt. An deren Einzigartigkeit wir uns begeistern und berauschen; man trifft Menschen, die etwas in uns auf eine Art und Weise berühren, entfachen, uns inspirieren, wie es nie eine Person zuvor vermochte.

Menschen wie dich.

„Es ist doch verrückt", habe ich zu dir gesagt, "mit wie vielen flüchtigen Bekannten und falschen Freunden wir uns ständig umgeben, während die Leute, die einst zum Wichtigsten in unserem Leben gehörten, nach und nach in Vergessenheit geraten." Du hast erst nur den Kopf geschüttelt, wie kein anderes Mädchen auf der Welt den Kopf schüttelt, deine Augen waren schon ganz feucht und ich wusste, dass du in diesem Moment das schönste traurige Mädchen der Welt warst. Dann hast du geantwortet: „Manche Menschen vergisst man nie, ganz egal, was passiert.“

Es ist bitter festzustellen, dass ein „Wir“ nicht funktioniert. Aber die bitterste Feststellung ist die, dass ein „Du“ und ein „Ich“ auch nicht funktionieren kann. Früher habe ich oft gedacht, dass es gut wäre, dich zu vergessen. Dass wir all die Liebe, all die Energie und all die Tränen vergeblich investiert hätten. Heute weiß ich, dass die Erinnerung an uns eines der wertvollsten Geschenke ist. Ein Geschenk, das mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen ist.

Diese Zeilen fühlen sich wie ein letztes Mal Abschied nehmen an. Ein Abschied von uns, ein Abschied aus Vernunft. Ein Abschied mit dem Kopf, nicht mit dem Herzen. Weil ich mich in dir verliere und verschwende, wieder und wieder.

Tu seras toujours l'amour
qui fait vaciller mon coeur.

Es gibt Dinge, die klingen nur im Französischen schön, hast du einmal gesagt. Heute ist Tag fünfhundertneunundsechzig ohne dich. Und mit dir. Ich lasse dich gehen - du mich auch?

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44 Antworten

Kommentare

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  • 2

    Ach verflucht . . . ein Scheiß ist das . . . und stimmig.

    02.05.2014, 00:13 von Justus
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  • 2

    Wunderschön...Obwohl ich nicht glaube, dass dieser Text wirklich ein Abschiedstext ist.

    13.01.2014, 00:26 von Likame
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  • 2

    Ich frage mich, ob du sie gehen lassen konntest...

    12.01.2014, 23:43 von vonmiraus
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  • 1

    der Kopf spricht eben eine andere Sprache, als das Herz deshalb fällt der Abschied oft schwerer als erhofft.. wunderschöner Text!

    25.11.2013, 22:36 von FraeuleinMeeresbrise
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
  • 0

    schnürt einem die Kehle zu..

    02.08.2013, 14:32 von LynchburgLemonade
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  • 3

    Trauriges Herzklopfen beim lesen bekommen

    29.07.2013, 15:19 von Arcadium
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  • 1

    Am ende wäre; "Du lässt mich gehen - ich dich auch?" schöner gewesen :)

    26.07.2013, 23:43 von Gk
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  • 1

    Ein Text, bei dem man Tränen in en Augen bekommt...vorallem wenn es einem ähnlich geht. wunderschön und traurig zugleich.

    26.07.2013, 23:18 von simply_inspired
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  • 1

    echt ein schöner Text, der mich sehr berührt..

    26.07.2013, 16:40 von zerpLatze_SeifenbLase91
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