Femina 10.06.2013, 21:03 Uhr 0 0

Sechs Monate Von Neun

Ich war scharf auf dich, ich wollte mit dir schlafen. Hier nun fernab der Heimat warst du der bislang einzig interessante Mann.

 Ich entdeckte dich. Und nach gut zwei Monaten im fernen Afrika, warst du es, der sich von Beginn an in meinen Kopf gesetzt hat, ohne dass ich auch nur deinen Namen wusste. Dass ich dich zufällig kurze Zeit später wieder sah, war der Anfang. Irgendwie. Voller Interesse endlich neue Menschen kennenzulernen, zögerte ich keine Sekunde dir und deinen Freunden in dein gerade neubezogenes Heim zu folgen. Eine tolle Nacht hatten wir, singend und rockend mit den anderen in deinem Wohnzimmer. Jede Menge strahlender und lachender Momente. Das kannst du besonders gut. Mit deinen leuchtenden Augen und deinem blendenden Lachen, mit dem du mich bereits im ersten Augenblick  fasziniertest. Umso erstaunter war ich, dass auch du dich noch an unseren ersten Augenblick wenige Tage zuvor erinnern konntest, ohne dass wir miteinander gesprochen hatten.

Ich war scharf auf dich, ich wollte mit dir schlafen. Hier nun fernab der Heimat warst du der bislang einzig interessante Mann bei dem ich keinen anderen Gedanken hegen konnte. Zudem war mir klar, dass tiefgründige Beziehungen keinen Sinn machen. Schließlich blieben mir noch neun Monate. Neun Monate bis ich Afrika wieder verlassen und zurück nach Deutschland gehen würde. Moment. War es vielleicht auch nur der Reiz des Anderen den ich probieren wollte? Wohl kaum, denn Chancen gab es bereits. Aber dich wollte ich probieren.

Von meinem Verlangen nach dir hielt mich nur deine stets weibliche Begleitung ab. Groß, lange braune Haare, hübsche Augen hat sie und ein wirklich interessantes anderes deutsches Mädchen ist sie. Sie erinnerte mich ein bisschen an mich selbst. Sie erzählte mir von euren Plänen, dass ihr zwar erst vor zwei Wochen beschlossen hattet, es ernsthafter anzugehen, aber ihr auch im nächsten halben Jahr bis zu ihrer Rückkehr aus China zusammenbleiben wollt. Meine Chance für ein bisschen Spaß? War es nicht unvernünftig zu denken dich dazu bringen zu können fremdzugehen, nur weil ich so gerne mit dir schlafen wollte? Selbst das spielte für mich in diesem Moment keine Rolle. Ich sah euch küssen, sah euch gehen und alles was ich wollte, war an ihrer Stelle sein.

Eine schwüle Sommernacht. Ihr wolltet ausgehen und du hast mich gefragt ob ich nicht auch kommen möchte mit meinen Freunden. Ich kam allein. Der beste Abend seit langem folgte. Wir hatten die Gelegenheit uns zu unterhalten, uns näher zu kommen. Deine Freundin? Du meintest sie sei letzte Woche gegangen. Ich merkte, dein Interesse an mir, wir lachten viel. Wir tranken. Wir tanzten. Wir küssten. Ich sagte ich muss ins Bett, morgens früh raus um zu arbeiten. Du verließt den Club mit mir. Wir konnten nicht voneinander lassen. Dann fragtest du mich in welches Bett ich denn wollen würde und es folgte die heißeste Nacht des Jahres.

Weihnachten.keine fünf Tage später und du ludst mich und meine Mitbewohner zum großen Weihnachtsessen ein. Als wir bereits auf dem Weg waren, hattest du noch eine kleine Überraschung. Du riefst mich an und sagtest, dass deine Ex- Freundin wiederkommt. Heute. Frohe Weihnachten.

Anfangs war dies doch aber gar nicht schlimm für mich. Für ein paar Tage hatten wir Spaß, alles was ich haben wollte. Natürlich konnte ich von dir nicht genug bekommen und wenige Tage später, flog sie zurück und wir waren die ganze Nacht zusammen und die darauf und die darauf..

Sechs Monate sind vergangen. Sechs Monate von neun. Aus einer Nacht wurde ein Sommer und aus einem Sommer wurde etwas, das ich zuvor noch nie so erlebte. Ich sage das Wort ungern, doch du bist etwas Perfektes in meinem Leben. Alles was ich mir erträumt habe,alles was mir in einer Beziehung und an einem Partner wichtig ist – du hast es und du kannst es mir bieten. Jeden Tag, jede Stunde, die ich mit dir erlebe, ist eine glückliche. Ich weiß dass du mich magst, dass ich dir wichtig bin. Dennoch ist mir der Gedanke an die nächsten Wochen ein verdammt schwerer. Ich möchte das, was wir beide gefunden haben, nicht hinter mir lassen wie einen Ausflug ins Freie. Ich möchte nicht genug von dir haben müssen. Die Zeit mit dir wird immer schöner, niemals habe ich genug von deinem Körper, deinen Händen, deiner Stimme und deinen Worte. So sehr ich auch versuche mich damit anzufreunden. Es lässt mir keine Chance. Neben der Tatsache der unüberbrückbaren Distanz wäre da noch der Gedanke an den Anfang. Niemals würde ich dich so nah bei mir wissen können, wäre sie nicht gegangen. Du stehst zu deinen Partnern in jeder Sekunde. Du gibst mir ein Gefühl von Wertschätzung, wie ich es bislang selten erfahren habe. Du gibst dieses wohl zu allen deinen Frauen. Wie weit willst du mit mir gehen? Bis ans Ende? Oder darüber hinaus? Zu einem neuen Anfang?


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