wortverliebt.a 30.11.-0001, 00:00 Uhr 51 58

Superhelden

Wir verjagen Einbrecher und Bösewichte, retten Leben und bewahren die Stadt vor dem Untergang. Wie Spiderman und Elektra. Unbesiegbar. Unverwundbar.

Du und ich. Wir sind Superhelden.
In dunklen Regennächten schwingen wir durch Großstadtnächte. So wirken unsere Gegner noch gefährlicher und die Situation meist noch dramatischer. Zudem rinnt der Regen an unseren maßgeschneiderten Anzügen hinunter und betont deine symmetrisch angelegten Bauchmuskeln, die sich durch den latexartigen Stoff unserer hautengen Anzüge abzeichnen. Von meinen Brüsten gar nicht erst zu sprechen.

Wir verjagen Einbrecher und Bösewichte, retten Leben und bewahren die Stadt vor dem Untergang. Machen die Nacht zum Tag, bekämpfen das Böse mit modernsten Waffen und den besten Kampftechniken. Wände hochklettern, fliegen, Blitze werfen; alles kein Problem. Wie Spiderman und Elektra, Batman und Catwoman. Unbesiegbar. Unverwundbar.

Angezogen durch den Erfolg des Anderen fallen wir nach getaner Arbeit übereinander her. Natürlich nur schnell und kurz, denn die Welt braucht uns und wir können die Schurken nicht aus den Augen lassen. Und natürlich nie ohne die Masken abzunehmen um das wahre Gesicht zu zeigen, denn unsere Identität ist das wertvollste Geheimnis das wir besitzen. Wer weiß ob der Andere es nicht ausnutzen könnte. Selbst Superhelden kann man nicht trauen.

Dabei will ich eigentlich keine richtige Superheldin mehr sein. Vielmehr will ich mich aus dem viel zu engen Anzug schälen. Auch wenn dann meine Bridget-Jones-Unterhose zum Vorschein kommt, die meine Rundungen kaschieren soll damit ich mich nicht wie eine Presswurst fühle. Ich will dir die Narben meiner Schlachten zeigen, auch wenn sie eher von kaputten Bierflaschen und ersten Skateboardversuchen kommen anstatt von Kämpfen mit dem grünen Kobold oder dem Joker. Will dir zu jeder einzelnen die Geschichte erzählen und wie ich zu dem wurde was ich bin, auch wenn du vielleicht enttäuscht bist, dass ich nicht von einer Spinne gebissen wurde oder mit einem Fledermaustrauma kämpfe.

Und dann will ich, dass wir die Welt mal Welt sein lassen. Soll sie doch selbst auf sich aufpassen. Stattdessen mit Dir davon. Dorthin wo nur wir beide sind und man das Böse mal vergessen kann. Vielleicht nach Pleasantville oder Münster. Ich hab gehört da gibt es noch so etwas wie eine heile Welt. Von mir aus nehmen wir das Batmobil oder wir schonen heute mal die Umwelt und fliegen – Hand in Hand durch die Nacht.

Ja, eigentlich wäre ich viel lieber Mary Jane, Rachel oder wie diese Klischee-Frauen alle heißen. Die, die das wahre Gesicht des Superhelden kennen. Die, die mit Clark Kent aufgewachsen sind oder mit Peter Parker zur Schule gingen und ihn schon kannten als er noch jung und picklig war. Die, die nicht wissen wo die Verletzungen und Wunden herkommen, die am nächsten Morgen auf mysteriöse Art und Weise den Körper des Helden zieren.

Ich möchte auch im Regen von Dir geküsst werden wenn du kopfüber vom Dach hängst und mich gerade mal wieder gerettet hast, weil ich zu blöd bin allein auf mich Acht zu geben. Auch wenn das ekelhaft kitschig ist. Ich möchte die sein, die vom Bösewicht entführt wird, weil dieser genau weiß, dass diese Frau die einzige Schwäche des Helden ist (woher auch immer die das wissen). Ich möchte deine Schwäche sein.

Stattdessen spiel ich hier die Superheldin. Ziehe den Bauch ein in dem engen Anzug. Und Du hast keine Ahnung was sich unter der Maske verbirgt.

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51 Antworten

Kommentare

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    boah ist das schön! Danke

    05.11.2013, 21:20 von fraeuleinungern
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  • 1

    Schön.

    05.11.2013, 15:31 von frau_fruehling
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    Nette Idee. Gefällt.

    05.11.2013, 12:48 von Pixie_Destructo
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    Da fällt mir diese Serie ein: http://www.fernsehserien.de/my-superhero-family http://de.wikipedia.org/wiki/My_Superhero_Family

    Also mir hat die gefallen.

    05.11.2013, 10:37 von Franziska_68
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  • 3

    Das geht an einen der einigen, nicht streitbaren User die mich gesperrt haben (und anschließend Nachrichten schreiben:D):


    Was muss einem nur passiert sein, dass man so etwas phantasieloses, hirnvertrocknetes und langweiliges vom Stapel lässt? Das ist eine Geschichte, ein Märchen und nicht jede Geschichte in der es um einen Mann und eine Frau geht ist ein psychologisches Dilemma.


    naja, vielleicht sieht das jemand schon. aber der würde dich nicht so lassen- und das ist das problem...



    04.11.2013, 20:53 von
    yuhi


    Wo kein Problem ist muss ein Griff in die Klischeekiste eines herausholen?


    Bitte Phantasie, heile und entspanne YUHI!

    05.11.2013, 08:52 von SirMCPedta
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    • 0

      Ich hab noch kein Frühstück gehabt.


       




      05.11.2013, 09:56 von SirMCPedta
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      Ich weiss auch nicht, worum es geht. Wer sagt denn, es wäre ein psychologisches Dilemma?

      05.11.2013, 10:03 von See_Emm_Why_Kay
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      Alter...

      05.11.2013, 16:33 von quatzat
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      *mampf*kau*... Was´n hier los? Tz...einfach so nen Streit vom Zaun brechen, der Sir spinnt wieder mal und keiner weiß worum es geht. Keiner? Viel mehr als ich dachte... 


      Jemand der wusste was gemeint war... Von vorne gesehen linke Wandseite, dritte Reihe. War zwar ´n anderer Raum, aber egal:)
       

      08.11.2013, 12:43 von SirMCPedta
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      Ich will auch Supadubaspringstiefel! Mit dem "wahren Gesicht" gebe ich dir recht. Ist ja schon schwer genug, sein eigenes zu kennen. :D

      Aber hier habe ich es wirklich nur als Metapher gesehen. Und die Idee mit Münster finde ich doch subbadubba! :D

      05.11.2013, 22:03 von TheCaptainsFiancee
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    • 0

      Dann hätten wa zumindest mal den sailor besuchen können. Und du hast schon recht: Mettaffen sind auf jeden Fall mit Vorsicht zu genießen. Fast so, wie alte Mettigel.

      Nee, stimmt schon. Metaphern sollte man auch aus meiner Sicht mit Bedacht einsetzen. Und den Absatz fand ich insgesamt auch eher schwierig. Ich glaub, ich hab ihn einfach ein bisschen überlesen. :) Insgesamt hat mir der Text heute jedoch Freude gemacht.

      05.11.2013, 22:20 von TheCaptainsFiancee
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    • 0

      Ich bin heute total neben der Spur. Hab die letzten Tage auch viel zu wenig geschlafen und heute viel zu viel gearbeitet. Aber ich bin so fröhlich neben der Spur. Kennst du das? Sodass man total fertig ist, aber trotzdem - oder gerade deswegen - allerbeste Laune hat?

      :D Hihihi, dann beglück du dich mal glücklich weiter! Ich gönn's dir! :) Und ich geh jetzt (ebenfalls glücklich) ab ins Beet. :) (Rote Beete Beet. :) )

      05.11.2013, 22:29 von TheCaptainsFiancee
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  • 1

    Awww, heute steh ich drauf!

    05.11.2013, 07:09 von TheCaptainsFiancee
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  • 0

    naja, vielleicht sieht das jemand schon. aber der würde dich nicht so lassen- und das ist das problem...

    04.11.2013, 20:53 von yuhi
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  • 0

    Nehmen wir nicht alle erst dann unsere Masken ab, wenn wir genug Glaube und Vertrauen in den Anderen investiert haben, um unser wahres Gesicht zeigen zu wollen/können?

    04.11.2013, 19:56 von marco_frohberger
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      nein. Einige wenige setzen erst gar keine auf.

      04.11.2013, 20:45 von Tora
    • 1

      Jeder hat am Anfang eine Maske. Denn jeder will dem andern primär erstmal gefallen.

      04.11.2013, 21:04 von marco_frohberger
    • 1

      meine Einstellung ist: nur Authentizität kann wirklich gefallen. ;)

      04.11.2013, 21:07 von Tora
    • 2

      Vor allem macht man sich ja selbst was vor; wenn man sofort eine Maske aufsetzt und der andere sich in diese Maske verliebt, kann man sie ja nie mehr absetzen und wird dann unglücklich weil man nicht mehr atmen kann und es stickig unter der Maske wird. Und dann beginnt sie zu bröckeln und der andere ist enttäuscht, weil er sich in jemand anderen verliebt hatte. Eine Maske ist also Quatsch, wenn man darauf hofft, aufrichtig von jemand geliebt zu werden. Es hilft aber, um jemand für eine kurze Romanze zu begeistern ^^

      05.11.2013, 09:47 von See_Emm_Why_Kay
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      Leider tragen die meisten Menschen in der Gesellschaft diese Maske. Guck dir doch nur mal das Internet an. Da ist ne direkte Meinung/Haltung, die du offen äußerst, total unerwünscht bzw. macht man sich angreifbar. Sie wird nicht einfach mal so akzeptiert. Und diesem Missfallen beugen sich eben viele. Die Maskengesellschaft verlangt das ab. Die Kunst ist, sich nicht zu beugen. Die starken und ebenfalls so denkenden erkennen dies und schätzen es wert.

      05.11.2013, 12:00 von Tora
    • 1

      So trennt sich immerhin die Spreu vom Weizen ^^

      05.11.2013, 12:06 von See_Emm_Why_Kay
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      hihi ja

      05.11.2013, 12:08 von Tora
    • 2

      Ich würde das mit der Maske nicht unbedingt so negativ interpretieren. Eine Maske muss nicht zwingend nur dazu dienen, etwas zu zeigen, was man nicht ist, sondern kann auch einfach nur als Schutz dienen, etwas zu verbergen, was man eben nicht jedem Menschen offenbaren möchte.

      Das ist für die allermeisten Menschen z.B. im Berufsleben essentiell.

       

      Nicht jedem sofort alle Facetten seiner Persönlichkeit vor die Füße zu werfen, muss nicht bedeuten, dass das, was man offenbart eine Lüge ist. Es ist eben ein kleiner Teil vom Ganzen.

      Und ich gebe Marco recht, es braucht Vertrauen, dass wir uneingeschränkt bereit sind diesen Schutz abzulegen. Vielleicht nicht unbedingt, weil wir alle nur gefallen wollen, sondern vor allem aus Selbstschutz.

      05.11.2013, 13:11 von Pixie_Destructo
    • 0

      ich frage mich nur immer, warum wir uns und vor was schützen müssen? Klar, erspürt man "böse Menschen" spricht man nicht, wenig, meidet sie oder sucht das Weite. Aber auch im Arbeitsleben kann man authentisch sein, trotz Professionalität. Wenn du allerdings Professionalität als Maske siehst, so setz ich diese wohl in dieser Zeit auch auf.

      05.11.2013, 13:16 von Tora
    • 1

      Man schnallt sich ja auch an, ne?

      Menschen können scheiße sein. Man lernt durch Erfahrungen oder man ist doof.

       

      Und jo, ich sag ja, authentisch sein und Maske tragen schließt sich für meine Begriffe nicht unbedingt aus, auch wenn's erst mal paradox klingt. Ist halt Definitionssache.

      Klar, im Beruf trifft es Professionalität ziemlich gut.

      05.11.2013, 13:27 von Pixie_Destructo
    • 0

      doch meiner Erfahrungen nach, hat sich Natürlichkeit bewährt. Heißt nicht, dass ich nicht einfach mal inne halte. Innehalten ist meiner Meinung nach aber nicht mit "Maske tragen" gleichzusetzen. Ich versuche die Maske so gut wie nie zu tragen, wirklich nur im Job und wenn meine Alarmglocken schlagen. Das tun sie automatisch wenn ich auf Menschen stoße, die mir gefährlich werden könnten, ob physisch oder psychisch. Natürlich kann sich der sensibelste Kopf auch immer täuschen!

      05.11.2013, 13:36 von Tora
    • 0

      "doch meiner Erfahrungen nach, hat sich Natürlichkeit bewährt. Heißt nicht, dass ich nicht einfach mal inne halte."

       

      Welchen Bezug hat das jetzt zu meinem Beitrag? Ich kann Dir grad nicht folgen.

      05.11.2013, 13:40 von Pixie_Destructo
    • 1

      moment, jetzt werfen wir hier aber zwei unterschiedliche Dinge in einen Topf. Eine Maske zu tragen, um jemand zu imponieren und seine Schwachstellen zu verbergen ist was anderes als sich einen Schutz zu schaffen, z.B. im Arbeitsleben. Privatsphäre ist gerade heute wertvoller und wichtiger denn je aber wenn es um Liebe geht, kann diese doch noch aufrichtig und echt sein, wenn man gerade auch seine Schwachstellen offenbart. Das heisst nicht, sich vollkommen offenzulegen wie ein Buch aber viele Facetten von sich Preis zu geben. 

      05.11.2013, 13:41 von See_Emm_Why_Kay
    • 0

      Maske tragen = Künstlich, Unnatürlich

      05.11.2013, 13:42 von Tora
    • 1

      Ich sagte ja bereits, ist alles eine Frage der Interpretation.

      05.11.2013, 14:04 von Pixie_Destructo
    • 1

      @Pixie_Destrcuto: Genauso definiere ich es auch. Maske = Schutz. Man bleibt darunter der  gleiche Mensch, man möchte nur nicht jedem sofort zeigen was sich darunter verbirgt...danke für die gute Formulierung ;)

      05.11.2013, 19:26 von wortverliebt.a
    • 2

      Mag sein, dass das Wort Maske zu viele Kanten und Ecken hat, mir fällt allerdings hierzu gerade kein Synonym ein, das es weicher umschreibt. 

      Ich glaube, und das habe ich aus langer Erfahrung gelernt, dass die meisten Menschen nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, mit welchen komischen Begleiterscheinungen sie gemacht sind, wenn sie jemanden kennenlernen und diesem gefallen wollen.
      Am Anfang dreht man immer gleich die Zahnpastatube zu oder räumt das Geschirr weg, um es mal mit den klassischen Beispielen zu bebildern, in den Jahren danach nimmt diese zunächst angewöhnte Höflichkeit ab.

      06.11.2013, 18:27 von marco_frohberger
    • 1

      Und dann beschweren sie sich immer, wenn ihr Partner sich so "verändert" hat obwohl er nur langsam er selbst wird :D

      06.11.2013, 20:07 von See_Emm_Why_Kay
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