kleineglueckseligkeit 30.11.-0001, 00:00 Uhr 6 3

Sympathie 2.0

Ich bin nicht verliebt, aber ich hab ihn unheimlich gern. Er fehlt, wenn er nicht da ist und er macht mich fröhlich. Gerade ist er mein kleines Alles.

Wenn er in der Stadt ist, sehen wir uns fast jeden Abend. Schon komisch, dass zwei Menschen so aneinander hängen, aus vollkommen verschiedenen Lebenswelten aufeinander zustolpern und sich immer wieder gegenseitig auffangen. Schon komisch, dass wir uns so gefunden haben und uns so gut finden.

Gerade ist er mein kleines Alles. Er ist allgegenwärtig, er ist mein Gedanke, er ist mein bester Freund, (m)ein Partner, mein Zeitvertreib, er ist der Spinner, der mir die Tage schöner macht, bunter irgendwie. Gemeinsam fantasieren wir uns eine Welt, in der wir die Besten sind. Wir pushen uns bis ganz nach oben, wir schmieden unser Glück in diesen Momenten. Wir nutzen uns aus.

Und genau dann ist doch alles da. In genau diesen Momenten sind wir vollständiger denn je. Wir sind uns nah, wir spüren und berühren uns - nicht nur körperlich. Wenn dem Einen etwas fehlt, merkt es der Andere. Wir schließen unsere Lücken, wir heilen uns. Genau dann bekommen wir das Grinsen nicht mehr vom Gesicht, das besondere Lächeln, das wir nur uns beiden schenken - das Lächeln, das so gut tut.

Und kurz darauf nehmen wir dieses Gefühl mit und entfernen uns wieder für eine Weile. Jeder hat ja noch sein anderes Leben.
Ich bin nicht verliebt, aber ich habe ihn unheimlich gern - Sympathie 2.0 sozusagen. Er fehlt, wenn er nicht da ist und er macht mich fröhlich. Jetzt gerade ist er mein kleines Alles.





Tags: Freundschaft, Gefühle, Gedanken
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6 Antworten

Kommentare

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  • 1

    Sympathie 2.0 = Beziehungsunfähigkeit 2.0


    It`s not a bug, it`s a feature.

    03.07.2016, 20:53 von Hattori-Hanzo
    • 0

      Solange keiner der beiden unter dem Zustand leidet und beide es so wie es ist gut und okay finden, passts doch, oder?

      03.07.2016, 21:50 von Gluecksaktivistin
    • 0

      Wenn da zwischen den Zeilen nur nicht überall stünde: Ich will mich keinesfalls festlegen. :-)

      04.07.2016, 07:05 von Hattori-Hanzo
    • 0

      Selbst das ist doch okay, wenn es beide nicht wollen, oder?

      04.07.2016, 08:57 von Gluecksaktivistin
    • 1

      An sich klar, wenn beide nicht wollen, ist es ok.
      Ich würde den Text aber anders interpretieren:
      Im Prinzip wird ein "verliebter Zustand" beschrieben:
      - Er fehlt, wenn er nicht da ist. 
      - Er ist mein klein Alles. 
      - Wir heilen uns. 
      - Mein Partner
      - Wir schmieden unser Glück etc.
      Eine "Freundschaft" sieht anders aus. Da kann man sich noch so oft einreden, man sei nicht verliebt.

      Der angebliche Verlust der "Kontrolle", in dem man sich auf den anderen voll einlässt, scheint aber eine dermaßene Horrorvorstellung zu sein, dass man es sich auf Biegen und Brechen nicht zulässt. In anderen Neon-Herzschmerz-Texten ist ja ganz ähnliches zu lesen.

      Eine kollektive Generationenpsychose vielleicht - überspitzt formuliert :-) 

      04.07.2016, 09:33 von Hattori-Hanzo
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  • 0

    wirklich schön geschrieben, man versinkt richtig in den Text....

    03.07.2016, 19:52 von Semine
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