Taspharel 14.07.2007, 23:41 Uhr 2 0

So endet es

Es ist vorbei.

So sitze ich denn hier.
Der Sturm hinter mir, noch vor mir. Vermutlich im Auge des Sturms befindliche Seele schöpft kurz frischen Atem.

Jeder Atemzug schmerzt, reisst von neuem Wunden auf die einfach nicht heilen wollen.

Liebe. Worte. Lehre. Worte. Liebe Worte stechen immer wieder tief hinein in schon entzündet klaffende Löcher und lehren das Worte nicht immer nur schönes bringen.

Der Anfang ist schwer zu finden. Wollknäuelgleich irgendwo vergraben, undefinierbar.
Es gab ihn. Soviel scheint sicher.

Je mehr darüber gesprochen wird um so klarer wird alles.

Das es schon lange vorbei ist.

Das es schon lange vorbei ist.

Das es schon lange - egal wie oft diese Worte auf dem Papier landen, von zitternder Hand geschrieben, egal wie oft sie gedacht werden und heiß durch Hirnwindungen rasen, egal was passiert, es will einfach nicht klarer werden.

Klarer wird das es schlimmer ist als zuerst befürchtet. Mit Tendenz zu "noch schlimmer als schlimmer als befürchtet".

Die Augen wollen nicht recht weinen, das Herz will nicht recht schmerzen.

Die Wut brennt sich ihren Weg durch die Adern vom Herz in die Hände, die wissen sich nicht anders zu helfen als sich zu ballen -
...nur um dann hoffnungslos und verzweifelt wieder völlig entkräftet an der Seite des Körpers nach unten zu fallen.

Gebrochener Mensch.

Erbrochenem gleich kocht immer mal wieder ein kurzer Impuls hoch.
Ein kurzer Moment der Trauer.
Ein kurzer Moment des Unverständnisses.
Ein kurzer Augenblick der Erinnerung ans Glück, sofort in Stücke getreten von dem Wissen dessen was passiert ist.

Sie hat betrogen.

Sie liebt nicht mehr. Schon länger nicht mehr.

Sie hat nicht körperlich betrogen, aber hätte gerne.

Und während der ganzen Zeit denkt das egozentrische Ich es sei schuld.
Es könne etwas ändern.

Strengt sich an, strebt nach mehr. Müht sich, windet sich.
Steckt heroisch jeden Schlag ein ohne groß mit den Wimpern zu zucken.
Schluckt auch noch die unsinnigsten Ausbrüche der unerklärlichen Wut des gegenübers.
Das Hirn denkt sich: Das wird schon wieder.
Alle Extremitäten denken sich: Wir müssen uns nur mehr anstrengen gleichzeitig lieb zu haben und loszulassen.
Die Libido schwingt sich zu neuen Höhen auf in der Hoffnung etwas zu erreichen.

Nur um dann zerschmettert zu werden von ein paar wenigen Worten.
Von dem Geständnis das schon länger kein körperliches Begehren mehr da ist. Das die Dinge die passiert sind in der Zwischenzeit mit schlechten Gefühlen verbunden sind.
Das ein anderer aber dieses Begehren durchaus geweckt hat.

Kein Versuch es zu schmälern. Ganz im Gegenteil sogar nochmalige Bestätigung.

Sie liebt fremd. Sie hat sogar überlegt fremd zu schlafen.
Und auch nachdem alles zur Sprache kam ist es noch eine theoretische Option das sie mit IHM Zeit verbringt.
Mit IHM Tage verbringt und Dinge teilt die eigentlich nur uns gehört haben.

Er, der nur Freund war.
Er, der "gar nicht ihr Typ" war.
Er, auf den man gar nicht eifersüchtig sein darf.

Und jetzt Er, potenzieller Geliebter.
Und ich: Der Idiot.

Alles was da war -
Alle Zukunftspläne -
Alle Hoffnungen -
......... zertreten im Staub.

Das erste Mal seit Jahren das ich mir dachte: Ja. Das ist es.
Das ich pläne hatte wie der potenzielle Heiratsantrag aussehen würde.
Wo die Wiese läge auf der das Himmelbett platziert würde für den Antrag und die folgende Nacht im freien.
Für hunderte von Kerzengläsern in der Wiese.
Für soviele Dinge.

Das erstemal seit Ewigkeiten das ich mir dachte:
Auch wenn einmal die Verliebtheit nicht so stark ist wie sie es zu Anfang war - die Beziehung ist es wert auch Tiefs zu durchleben.
Das erstemal das eine Beziehung von mir auch in schwachen Tagen nie geleugnet wurde.
Das ich dazu gestanden bin das ich in einer Beziehung lebe, sei mein Gefühl gerade noch so wankelmütig.
Das ich wusste: Es ist alles wert.


Sie sagt es tut ihr weh.
Ich glaube ihr.
Sie sagt sie will nicht wehtun.
Ich glaube ihr.
Sie sagt sie wünscht es wäre anders.
Ich glaube ihr.
Sie sagt: Vielleicht...

Und ich muß sagen: Nein.
Ich habe Angst.
Ich habe erlebt das du die Gefühle die einst mir gegolten haben jetzt anderweitig empfindest.
Ich lasse mich nicht weiter so verletzen.
Ich darf nicht mehr vertrauen.

Und ich schließe die Augen.
Und mit einem weithin hörbaren dumpfen Schlag trifft die letzte bittere Träne der Liebe auf den grausam kalten Boden.
Und es wird dunkel und still.

2 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  • 0

    wunderbar. wunderbar traurig. und wunderbar wahr. es tut mir ebenfalls leid.

    12.08.2007, 13:56 von Lilli-Alice
    • 0

      @Lilli-Alice Um so tragischer wenn ichs jetzt lese weil ich drauf komme das sie doch betrogen hat ... und ich noch dümmer war als ich angenommen habe .... shit happens. Danke für das Mitgefühl :)

      12.08.2007, 14:54 von Taspharel
    • Kommentar schreiben
  • 0

    Traumhaft trauriger text...wunderschön geschrieben....

    16.07.2007, 00:23 von Stefff
    • 0

      @Stefff Danke ... leider ist der momentane Schmerz weniger traumhaft als traumatisch :-(

      17.07.2007, 01:02 von Taspharel
    • Kommentar schreiben

NEON fürs Tablet: iOS und Android!

Neueste Artikel-Kommentare