Selbstmitleid
...und da verliebte sich das Reh in den Löwen.
Ich bin süchtig nach dir. Und jetzt wo du nicht mehr da bist, weiss ich nicht wie ich weiter machen soll. Du bist mein ganzes Leben.
Wie gerne würde ich wieder deine Sommersprossen zählen und betrunken neben dir liegen, deinen Atem an meinem Hals spüren. Von deinen grossen Händen gestreichelt werden. Wie gern würde ich wieder von dir genommen werden, mit dir zusammen schwitzen und an dir kleben.
Ich brauche deine Unnahbarkeit und dein Schweigen, deine Stärke und deinen Schmerz.. Du bist alles. Du bist mein Vater, mein Bruder, mein Freund, mein Geliebter.
Wenn du mich berührst, erschütterst du mich, mir wird kalt und unglaublich warm und ich zerbreche. Ich liebe es, wie deine Hand zwischen meine Schenkel gleitet, wie du mir ins Ohr keuchst und fast an meinem Stöhnen vergehst. Ich liebe es, wenn wir eins werden.
Wie konntest du uns auseinanderreissen? Du hast geweint. Ich verstehe dich nicht und werde es auch nie, wie sehr ich es auch versuche.
Ich frage mich, ob du wahrnimmst wie schwach mein Herz noch schlägt, wenn du deinen Kopf auf meine Brüste legst.
Wie ich deinen schweren Körper auf meinem brauche! Ich will, dass du mich erdrückst, mich schlägst und würgst, ich bin so abhängig von den Schmerzen, die du mir immer wieder aufs neue zufügst. Und wenn ich sie nicht haben kann, füge ich sie mir selbst zu und denke dabei an dich. Du würdest mich auslachen, mein starker Löwe.
Bestimmt hast du keine Ahnung davon, wie sehr ich leide. Ich leide gerne, ich suhle mich genüsslich im Selbstmitleid, auch die Glückspillen und die Gespräche mit einem König der Medizin ändern nichts an meiner Selbstzerstörung.
Ich hasse dich dafür, dass du mich vollkommen gemacht hast, um mich zu zerstören. Und ich liebe dich.


Kommentare
wow!
10.12.2009, 23:14 von meistermar